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C12H22O11 – Ein vielseitiges Nahrungsmittel

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C12H22O11 – Ein vielseitiges Nahrungsmittel

Sonderausstellung «Zucker» im Naturhistorischen Museum Freiburg

Eine Küche ohne Zucker ist heutzutage kaum denkbar: Im Naturhistorischen Museum Freiburg wird in einer Sonderausstellung dieses «Weisse Gold» von allen möglichen Seiten her beleuchtet. Das i-Tüpfelchen dieser Ausstellung ist aber sicher die Caramel-Herstellung
vor Ort.

Von RUTH SCHMIDHOFER HAGEN

Wer «Zucker» sagt, meint meistens den weissen Feinkristallzucker, welcher aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen wird. Beide Zuckerarten sind chemisch identisch und werden mit der Formel C12H22O11 definiert. Obwohl für die Weisszucker-
gewinnung allein Zuckerrohr und Zuckerrübe wichtig sind, gibt es einige andere Pflanzenarten, aus welchen Zucker gewonnen wird.

Die Ausstellung erläutert mittels Schautafeln, Diagrammen und Fotos die verschiedenen Zuckerarten, die Geschichte und die Gewinnung des Zuckers.

Vom Luxusgut zum
Volksnahrungsmittel

Reiseberichte aus dem 4. Jahrhundert vor Christus erwähnen ein indisches Schilfgras, welches ganz ohne die Mithilfe von Bienen Honig spenden. Etwa 300 n. Chr. gelang im Norden Indiens die Herstellung von festem Zucker. Im Laufe der Kreuzzüge (10. Jahrhundert) gelangte die Zuckerrohrpflanze bis ins westliche Mittelmeerbecken. Forscher und Entdecker brachten schliesslich das Zuckerrohr nach Westindien, Zentral- und Südamerika.

Noch bis im 17. und 18. Jahrhundert war Zucker ein ausgesprochener Luxusartikel, welchen sich lediglich Fürsten und reiche Kaufleute leisten konnten.

1747 begann der deutsche Chemiker A. S. Marggraf, süss schmeckende Pflanzen zu untersuchen und entdeckte die Zuckerrübe. Marggrafs Schüler Franz Karl Achard gründete 1801 in Niederschlesien die erste Rübenzuckerfabrik.

Als 1806 aufgrund eines Entscheids Kaiser Napoleons kaum mehr Zucker eingeführt werden konnte, gewann die Rübenzuckergewinnung in Europa an Bedeutung. Erst im 20. Jahrhundert wurde das Verfahren stark verbessert, wodurch der Zucker immer billiger wurde und zu einem eigentlichen Volksnahrungsmittel wurde.

Zuckerproduktion in der Schweiz

In der Schweiz wird Zucker meist mit Aarberger Zucker gleichgesetzt. 1891 wurden nach der ersten Juragewässerkorrektion grössere Anbauversuche mit Zuckerrüben vorgenommen.

Die im gleichen Jahr in Monthey (Wallis) eröffnete erste Zuckerfabrik, «Helvetia», musste jedoch bereits nach drei Jahren ihren Betrieb wegen Rübenmangels und wirtschaftlicher Schwierigkeiten wieder schliessen.

Die nächste Fabrik wurde 1899 in Aarberg – näher bei den Anbaugebieten in den Kantonen Bern, Freiburg und Waadt – eröffnet. Aber bereits nach zehn Jahren ging auch diese Zuckerfabrik in Konkurs. Die Kantonalbank Bern übernahm als grösste Gläubigerin die Konkursmasse und führte die Zuckerfabrik in eigener Regie weiter.
Ein Grossbrand zerstörte die Fabrik im Januar 1912. Doch schon vier Wochen später wurde unter der Federführung des Aarberger Grossrats Gottfried Müller eine Neugründung initiiert. Am 13. Oktober 1913 nahm die Zuckerfabrik und Raffinerie Aarberg die Rübenverarbeitung auf. Vor 40 Jahren schliesslich wurde – um den steigenden Bedürfnissen gerecht zu werden – in Frauenfeld eine zweite Schweizer Zuckerfabrik in Betrieb genommen.
«Ein blutiger Finger, so heisst es, sei der Auslöser dafür gewesen, dass wir heute unseren Kaffee mit gewürfeltem Zucker süssen können», wird in der Ausstellung erklärt. Erfinder des heute in aller Welt verwendeten Würfelzuckers war der Rheinfelder Jakob Christoph Rad.

Die Idee hatte er vor rund 150 Jahren, und am 23. Januar 1843 erhielt er das Patent zur «Herstellung von Zucker in Würfelform». Er war damals Direktor der Zuckerraffinerie Daschitz (Dacice). Bevor Rad den Würfelzucker erfand, gab es Zucker nur in Kegelform.

Beim Zerkleinern eines solchen grossen Zuckerhuts soll sich Rads Frau Juliane in den Finger geschnitten haben. Damit dies nicht noch einmal passiert, suchte der Zuckerfabrikant einen Ausweg und erfand die Würfelzuckerpresse. Heute arbeiten die meisten Fabriken (vollautomatisch) nach dem «Radschen» Prinzip.

Ausstellungen im Naturhistorischen Museum Freiburg sind selten theoretisch-trockene Präsentationen eines Themas oder Sachverhalts. So ist es auch diesmal: Während der Dauer der Ausstellung stellen Freiburger Confiseure unter den Augen der Besucher Caramelbonbons her.

Da kann man Fragen stellen, essen und auch selber probieren, die Caramelmasse zu formen (jeweils Dienstag bis Sonntag von 14.15-17.30 Uhr).

Eine ganz besondere Beziehung zum Zucker bzw. zu dessen Verpackungsarten hat der Sammler Hans Gasser aus Boswil entwickelt. Im Naturhistorischen Museum ist eine Auswahl seiner 351 843 Stücke umfassenden Sammlung von Zuckertüten und Würfelzucker zu sehen.

Naturhistorisches Museum Freiburg. Ausstellung bis 4. Mai. Öffnungszeiten: täglich 14-18 Uhr. Vorführung der Confiseure: Di.-So. 14.15-17.30 Uhr.

Wichtiger
Energiespender

Zucker ist für den Menschen ein wichtiger Energiespender. Bei sportlichen Leistungen werden Zuckerreserven, welche sich in den Muskeln und Leberzellen befinden, verbraucht und müssen, sofern die Leistungsfähigkeit erhalten bleiben soll, ersetzt werden.

Ein Stück Würfelzucker gibt genügend Energie für: 13 Minu-
ten Wandern; 6,5 Minuten Tanzen;
4 Minuten Schwimmen; 4 Minu-
ten Radfahren; 2,5 Minuten Dauerlauf. sr

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