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Camerata Schweiz

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Abschluss der Abonnements-Saison in Düdingen

Mit dem Concerto in Re für Streichorchester von Igor Strawinsky wird das Programm der Camerata Schweiz eröffnet. Ein leichtfüssiges Stück, das sich klar abhebt von den sonst eher schwerfälligen grossen Werken des russischen Komponisten.

In der Eröffnungspassage scheinen die Geigen ein Glockenspiel zu imitieren, kontrastiert von Legato-Stellen mit vergänglichem, manchmal fast scherzhaften Charakter. Ein Walzer und ein dritter Satz voller Unruhe folgen. Das Werk gilt als Konglomerat der sechs Brandenburgischen Konzerte von J.S. Bach. Kai Bumann, Dirigent des Orchesters, nennt es einen Scherz.

Junge Solistin interpretiert
mit viel Gefühl

Das wohl populärste Konzert für Klarinette wird im zweiten Teil gespielt. Die junge Solistin Rita Karin Meier interpretiert mit viel Gefühl das letzte Solokonzert von W.A. Mozart. Weiche, hölzerne Töne, aus dem Nichts kommende Einsätze und feine, fast unheimliche Piano-Phrasen. Zeitweilig spielt sie aber gar ein wenig zurückhaltend und scheint vom Dirigenten und dem Orchester eingenommen zu werden. Nach der Pause spielen die Kammermusiker die sechste Sinfonie von F. Schubert. Die «Kleine C-Dur», die letzte unter dem Einfluss der Wiener Klassik, schreibt der «Lieder»-Komponist mit 21 Jahren. Und wie könnte dieses Werk besser beschrieben werden als mit den Worten von Kai Bumann: Der erste Satz eine Ouvertüre zu einer Reise in eine bessere Welt, zu welcher im «Andante» geführt wird. Das «Scherzo» soll das gefundene Paradies aktivieren. im vierten Satz, ein «Allegro moderato», werden dann die Zuhörer auf diese andere Ebene geführt, wo sie die Aufhebung von Zeit und Raum erleben. Mit viel Engagement und Theatralik führt der Dirigent seine Berufsmusiker durch das Programm.

Nach diesem erfolgreichen Schlusskonzert wartet eine verheissungsvolle zweite Saison auf das Publikum in Düdingen. Gespielt werden unter anderem die Operette «Gräfin Mariza» des Ungarn E. Kalmann, das Ballett «Der Nussknacker» von P.I. Tschaikowsky und die Opern «Ein Sommernachtstraum» von B. Britten und «Rigoletto» von G. Verdi.

Man geht jetzt in klassische Konzerte

Nur gut gelaunte Gesichter waren in der Konzertpause im Podium von Düdingen zu sehen. Mit allem Grund. Die rund 500 Zuhörer bekamen ein Orchester und mit Rita K. Meier (Klarinettistin am Opernhaus Zürich) eine Solistin zu hören, die ohne Weiteres die Note «Summa cum laude» verdienten.

Die Camerata Schweiz ist blutjung und hat am vergangenen Donnerstag ihrer erste Schweizer Tournee aufgenommen. Das 45-köpfige Orchester wurde im vergangenen November gegründet. Die meisten der 22- bis 35-Jährigen – alles BerufsmusikerInnen oder solche, die kurz vor dem Abschluss stehen – sind aus dem Schweizer Jugend-Sinfonieorchester hervorgegangen.

Begeisterung
auf allen Ebenen

«Ich bin bin der Älteste im Club», lacht der 38-jährige Dirigent Kai Bumann und definiert im gleichen Atemzug sein längerfristiges Ziel. Mit den jungen Leuten, die in der Camerata nun eine feste Anstellung gefunden haben, will er pro Monat ein neues Programm auf die Beine stellen: «Wir sind sehr gut gestartet. Die jungen Leute sind hochmotiviert.» Das braucht der Dirigent nicht zu betonen. Denn wer am Sonntag die Cellistin ins Auge fasste, der wusste, was jugendliche Frische und Begeisterungsfähigkeit bedeuten. Und wer dem Ton der Bläserinnen folgte, wusste, was es heisst, den «Virus» Musik in sich zu haben. Und wer dem Dirigenten auf die Finger schaute, wusste, dass Musik mit Lebensfreude und in seinem Fall gar mit Humor zu tun hat.

Podium verfügt über magische
Anziehungskraft

Dass so viele Zuhörerinnen und Zuhörer ins Podium gekommen sind – und das an einem schönen Sonntagnachmittag -, hat sicher nicht nur mit dem Orchester zu tun. Das Podium verfügt ohne Zweifel über eine magische Anziehungskraft. Der grosse Erfolg der ersten Saison, der ebenfalls auf das Konto der Organisatoren geht, ist der beste Beweis dafür. Man trifft sich und besucht auch das klassische Konzert.

Nur ein kleiner Makel

Die ersten Erfahrungen sind also gemacht, und weitere können gemacht werden. Zu einem rundum stimmigen Erlebnis hat nämlich am Sonntag nur eines gefehlt: ein Programmheft! Es muss ja nichts Aufwendiges sein. Ein simples Blatt würde genügen. Dann nämlich könnten die Zuhörer nachlesen, wann es ihnen beliebt, und vor allem zur gegebenen Zeit. Unzeitiges Klatschen würde wegfallen, und Erklärungen vor dem Konzert müssten keine mehr gegeben werden.

Doch man ist zuversichtlich: Mit der Zeit kommt bestimmt auch der Blick für das Detail.

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