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«Caps» sollen weiteres Unheil verhindern

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«Caps» sollen weiteres Unheil verhindern

Der Riggisalpbach in Schwarzsee wird nach einer neuen Methode verbaut

Der Riggisalpbach im Schwarzseetal wird zurzeit nach einer Methode verbaut, die von der ETH in Zürich eigentlich für Flussverbauungen in Nepal entwickelt wurde. Es soll verhindert werden, dass der Bach die gewaltigen losen Geschiebemassen zu Tal befördert.

Von ANTON JUNGO

Die Verbauung des Riggisalpbaches ist Teil eines Gesamtprojekts, mit welchem die Gefahren der Bergbäche im Schwarzseetal eingedämmt werden sollen. Das Projekt war
1998 von der Gemeinde Plaffeien in Auftrag gegeben worden, nachdem am 11. August 1997 über Schwarzsee ein gewaltiges Gewitter niedergegangen war. Das Unwetter richtete Schäden an Gebäuden und Verbauungen von rund drei Millionen Franken an.

Das Forstingenieurbüro Philipona und Brügger hat das Gefahrenpotenzial von sieben Wildbächen beurteilt und ein Massnahmenkonzept ausgearbeitet. Die grösste Gefahr für die Menschen ging vom Seeweidbach aus, der den Campinplatz hätte überschwemmen können. Der Campingplatz ist unterdessen durch einen Damm abgesichert.

Die grössten Schäden hatten beim Unwetter 1997 der Riggisalp- und Hürlinenbach angerichtet. Sie brachten so viel Geschiebe ins Tal, dass sich das Wasser beim Einfluss in die Sense staute. Der Rückstau zog sich bachaufwärts, so dass der Riggisalpbach oberhalb der Kirche über die Ufer trat und wieder sein altes Bett Richtung See suchte. «Wir hatten Glück, dass das Fundament der Kirche und des am andern Ufer des Baches gelegenen Chalets nicht unterspült wurde», meinte Ammann Otto Lötscher gestern. «Wenn wir nichts unternähmen, würde das ganze Gebiet in der Gefahrenzone bleiben», führte er weiter aus.

Ingenieur Beat Philipona ist überzeugt, dass durch die geplanten Massnahmen das Gefahrenpotenzial stark reduziert wird. «Das Hauptproblem sind die grossen, losen Geschiebemassen im Einzugsgebiet des Riggisalp- und des Hürlinenbaches», erläuterte er und befürchtete, dass es ohne geeignete Massnahmen wieder zu Rückstaus kommen könnte.

Geschiebesammler und Beton-Caps

Schwerpunkt des Massnahmenpakets am Riggisalpbach ist denn auch ein Geschiebesammler. Diese Anlage mit einem Fassungsvermögen von 12 000 Kubikmetern wurde in den letzten Wochen erstellt. Diese Anlage auf der Höhe der Stahlenhütte ist für ein 100-Jahr-Ereignis dimensioniert. Ein Zufahrtsweg ermöglicht die regelmässige Entleerung des Sammlers.

Bachaufwärts liegen im Bachbett und an den Uferböschungen aber weit grössere Massen von losem Material. Die mit einem Tuffmantel überzogenen Böschungen waren beim Unwetter 1997 streckenweise aufgerissen worden. Bei einem 300-Jahr-Ereignis könnten gemäss Beat Philipona bis zu 20 000 Kubikmeter Geröll talwärts geschoben werden. Man wollte aber nicht das ganze Bachbett verbauen. Die Bauherrschaft – die Gemeinde Plaffeien – entschied sich zusammen mit dem Ingenieurbüro für eine Verbauungsmethode wie sie die Versuchsanstalt für Wasserbau der ETH für Flussverbauungen in Nepal entwickelt hatte. Sie wird in der Schweiz erstmals angewandt.
Da die vor Ort vorhandenen Steinblöcke nicht ausreichen, werden nun an strategischen Stellen Beton-Caps gegossen. Es handelt sich dabei um rund zehn Tonnen schwere, armierte Beton-Elemente. Sie haben die Form von zwei um 90 Grad gedrehte zusammengegossene T-Kuben. Diese Elemente werden vor Ort gegossen. An schwer zugänglichen Stellen kommt – wie gestern – der Helikopter zum Einsatz. Gemäss Roger Raemy, der die Bauleitung innehat, braucht es für die Herstellung eines Elements 15 Flüge à 300 Liter Beton. Für Baustellen weiter bachabwärts wird der Beton später vermutlich per Seilbahn transportiert.

Streckenweise werden die Caps zur Sicherung der Böschung und an andern Stellen zur Stabilisierung des Bachbetts eingebaut. Immer geht es aber darum, weitere Erosionen zu verhindern. An vier Stellen werden insgesamt 60 Caps eingebaut. «Diese Caps wird der Bach, im Gegensatz zu den meist aus Tuff bestehenden Felsbrocken, nicht weit transportieren», ist Beat Philipona überzeugt.

Riggisalpbach wird
für Fische «begehbar»

Zum Massnahmenpaket, welches in der jetzigen Etappe ausgeführt wird, gehört aber auch die Errichtung von Dämmen; so bei der Kirche und auf der Riggisalphöhe. Auf der Riggisalp hatten die Wasser des Marchgrabens 1997 ihr Bett verlassen und einen grossen Teil des Schadens verursacht. Ab Höhe Kirche bis zum Einfluss in die Sense fliesst der Riggisalpbach in einer mit Quadern ausgelegten Schale. Diese Schale wurde saniert und für die Fisch «begehbar» gemacht.

Die Kosten für die gegenwärtige Bauetappe belaufen sich auf 3,5 Millionen Franken. Davon trägt der Bund 45 und der Kanton 36 Prozent (minus 10 Prozent der linearen Kürzung). Die Restkosten übernehmen die Gemeinde Plaffeien und die Anstösser.

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