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Caritas Freiburg plant den Einstieg ins soziale Unternehmertum

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Autor: URS HAENNI

An ihrer Generalversammlung vom Mittwoch hat die Caritas des Kantons Freiburg ein neues Tätigkeitsfeld in ihre Statuten aufgenommen: das soziale Unternehmertum. Konkret steht das Projekt eines sozialen Lebensmittelladens im Mittelpunkt. Die Caritas möchte gerne im Kanton Freiburg, vermutlich in oder um Freiburg, einen Laden eröffnen, in dem bedürftige Personen Lebensmittel zu günstigen Preisen einkaufen können. Es würde sich dabei um Produkte von Grossverteilern handeln, welche diese sonst vernichten. Produkte, welche aufgrund von Überproduktion, Fehlern beim Transport oder beim Gebrauch von einem Grossverteiler nicht mehr verkauft werden können.

Hochschule als Partner

Bereits gibt es in der Schweiz 20 solcher Caritas-Lebensmittelläden, welche von einer Verteilerzentrale in Rothenturm (SZ) aus angeliefert werden. Ein solcher sozialer Lebensmittelladen hätte neben dem Angebot für Bedürftige auch Stellen für Arbeitslose und ein Betätigungsfeld für freiwillige Helfer anzubieten. Allerdings, so Caritas-Direktorin Petra Del Curto, wäre es unabdingbar, dass eine professionelle Fachkraft die Leitung übernimmt. Derzeit ist eine Machbarkeitsstudie für das Projekt in Auftrag gegeben, welche bis zum Sommer fertig sein dürfte. Ein Grundsatzentscheid ist für den Herbst vorgesehen.

Caritas Freiburg will für einen eigenen sozialen Lebensmittelladen nicht einfach das Projekt eines anderen Kantons aus der Schublade ziehen, sondern spezifisch den freiburgischen Kontext prüfen. Dafür ist die katholische Hilfsorganisation eine Partnerschaft mit der Freiburger Hochschule für Wirtschaft eingegangen. Diese kümmert sich nicht nur um die Machbarkeitsstudie, sondern sie will ausgehend von diesem Projekt das soziale Unternehmertum neu erforschen.

An einer Pressekonferenz zeigten zwei Professoren der Schule auf, dass das traditionelle profitorientierte Unternehmen und das soziale Unternehmen sich gar nicht so sehr unterscheiden. An der Basis einer Firmengründung stehen die gleichen Schritte, erst bei den Zielsetzungen unterscheiden sich traditionelle von sozialen Unternehmen. Während bei den einen die Rentabilität der investierten Kapitalien im Vordergrund steht, ist es bei einem sozialen Unternehmen die «Maximierung der sozialen Nützlichkeit». Dies schliesst eine mittelfristige Selbstfinanzierung nicht aus. Auch wenn ein soziales Unternehmen mit geringen Margen rechnet, kann Wachstum die Folge sein. Ein Beispiel sind die Caritas-Läden in anderen Kantonen, die innert acht Jahren von 9 auf 20 Filialen angewachsen und den Umsatz von 1,5 Millionen auf 7,15 Millionen Franken gesteigert haben.

Die Freiburger Hochschule für Wirtschaft möchte ausgehend vom Caritas-Projekt ein Inventar der sozialen Unternehmen in Freiburg und in der Westschweiz erstellen. Sie möchte auch betriebswirtschaftliche Instrumente aus der Privatwirtschaft in diese sozialen Firmen integrieren. Schliesslich hat man sogar eine Postgraduate-Ausbildung in der Führung sozialer Unternehmen geplant.

Im Laden der Caritas sollen bedürftige Menschen günstig Lebensmittel einkaufen können.Bild ce/a

Jahresbericht: Kampf der Verschuldung

Im Jahr 2010 hat die Schuldenberatung bei der Caritas Freiburg an Bedeutung gewonnen. Der Dienst hat 294 Haushalte begleitet. «Die durchschnittliche Verschuldung wird immer höher», sagte Dienstleiterin Joëlle Renevey. Sie betrage pro Haushalt rund 70000 Franken bei einem stabilen durchschnittlichen Monatseinkommen von 5000 Franken. Bei 80 Prozent handle es sich um Steuerschulden. Auch Konsumkredite seien häufig. «Kleinkredite lösen oft die Verschuldung aus», so Renevey. Eine gute Nachricht hatte die Schuldenberaterin trotzdem: In rund 40 Prozent der Fälle hat die Beratung zu einer Gesundung der Schuldensituation geführt.uh

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