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Carmina-Quartett als Verpackungskünstler

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 Ein renommiertes Streichquartett, zwei berühmte Werke und ein optisch und akustisch perfekt geeigneter Raum; da kann nichts mehr schief laufen, auch wenn das Publikum von den Musikern ein wenig an der Nase herumgeführt wird. Das in Zürich beheimatete Ensemble bestehend aus Matthias Enderle und Susanne Frank (Violine), Wendy Champney (Viola) und Stephan Goerner (Violoncello) brillierte mit zwei Favoriten der «zartbesaiteten» Musikszene.

 So war denn die Überraschung perfekt, als die vier Protagonisten SchostakowitschsWerk in Haydns «Sieben Worte» hinein verpackten. Wurde Haydn ins 20. Jahrhundert entrückt oder muss sich Schostakowitsch Plagiatsvorwürfe gefallen lassen? Das Geheimnis war bald gelüftet–der Fusionsgedanke macht auch vor der Musikwelt nicht Halt. Für einige Zuhörer mag diese Vermischung der Musikstile ungewohnt gewesen sein, aber ihre Wirkung hat sie nicht verfehlt. Von der Thematik her –, wie Matthias Enderle in einem Kurzinterview darlegte – sei das Experiment wohl nicht alltäglich, aber trotzdem naheliegend: die sieben Worte am Kreuz, von Hoffnungslosigkeit geprägt (Mein Gott, warum hast du mich verlassen?), gepaart mit den Leiden eines Dmitri Schostakowitsch, von der russischen Diktatur gegängelt, gedemütigt und verfolgt. «Gewidmet dem Andenken des Komponisten dieses Quartetts», schrieb Schostakowitsch an einen engen Vertrauten. Tatsächlich weist das Streichquartett Nr. 8 in c-Moll mit seinem eher düster-komplexen Charakter stark autobiografische Züge auf. Diesen Tatsachen ist das Carmina-Quartett in eindringlicher und vornehmer Weise mit einer äusserst empfindsamen, ja fast heroisch gestalteten Wiedergabe gerecht geworden.

 Haydns «Sieben Worte unseres Erlösers am Kreuz» mit seinen vielen Larghi und Lenti – von den Auftraggebern, den Chorherren von Càdiz so gewünscht–ist ein Lehrstück gemeinsamen Musizierens und die perfekte Inszenierung einer die Welt verändernden Begebenheit.

Hervorragende Interpreten

 In beiden Werken kommen die vier Streicher gleichberechtigt und –bedeutend zum Zuge, was die hervorragend eingespielten Interpreten zu musikalischer und physischer Höchstleistung bewog. Nichts vonRoutine, jedoch mit Respekt gegenüber Werk und Zuhörern, das war die Losung der äusserst sympathischen Musiker.

 Den Organisatoren ist mit der Verpflichtung des renommierten Ensembles ein grosser Wurf gelungen. Die bis insFeinste herausgearbeiteten Details waren einzigartig und verdienen höchste Bewunderung. Für viele Musikliebhaber istdie Hohe Schule des Quartettspiels, wo Differenzierungsfähigkeit und subtiles Artikulationsvermögen zählen, so oder so das höchste der Gefühle. Autor Urs Frauchiger schreibt in einem seiner Bücher: «Kammermusik erfordert die besten Komponisten, die besten Musiker und die besten Zuhörer!»

Konzerte von heute: Kammermusik mit Casal Quartett, 20 Uhr, ref. Kirche Meyriez. Sommernachtskonzert mit Ines Schaffer (Sopran) und Eric Cerantola (Piano), 21.45 Uhr, Le Vieux Manoir, Meyriez.

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