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Centre Löwenberg erhält Schutzstatus

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Es ist von prächtigen alten Bäumen umgeben und steht neu unter Denkmalschutz: das SBB-Ausbildungszentrum Centre Löwenberg in Murten. Der innovative Bau der Architekten Fritz Haller, Alfons Barth und Hans Zaugg ist schlicht und funktional, Stahl und Glas sind die dominierenden Elemente. Der Architekt Fritz Haller hat sich mit dem System USM weltweit einen Namen gemacht, USM-Büromöbel sind weit verbreitet. Das Prinzip ist aber nicht nur im Möbelbau anwendbar, sondern auch für Häuser, wie das Objekt im Löwenberg anschaulich zeigt.

Gebaut wurden das Centre Löwenberg zwischen 1978 und 1982, die Eröffnung folgte 1983. Nun, 33 Jahre später, ist klar, dass der Gebäudekomplex erhalten bleiben soll: Nach der kunsthistorischen Einordnung durch das Amt für Kulturgüter werden die Gebäude mit der Murtner Ortsplanungsrevision die Schutzkategorie zwei von drei erhalten (siehe Kasten).

Für die SBB ist es ein denkmalgeschütztes Gebäude mehr in ihrem Portfolio: «Die SBB besitzt zahlreiche historische Gebäude und ist sich der Verantwortung bewusst, die dieses Erbe mit sich bringt», sagte Reto Schaerli, Mediensprecher der SBB, auf Anfrage dazu.

Projekt löste Polemik aus

Alles begann 1973: Die SBB kauften Schloss und Park Löwenberg, um ein Ausbildungszentrum zu bauen. 1975 folgte ein schweizerischer Ideenwettbewerb. «Dieser fand starke Beachtung», sagt der Freiburger Historiker Christoph Allenspach im Gebäude der Denkmalpflege in Freiburg im Gespräch mit den FN. «Es gingen knapp 200 Projekte ein.» Haller, Barth und Zaugg gewannen nach drei Ausscheidungsrunden. Doch das Vorhaben löste grosse Polemik aus: «Das Projekt passte vielen nicht», sagt Allenspach. «Die Wahl des Standorts im Park neben dem Schloss Löwenberg führte zu langen Diskussionen». Stahl und Glas in diesem Kontext habe vielen nicht gefallen. Doch für den Historiker ist klar: «Der Komplex ist ein Glanzstück der Architektur.»

1975 war Uli Huber Chefarchitekt der SBB, «ein fortschrittlicher Denker», so Allenspach. Zur Prämierung des Projektes von Haller, Barth und Zaugg schrieb Huber damals, dass schlussendlich ein Projekt gewonnen habe, «das die Idee eines offenen Lehrbetriebs und einer wandelbaren Schule am besten zum Ausdruck brachte.»

Dem im Löwenberg angewandten System USM-Haller Midi liege eine modulare Ordnung zugrunde, erklärt Allenspach. «Mit Stützen, Trägern und Fassadenelementen ist das Prinzip simpel und wie ein Baukasten beliebig zusammensetzbar. Das wichtigste an diesem System sind die Verbindungsstellen.» So seien die Räume im Ausbildungszentrum beliebig einteilbar, «abmontieren und aufmontieren ist kein Problem, wie auch bei den USM-Möbeln.» Mit dem grosszügigen Einsatz von Glas und Lichtkuppeln seien zudem die Lichtverhältnisse ideal. «Die Leitungen sind in den Deckenelementen untergebracht, die Heizröhren gut sichtbar.» Die Ästhetik komme eigentlich aus dem System, «es ist perfekt, mir gefällts», sagt Allenspach, der den Gebäudekomplex auch in seiner Publikation «Verzeichnis moderner und zeitgenössischer Architektur des Kantons Freiburg 1900-1993» würdigte.

Barth und Zaugg gehörten in die gleiche Linie wie Haller, so Allenspach, «sie waren aber nicht so konsequent». Die Idee, aus Stahl Strukturbauten zu errichten, stamme jedoch nicht von Haller, das Prinzip sei bereits in der Vorkriegsmoderne in den USA zur Anwendung gekommen. «Es waren vor allem Emigranten aus Europa wie Konrad Wachsmann, die das Grundprinzip entwickelten.»

Denkmalschutz

Kulturgüter sind in zwei Listen erfasst und bewertet

Das Verzeichnis der unbeweglichen Kulturgüter des Kantons umfasst Objekte, die als Zeugen des Kunstschaffens, des gesellschaftlichen Lebens oder der geistigen Tätigkeit von Bedeutung sind. In diesem Verzeichnis hat das Centre Löwenberg die Stufe B (gute Qualität). A wäre hohe Qualität, C durchschnittliche Qualität. Für die Eigentümer hat dieses Verzeichnis nur Hinweischarakter. Es bildet jedoch die Grundlage für rechtlich bindende Schutzmassnahmen. Jene Objekte, die unter Denkmalschutz gestellt sind, werden zudem vom Staat in einem Inventar erfasst. Auch hier gibt es drei Kategorien: So bedeutet die Schutzkategorie 3, dass die Gebäudehülle, die innere Tragkonstruktion und die allgemeine Anordnung des Grundrisses geschützt sind. In der Kategorie 2 kommen die Elemente des Fassadenschmucks, die allgemeine Anordnung der Innenräume und Elemente der Innenausstattung dazu. Diese Kategorie gilt für das SBB-Ausbildungszentrum. In der Kategorie 1 sind zusätzlich Elemente der Inneneinrichtung wie Bodenbeläge, Türen, Öfen oder Dekor verzeichnet.

emu

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