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Chancen verpasst, Leben verschlafen?

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wort zum sonntag

Chancen verpasst, Leben verschlafen?

Autor: Ingrid Grave

Das Leben verschlafen, das will eigentlich niemand. Doch es gibt Menschen, die nie richtig wach werden. Und es gibt jene, die zeitweise schlafen und unterdessen ihre Chancen verpassen.

Heute, am ersten Adventssonntag, werden wir im katholischen Gottesdienst mit einer Art «Wachmacher-Geschichte» konfrontiert:

Ein wohlhabender Mann geht auf Reisen und gibt zuvor seinen Angestellten klare Anweisungen für die Dauer seiner Abwesenheit. Den genauen Zeitpunkt seiner Rückkehr aber lässt er offen (Mk 13, 33–37). Das Dienstpersonal muss also jederzeit darauf gefasst sein, dass der Chef plötzlich unter der Türe steht. Damit ist das Personal gewarnt: keine Nachlässigkeiten! Volle Präsenz während der gesamten Dienstzeit!

So alt der Text auch ist, er lässt sich problemlos auf unser Leben übertragen. Abgesehen vom gesunden Schlaf im angemessenen Zeitraum – darin eingeschlossen Zeit für Kraft spendende Musse – haben wir im übrigen wach und bei der Sache zu sein. Nur so kann unser Leben gelingen. Das gilt im Rahmen unserer Berufstätigkeit wie auch im privaten Bereich.

Wozu aber diese mahnenden Worte am ersten Adventssonntag? «Habt acht, seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist» (13,33). Worte, die uns geradezu auffordern, alle Verschlafenheit von uns zu schütteln!

Advent heisst Ankunft. Die Zeit des Advents ist ganz ausgerichtet auf Weihnachten, auf die Ankunft eines Kindes, von dem – ausser seinen Eltern und einigen Hirten – kaum jemand Notiz genommen hat. Zudem kam es während der Nacht auf die Welt, als alles schlief. Die Welt, in der wir heute leben, ist eher eine Welt der Hektik, und zwar Tag und Nacht. Präsenz- und Arbeitszeiten rund um die Uhr! Und trotzdem laufen wir Gefahr, Wesentliches zu verpassen.

Jedes Kind bringt ganz Neues in unser Leben, bringt Unverbrauchtes in diese Welt. Unsere Augen aber starren – vor lauter Beschäftigtsein – auf das, was schon ist, was sich bald verbrauchen und abnutzen wird. Die Ankunft des Neuen könnten wir dabei mit offenen Augen verschlafen.

Niemand weiss, so die biblische Warnung, wann der Herr nach Hause kommt, ob am Abend oder um Mitternacht. Niemand weiss, wann das Kind vor der eigenen Herzenstüre steht. Wie achtsam hüte ich diese Tür? Gebe ich dem Göttlichen, dem ewig Unverbrauchten, Chance und Raum?

Der Türhüter ist es, dem in unserer Geschichte ausdrücklich aufgetragen wird, ganz besonders wachsam zu sein. Wohl über Advent und Weihnachten hinaus!

Ingrid Grave ist Dominikanerin und lebt in Zürich, wo sie in der Ökumene und in der Arbeit mit Frauen engagiert ist.

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