Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Charlamow war Flügel, ich Center»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Slawa Bykow trug in der Nationalmannschaft der Sowjetunion und Russlands die Nummer 27; Waleri Charlamow trug die 17. Bykow wurde fünf Mal Weltmeister und zwei Mal Olympiasieger; Charlamow gewann acht Weltmeisterschaften und zwei Mal Olympiagold. Charlamow war eine Legende des sowjetischen Eishockeys, Bykow ebenso.

Es ist deshalb wenig überraschend, dass Slawa Bykow den Film «Legend No. 17» über das Leben von Waleri Charlamow ausgewählt hat, als das Filmfestival Freiburg ihn anfragte, Filme seiner Wahl zu zeigen.

«Legend No. 17» ist ein Film, der erst letztes Jahr in den Mosfilm-Studios gedreht wurde. Er zeigt das Leben eines sowjetischen Hockeyspielers, der wie Bykow aus dem Oblast Tscheljabinsk nach Moskau zum Zentralen Sportklub der Armee (ZSKA) kam und darauf mit der Nationalmannschaft zahlreiche Erfolge errang. Endgültig zur Legende wurde Charlamow, als er 1972 beim allerersten Aufeinandertreffen der sowjetischen «Roten Maschine» mit den kanadischen NHL-Stars gleich zwei Tore zum 7:3-Erfolg schoss.

«Nein, nein. Man sollte Vergleiche zwischen ihm und mir vermeiden», so Bykow im Gespräch mit den FN. «Charlamow war Flügel, ich Center. Ich hätte gewünscht, sein Niveau zu erreichen. Durch die Spieler aus der Zeit Charlamows lernte ich überhaupt erst, Hockey zu lieben.»

Wege kreuzten sich

Bykows Wege kreuzten sich nur kurz mit denen Charlamows: Der Wahl-Freiburger spielte zu Beginn seiner Karriere mit Traktor Tscheljabinsk gegen Charlamows ZSKA Moskau. Vielmehr trat Bykow in seine Fussstapfen: Waleri Charlamow kam 1981 bei einem Autounfall ums Leben, Bykow trat im Jahr darauf in die Nationalmannschaft «Sbornaja» ein. Er trug die Nummer 27, nicht weil sie an Charlamow erinnerte, sondern, wie Bykow sagt, «weil sie gerade frei war».

In den 80er-Jahren wiederholten sich die Länderspielserien zwischen den Sowjets und den kanadischen NHL-Cracks. Und auch Bykow war dabei, spielte gegen Wayne Gretzky, Mark Messier und Dale Hawerchuck. Der Ausgang: «Manchmal gewannen wir, manchmal sie», so Bykow.

Slawa Bykow hat den Film «Legend No. 17» bei sich zuhause als DVD. Vor dem Freiburger Filmfestival hatte er ihn sich aber nie angeschaut. Es schien, als ob der Respekt vor Charlamow zu gross war. So war für Bykow die Vorführung am Mittwoch im Cap’Ciné eine Entdeckung.

«Der Film zeigt den Traum, der wahr wird, und die Leidenschaft, die in diesem Sport steckt», so Bykow nach der Vorführung. Der 54-Jährige spricht von Nostalgie und erinnert sich, wie für ihn der Traum bei ZSKA Moskau begann: «Vor dem ersten Training hat man uns eine Stunde durch das Museum von ZSKA geführt. Da begegneten wir all den Personen, welche die Aura dieses Sports ausmachten.»

Das Opfer für den Erfolg

Der Film «Legend No. 17» macht die Zuschauer auch mit Anatoli Tarassow bekannt, der Trainerlegende aus der Zeit Charlamows. Dabei schockiert der Film mit den brutalen Trainingsmethoden Tarassows. «Ja, auch ich habe solch brutale Momente erlebt; oft tat es weh», so Bykow. «Aber da musste man durch. Man muss Opfer bringen und lernen, sich selbst zu überwinden.»

Für Bykow war Tarassow ein Pionier und gleichzeitig ein Philosoph. Slawa Bykow wurde selber als Trainer der russischen Nationalmannschaft zweimal Weltmeister und sagt, dass heute die Trainingsmethoden ganz anders seien. «Gleich geblieben ist, dass ein Trainer den Charakter aus einem Spieler herausholen muss.»

Für Bykow war Waleri Charlamow eine charismatische Person mit einem noblen Charakter. Was im Westen damals kaum wahrgenommen worden sei: «Wir hatten bei ZSKA Moskau eine aussergewöhnliche Atmosphäre mit vielen grossen Persönlichkeiten. Wir waren Freunde und hatten Erfolg», so Bykow. Der Film zeige, was es brauche, um Erfolg zu haben; so habe er auch eine erzieherische Wirkung auf die Jungen.

Wenn nun Slawa Bykow «Legend No. 17» dem Freiburger Kinopublikum zeigt, führt er auf seiner Weise die Legende Charlamow weiter. Genau so, wie er es vor 30 Jahren auf dem Eis getan hat.

Legend No. 17 (Nikolaj Lebedew, Rus, 2013). Sa., 5.4., 20.15 Uhr, Cap’Ciné 5.

Durch Spieler wie die sowjetische Nummer 17 Waleri Charlamow entdeckte Slawa Bykow die Leidenschaft fürs Eishockey. Bild zvgEin Mahnmal in der Geschichte Russlands: «Stalingrad». Bild zvg«White Bim, Black Ear»: Sowjet-Kino von 1977. Bild zvg

Programm

Slawa Bykows Auswahl für Freiburg

Nebst «Legend No. 17» hat der ehemalige Hockeyspieler Slawa Bykow vier weitere Filme für das Freiburger Filmfestival ausgewählt:

Gentlemen of Fortune(Alexander Seryj, SU, 1971). Samstag, 5.4., 18 Uhr, Cap’Ciné 6: Ein gutmütiger Kinderkrippenleiter landet aufgrund einer Verwechslung im Gefängnis. Dort wird er für die Polizei aber noch nützlich.

Stalingrad(Fjodor Bondarchuk, Rus, 2013). Samstag, 5.4., 14 Uhr, Cap’Ciné 1: Der erste russische 3D- und IMAX-Film erzählt eine Liebesgeschichte inmitten der gewaltigen Schlacht von Stalingrad.

The Diamond Arm(Leonid Gayday, SU, 1969). Samstag, 5.4. 14.45 Uhr, Cap’Ciné 6: Ein sowjetischer Kulturtourist landet unverhofft im Diamantenschmuggel.

White Bim, Black Ear(Stanislav Rostotsky, SU, 1977): Ein Hund macht sich auf die Suche nach seinem Herrchen.uh

Mehr zum Thema