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Chemie – unser Leben, unsere Zukunft

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Chemie – unser Leben, unsere Zukunft

Autor: Imelda Ruffieux

Gäbe es keine chemischen Elemente, hätte sich weder die Erde entwickelt, noch könnten die Menschen den Planeten bevölkern. Neben der naturgegebenen Chemie hat auch der Mensch die unerschöpflichen Möglichkeiten von chemischen Umwandlungsprozessen erkannt. Diese Entwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen, wie Katharina Fromm, Professorin an der Universität Freiburg, in einem Gespräch ausführt.

Katharina Fromm, was wäre die Menschheit ohne

Chemie?

Wir wären wahrscheinlich gar nicht da. Die ganze Welt, jeder Mensch besteht aus Chemie, sein Stoffwechsel besteht aus chemischen Prozessen. Was wir atmen und essen, alles ist Chemie und besteht aus Atomen und Molekülen. Es gäbe also gar kein Universum, denn Materie ist Chemie. Chemie steckt in allem, in allem steckt Chemie.

Wenn wir von der von Menschen genutzten und betriebenen Chemie sprechen: Ohne Chemie wären wir noch zu Fuss unterwegs und mit Bärenfell bekleidet. Wir könnten unsere optischen Schwächen nicht korrigieren, die Haare nicht färben, das Essen nicht haltbar machen und bestimmte Krankheiten nicht heilen. Auch alles, was irgendwie aus Plastik oder Metall ist, wurde dank der vom Menschen genutzten Chemie möglich. Ohne diese Chemie wären wir noch steinzeitmässig unterwegs.

Es wäre uns ohne industrielle Chemie auch gar nicht möglich, so viele und ausreichend Lebensmittel zu produzieren, um die heutige Menschheit durchzufüttern.

Warum ist der Begriff «Chemie» eher negativ belastet?

Dazu haben sicher Industrie-unfälle und -katastrophen beigetragen. Der Mensch geht bei seiner Forschertätigkeit und seiner Neugier, die Umwandlung von Materie beherrschen zu wollen, gewisse Risiken ein. Die Sicherheitsstandards sind in unseren Ländern zwar sehr hoch. Ein Zwischenfall kann aber nicht vollständig ausgeschlossen werden. Es gilt: ohne Forschung kein Risiko – aber auch kein Fortschritt.

Es fällt auf, dass der Begriff «Chemie» häufig nur bei Unfällen verwendet wird. Im Umgang mit Medikamenten wird von der Pharmabranche gesprochen. Wenn es «gute» Chemie ist, spricht man von Bio oder eben Pharma, wenn nicht, ist es Chemie. So prangern Spitzenköche den Lebensmittelzusatz E 330 an. Dabei ist dies die Abkürzung für Zitronensäure. Um sie auf natürliche Weise in ausreichendem Mass zu gewinnen, müssten wir alle nur noch Zitronen anbauen. Hier hilft also die Chemie.

Dann beruht dieser Ruf auf Unwissen?

Ja, vieles wird missverstanden, ist negativ verschrien oder wird verallgemeinert. Weil man die kleinen Atome in der Materie nicht beobachten kann, ist Chemie abstrakt und schwer nachvollziehbar. Und wenn der Mensch etwas nicht kennt, dann hat er die Tendenz, diesem Schuld für alles Mögliche zu geben.

Warum ist ein Studium in Freiburg attraktiv?

Es ist das gute Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten, das uns ausmacht. In dieser überschaubaren Gruppe wird jeder Studierende persönlich betreut. Er oder sie ist keine Nummer unter vielen. Unsere Türen stehen immer offen für Probleme und Fragen. Und das geht über alle Stufen des Studiums: vom Bachelor über den Master bis zum Doktoranden. Wir ziehen alle am gleichen Strang. Das macht unser Departement aus.

Wer studiert in Freiburg Chemie?

Die Hälfte der ca. 70 Studierenden stammt aus der Region Freiburg. Sie werden von etwa 25 Assistenten betreut. Attraktiv am Studienstandort Freiburg ist neben dem guten Betreuungsverhältnis die Mehrsprachigkeit des Studiums. Der Bachelor wird auf Deutsch und Französisch, der Master auf Englisch gemacht. Das flösst vielleicht einigen Studierenden anfangs etwas Angst ein, sollte es aber nicht. Die naturwissenschaftlichen Ausdrücke sind in den anderen Sprachen leicht zu lernen. Später ist es dann ein Riesenvorteil, denn bei vielen Stellenausschreibungen werden mindestens drei Sprachen verlangt. Dieser Vorteil wird meiner Meinung nach noch zu wenig wahrgenommen. Mir macht es Spass, dies zu fördern. So kommt es vor, dass ich den ersten Teil einer Vorlesung auf Deutsch und den zweiten auf Französisch halte. Was wichtig ist, wird in beiden Sprachen wiederholt.

Gibt es genügend Studenten?

Die Schweiz bildet nicht genügend Chemiker aus, um den eigenen Bedarf auf allen Forschungsebenen zu decken. Es werden deshalb immer wieder Berufsleute aus dem Ausland angeworben. Die Chemie ist eine Domäne, in der man etwas Neues schaffen kann, Substanzen und Techniken, die wichtig für die Menschheit sein könnten.

Das Studium ist anspruchsvoll und intensiv. Es braucht Grundlagen aller Naturwissenschaften wie Physik, Biologie und Mathematik. Das Interesse ist in den letzten Jahren erfreulicherweise gestiegen. Dazu beigetragen hat vielleicht auch, dass der Beruf des forschenden Wissenschaftlers durch TV-Sendungen wie CSI sehr positiv dargestellt wird.

Was gefällt Ihnen persönlich an Ihrem Beruf?

Wie man mit den 26 Buchstaben des Alphabets unendlich viele Wörter bilden kann, so kann ich dies mit den rund 100 chemischen Elementen tun. Für mich ist es faszinierend, was für immer neue Kombinationen möglich sind. Dank dem Zusammenspiel von Atomen aus verschiedenen Elementen entstehen neue Moleküle und damit Stoffe, die etwas bedeuten. In diesem Beruf kann man seine Kreativität ausleben und vielleicht etwas entwickeln, was für den Fortschritt der Menschheit oder die Allgemeinheit nützlich ist. Ich kann im Labor Substanzen herstellen, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt.

Die Natur hatte lange Zeit, ihre Chemie so genial zu gestalten, dass menschliches Leben sich entwickeln konnte. Wir können nur versuchen, mit unseren Möglichkeiten die Chemie der Natur als Inspiration und Vorbild zu nutzen, zum Beispiel Aspirin, dessen Wirkstoff in der Rinde der Weide vorkommt. Bei der Entwicklung von Krebsmedikamenten kann der Mensch beides, er lässt sich von der Natur inspirieren, z.B. bei Taxol, während auch rein künstliche Substanzen extrem wirksam sein können, wie das berühmte cis-Platin.

Vom 8. bis 13. Februar ist das Team des Departements für Chemie am «Forum der Berufe» in Freiburg am Stand der Universität anzutreffen.

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