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China: eine Bedrohung?

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Kai Strittmatter, einer der besten Chinakenner im deutschsprachigen Raum, hat 15 Jahre in China als Journalist gearbeitet und in dieser Zeit eine langsame «Neuerfindung der Diktatur fürs Informationszeitalter» beobachtet. Unter Staats­präsident Xi Jinping grenzt sich das Land zusehends von westlichen Gesellschaftsmodellen ab.

Mit der Unterstützung modernster Informationstechnologien ist die Regierung auf bestem Wege, den perfekten Überwachungsstaat zu schaffen. Was die Realisierung und der Erfolg eines derartigen Systems für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft in China, aber auch für die demokratisch geprägten westlichen Gesellschaften bedeuten kann, beschreibt Strittmatter übersichtlich und verständlich.

Und nicht zuletzt interessieren sich Diktaturen und Autokratien für das chinesische Überwachungssystem: hervorragend geeignet, um das Volk zu überwachen, zu kontrollieren und notfalls zu knüppeln.

Das Buch könnte aktueller und brisanter nicht sein.

Der Autor hat es gedanklich in drei Themenblöcke gegliedert. Der erste setzt sich mit den klassischen Mechanismen der Diktatur auseinander, der zweite beschreibt die Neuerfindung der Diktatur im Reich der Mitte. Und drittens stellt sich die Frage, ob das chinesische Modell auf längere Sicht funktionieren kann, und falls ja, was das für unsere Gesellschaften bedeutet. Denn China gewinnt weltweit stetig an Einfluss und profitiert dabei von der momentanen Schwäche der westlichen Demokratien. Denken wir nur an die sogenannte «Seidenstras­se.» Mit diesem gewaltigen, alle bisherigen Dimensionen sprengenden Projekt geht ein gigantischer Infrastrukturausbau einher, der China zu Lande und zu Wasser mit dem Rest der Welt verbinden und so zu einem weltweiten Wirtschaftsaufschwung führen soll.

Ist es eher eine Chance für uns oder riskieren wir aus lauter wirtschaftlichen Gründen unsere Unabhängigkeit?

Strittmatter ist überzeugt, dass man in Europa diese wirtschaftlichen und politischen Veränderungen noch gar nicht richtig zur Kenntnis genommen hat. Seiner Ansicht nach stellen sich für uns Europäer in Bezug auf die unterschiedlichen Menschenbilder folgende Fragen: Wie viel Individualität erträgt der chinesische Staat, wie viel freie Meinungsäusserung oder gar Widerspruch? Im Rahmen der auch bei uns fortschreitenden und in alle Lebensbereiche sich einnistenden Digitalisierung gilt es, wachsam und kritisch zu sein, wenn wir nicht wollen, dass unsere Gesellschaft mittels Sozialpunkte-System normiert und kontrolliert wird. Denn bei uns wird in Ansätzen – vorläufig noch im kommerziellen Bereich – auch schon einiges praktiziert. Es ist beängstigend, was sich die kommunistische Partei Chinas alles einfallen lässt, um mithilfe von Big Data, der künstlichen Intelligenz und der Neuen Medien den perfektesten Überwachungsstaat der Geschichte zu schaffen.

«Viel mehr als mit dem Finger auf China zu zeigen, geht es darum, dass wir uns an der eigenen Nase nehmen. China spaltet Europa? Ja, schon. Aber spalten kann man nur, was sich spalten lässt.» Der Autor appelliert an Europa, sich auf die Anziehungskraft seines Gesellschaftsmodells und seiner Werte zu besinnen, Stärke zu zeigen und seine Naivität abzulegen.

Kai Strittmatter: «Die Neuerfindung der Diktatur: wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert». Sachbuch: München: Piper, 2018, 287 S.

Aldo Fasel ist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien-Oberschrot-Zumholz.

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