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China im Untergeschoss

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Im Untergeschoss des Museums für Kunst und Geschichte springt es einen förmlich an, dieses China. Die knalligen Farben, die Formen, die an chinesische Kalligrafie erinnern, und die grossformatigen Bilder, welche die Besucherinnen und Besucher fast verschlucken und etwas überfordern. So wie ein Besuch in China den Durchschnittseuropäer auch ziemlich überfordern kann.

Wie das ist in China, das haben die beiden Freiburger Künstler Wojtek Klakla und Pierre-Alain Morel, die zusammen seit rund zwanzig Jahren das Künstlerkollektiv Institut Créole bilden, im Sommer vor einem Jahr erlebt. Im Rahmen eines von der Schweizer Botschaft unterstützten Künstleraustauschs verbrachten sie vierzig Tage in China. Ein chinesischer Künstler hatte sie zu sich eingeladen. Rund 600 Kilometer westlich von Peking baut dieser eine alte Papierfabrik in ein Museum um und bietet dort auch Residenzen für Künstler an. «Als wir ankamen, waren die Atelierräume noch nicht fertig. Die Museumsbetreiber haben uns dann kurzerhand einen Raum im Museum zur Verfügung gestellt, die dort ausgestellten Bilder abgehängt und uns darin malen lassen», sagt Pierre-Alain Morel.

15 Stunden malen

Und die beiden malten. «Wir haben eigentlich nur gearbeitet, 15, 16 Stunden am Tag», so Morel. «Die vierzig Tage haben sich angefühlt wie ein Jahr.» Rund fünfzig grossformatige Gemälde sind entstanden; die meisten haben Morel und Klakla individuell angefertigt, einige auch zusammen.

Obwohl die beiden ihr riesiges Atelier nur selten für Ausflüge verliessen, haben sie das Gefühl, China gut kennengelernt zu haben. «Wir hatten viel Besuch von der lokalen Bevölkerung und konnten uns dank einer Übersetzerin auch mit den Leuten unterhalten.» Die Reaktionen der chinesischen Besucherinnen und Besucher seien sehr interessant gewesen. «Sie haben einen ganz anderen kulturellen Hintergrund und sehen in den Bildern ganz andere Dinge als wir», sagt Morel. Die Künstler versuchten, mit den Chinesinnen und Chinesen auch über sensible politische Themen zu diskutieren, was aber schwierig gewesen sei. «Sie wollten nicht darüber sprechen», erzählt Morel.

Wojtek Klakla stellt diese Selbstzensur in einem Bild dar, auf dem sich eine Frau die Faust in den Mund steckt. «Ich glaube, viele der chinesischen Besucher haben die Anspielung nicht recht verstanden. Sie fanden das Bild bloss witzig und machten Fotos mit ihren Kindern davor», erzählt Klakla.

Immer wieder tauchen in den Bildern Gesichtsmasken auf – obwohl diese vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie entstanden sind. «Masken waren in China schon vor der Pandemie weit verbreitet», so Klakla. «Als wir dort waren, konnten wir uns nicht vorstellen, dass sie auch bei uns zum Alltag werden würden.»

Freiburg statt Peking

Die Pandemie durchkreuzte auch die Ausstellungspläne der beiden Künstler. Eigentlich hätten die Bilder im April in Peking ausgestellt werden sollen, was dann nicht möglich war. Morel und Klakla entschieden, die Gemälde in die Schweiz zu holen, und nun sind sie in Freiburg zu sehen. «Wir hätten gerne die Reaktionen des Pekinger Publikums gesehen», so Klakla. «Aber vielleicht ist es besser, die Werke in Freiburg zu zeigen», fügt er mit einem verschmitzten Blick auf das Bild mit der Frau und der Faust hinzu.

Programm

Ein neues Format im Museum

Die Ausstellung «Die vierzig Tage des Institut Créole in China» (siehe Haupttext) markiert den Beginn des neuen Formats «Museoscope» im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg. Museumsdirektor Ivan Mariano erklärt: «In diesem Format wollen wir ganz verschiedene Themen aufgreifen.» Viermal im Jahr soll eine solche Ausstellung im Untergeschoss stattfinden. «Wir wollen sie etwas spontaner organisieren, so dass wir auch einmal aktuelle Themen aufgreifen können», so Mariano. Denkbar wäre auch, ein Thema der grossen Wechselausstellung aufzugreifen und zu vertiefen. Mit verschiedenen Anlässen will das Museum zudem den Kontakt zwischen Publikum und Künstlerinnen und Künstlern fördern. Zur aktuellen Ausstellung finden fünf Anlässe statt (siehe unten). Mariano bezeichnet die Zusammenarbeit mit den Künstlerin Wojtek Klakla und Pierre-Alain Morel für den Auftakt von «Museoscope» als Glücksfall.

nas

Anlässe: Do., 8. Oktober, 18.30 Uhr: Vernissage (ausgebucht). Fr., 9. Oktober, 18 Uhr: Performance der Künstler.Sa., 10. Oktober, 18 Uhr: Präsentation der Werke durch die Künstler.So., 11. Oktober, 15 Uhr: Austausch und Diskussion mit den Künstlern.So., 1. November, 15 Uhr: Finissage in Anwesenheit der Künstler.

Die Platzzahl für die verschiedenen Anlässe ist beschränkt. Das Museum bittet um eine Anmeldung unter:mahf@fr.ch

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