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Chor CantaSense interpretiert eine Rarität

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 Es erstaunt immer wieder, welches enorme Kulturangebot Freiburg bietet: Konzerte, Theater, Vorträge. Dazu trägt auch der Regionalchor CantaSense einiges bei. Regelmässig lädt er zum Konzert ein. Alle drei Jahre präsentiert er auch ein grösseres Werk, was sowohl für den Chor wie auch für das Publikum jeweils ein besonderes Ereignis ist. 2011 war es das «Alexander-Fest» von Händel.

Freiburger Premiere

Am Wochenende nun Spohrs Oratorium «Die letzten Dinge». Beides Werke, die eher selten aufgeführt werden oder in Vergessenheit geraten sind, wie dies mit Spohrs Oratorium lange Zeit der Fall war. Erst im Spohr-Jahr 2009–150 Jahre nach seinem Tod–ist es allmählich auf die Podien der Welt zurückgekehrt. So erlebte das begeisterte Publikum am Samstag quasi eine Freiburger Premiere.

Entdeckung

Tatsächlich fragt man sich, warum so ein Werk, das kurz nach seiner Uraufführung 1826 in Kassel ein Welterfolg wurde, in Vergessenheit geraten konnte. Spohr hat darin Todes- und Ewigkeitsvisionen aus der neutestamentlichen Offenbarung des Johannes in eindringlicher Weise musikalisch gestaltet: Das Werk besticht durch eine meisterhafte Instrumentation, gross angelegte Rezitative und innige Chorpartien. Mit seinen kurzen Solo- und Ensemblenummern ist das Werk aussergewöhnlich und eine Entdeckung sowohl für die Ausführenden wie auch für das Publikum. Dank sei dem Dirigenten für seine unermüdliche Suche nach Trouvaillen.

Chor gut vorbereitet

Der aufwühlenden Dramatik sind CantaSense, das Kammerorchester Freiburg und die vier Solisten durchwegs gerecht geworden. Dirigent Bernhard Pfammatter verstand es, mit grosser musikalischer Eloquenz den 19 Nummern einen eigenen Charakter zu verleihen. Der Chor warausgezeichnet vorbereitet, quasi jedes Wort verständlich, die Phrasen schön durchartikuliert. Homogen und fein intoniert gestalteten sich die Stimmen, transparent und ausdrucksstark in den Chorfugen. Ein eindrückliches Beispiel hiefür etwa der Abschnitt «Und alle Kreatur, die im Himmel ist und auf Erden».

Faszinierendes Ineinandergehen

Die vielleicht eindrücklichsten Momente ergaben sich in den leisen und verhaltenen Stellen wie etwa in dem sanften, beinahe verletzlich vorgetragenen «Heilig ist Gott der Herr» für Tenorsolo und Chor. Inmitten der unheilverkündenden Endzeit-Melodien lud auch das A-cappella-Stück «Selig sind die Toten» für Quartett mit Chor zum melancholisch-kontemplativen Verweilen ein.

Diese Verflechtung von Chor und Solisten war denn am Samstagabend auch das Faszinierende dieses Werks von Spohr. Dass Rezitative durchwegs orchestral begleitet sind, und nicht nur mit Cembalo oder Orgel wie üblich, ist ein Weiteres.

Mit den vier Solistinnen und Solisten – ausgewählt durch den Dirigenten–waren in Freiburg auch neue Stimmen zu hören. Dabei beeindruckte vorab Clemens-C. Löschmann mit einer selten gehörten wohltimbrierten Tenorstimme. Aber auch die Sopranistin Maria Bernius gilt es, hervorzuheben. Von auserlesener Schönheit zeigt sich etwa das Sopran/Tenor-Duett «Sei mir nicht schrecklich in der Not». Zum guten Gelingen trugen aber auch Alexandra Busch, Alt, und der Bass Peter Brechbühler bei.

Lob an Orchester

Ein besonderes Lob ver- dient aber auch das Kammerorchester Freiburg mit seinem differenzierten Spiel – wenn auch stellenweise etwas zu klangkräftig.

Immenser Einsatz

Die Aufführung eines solchen Werkes ist mit einem immensen Einsatz verbunden. Seit Anfang Jahr probte der Chor. Dafür bedankte sich das Publikum mit grossem Applaus. Doch letztlich ha- ben solche kulturelle Ereignisse nur Zukunft, wenn die finanzielle Unterstützung gewährleistet ist.

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