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Christinnen und Musliminnen im Dialog

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Christinnen und Musliminnen im Dialog

Frauen beider Religionen kommen ins Gespräch

Im Gemeinschaftszentrum in Marly trafen sich junge und ältere Frauen, um gemeinsam Vorurteile oder Unsicherheiten abzubauen. Musliminnen und Christinnen können problemlos miteinander lachen, diskutieren, essen oder sich in Streitgespräche verwickeln.

Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

«Wir wollen unser Zusammenleben als Chance wahrnehmen und versuchen, mehr voneinander zu lernen», sagte Mariann Pfaff, Präsidentin des katholischen Frauenbundes Deutschfreiburg, am gemeinsam mit der Vereinigung der Schweizer Musliminnen von Freiburg organisierten Treffen. Das Tagesmotto in Marly hiess: «Die Stellung der Frau im Christentum und im Islam».

Irene Neubauer, Theologin und Religionswissenschafterin, referierte über Frauen im Christentum zwischen Ideal und Wirklichkeit. Dorothea Wehrlis Thema hiess: Die Gleichwertigkeit von Mann und Frau im Koran. Rund dreissig Frauen nahmen an der Tagung teil, an der die persönlichen Gespräche genauso Platz hatten wie die Vorträge, Gruppenarbeiten und das gemeinsame Essen und Gebet.

Musliminnen und
das Recht auf Bildung

Dora Wehrli, zum Islam konvertierte ehemalige Christin, informierte über die Rechte der Musliminnen und verglich Texte aus dem Koran mit denjenigen aus der Bibel. Zu den Rechten der Frauen gehöre es, sich zu bilden, den Ehemann zu wählen, die Brautgabe selber zu verlangen, Verdienst und Besitz zu haben und die Scheidung zu verlangen. Im Islam gelte per se die Gütertrennung, das heisst, die Frau verfüge uneingeschränkt über Eigentum und allfälligen Verdienst, währenddem der Mann vollumfänglich für die Belange der Familie aufzukommen habe. Der Islam stelle eine ganzheitliche Lebensweise dar und ziehe immer die natürliche Veranlagung des Menschen in Betracht, er empfiehlt die Ehe.

Zum umstrittenen Abschnitt: «Darf der Mann die Frau schlagen?» zitierte Wehrli mehrere Textpassagen aus dem Koran, z.B.: «Ist es für einen von euch wirklich möglich, seine Frau zu schlagen, als wäre sie eine Sklavin, und dann am Abend zu ihr zu gehen?» Einer anderen Überlieferung zufolge verbot der Prophet, Frauen überhaupt zu schlagen: «Schlagt niemals Gottes Dienerinnen!» Überdies hätten viele Gelehrte betont, dass die Schläge nur ein letztes Mittel sein dürften, wenn sich die Frau «auf eindeutige und offensichtliche Weise unmoralisch verhalten hat», und dass die Schläge keine Schmerzen verursachen dürften.

In ihrem Vortrag zitierte die Christin Irene Neubauer zu Beginn einen Religionswissenschaftler: «Die Frau war immer die beste Freundin der Religion, die Religion aber selten die beste Freundin der Frau.» Sie sprach auch von der aktuellen Situation der Christinnen. «Im Christentum gibt es auch heute eine grosse Bandbreite an Strömungen und Auffassungen, was die Rolle der Frauen angeht. Überall auf der Welt, in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa sind es vor allem die Frauen, die an der Basis engagiert sind und den grössten Teil der Freiwilligenarbeit leisten. Das gesellschaftlich akzeptierte Verhalten und die eigene Verantwortlichkeit beeinflussen die Entscheidungen auch der praktizierenden katholischen Frauen meist mehr als die oft erstarrten Normen einer bis heute von Männern geprägten kirchlichen Moral».

Berührungsängste
Christin – Muslimin?

Am samstäglichen Treffen zwischen Christinnen und Musliminnen in Marly gab es keine Berührungsängste. Freudig begrüssten sich die Frauen mit ihrem Vornamen, tauschten Erlebnisse aus und stellten einander Fragen zu den Vorträgen und zu persönlich Erlebtem. In den Workshops wurde eifrig debattiert. Wie lebe ich meine Religion im Alltag, was bedeutet mir der Koran, die Bibel, welches sind Berührungsängste vor Erwartungen an Christen bzw. Muslimen, wie können Begegnungen zwischen Christinnen und Musliminnen gefördert werden und was bedeuten mir religiöse Feste und Bräuche? So hiessen die Themen, die von Musliminnen und Christinnen gemeinsam besprochen worden sind.

Adressen: Katholischer Frauenbund Deutschfreiburg,
E-Mail: frauenbundfreiburg@gmx.ch, Präsidentin, Mariann Pfaff-Weber,
E-Mail: mapfaff@gmx.ch, Verein der Schweizer Muslimas in Freiburg, 026 658 01 18, Verein der Muslime Freiburgs, 026 436 30 22.

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