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Collège-Schüler müssen früher aufstehen

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«Dank der neuen Fahrpläne spare ich Zeit.» So steht es auf einem Flyer der Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF, die den Pendlern am frühen Montagmorgen in Murten ausgehändigt wurde. Doch der neue Fahrplan bringt Nachteile: Insbesondere für die Collège-Schülerinnen und -Schüler aus Galmiz, Muntelier, Villarepos und Cordast hat sich die Situation verschlechtert.

«Es nervt mich schon», sagt eine Schülerin aus Galmiz. «Ich muss 30 Minuten früher aufstehen als vorher und auch noch eine Viertelstunde in Murten warten.» Gut zehn Jugendliche steigen um 06.37 Uhr in den Zug in Galmiz ein. Vor dem Wechsel nahmen sie den Zug um 07.07 Uhr. Die drei Kollegien Gambach, Sankt Michael und Heilig Kreuz in Freiburg starten um 8 Uhr mit dem Unterricht. Die meisten Schüler tragen Kopfhörer. Musik über Spotify zu hören sei angesagt während der Zugfahrt, sagt ein Gymnasiast des Kollegiums Gambach, «mit Musik ist der lange Weg okay». In Muntelier steigen weitere Schüler ein, auch sie müssen früher aus dem Bett und in Murten auf den Zug nach Freiburg umsteigen (siehe Tabelle).

Während den 14 Minuten Wartezeit lehnen sie sich mit dem Smartphone in der Hand ans Geländer auf Gleis 4. «Ich muss mich jetzt halt daran gewöhnen», sagt eine Schülerin und zuckt mit den Schultern. «Jetzt ist es halt so.» Allenfalls werde er noch die Verbindung über Bern prüfen, sagt ein 18-jähriger Galmizer, der sich im vierten und letzten Col­lège-Jahr befindet: «Über Bern muss ich zwar erst um 06.51 am Bahnhof Galmiz sein, komme aber knapp in Freiburg an.» Vielleicht schaffe er es ja, innert fünf Minuten im Schulzimmer des Kollegiums Gambach zu sitzen. «Aber das wird schon eng.»

Kein Sitzplatz bleibt frei

Der Perron in Murten füllt sich. «Auch die Direktverbindung nach Kerzers ist gestrichen», sagt ein Mann spontan zu den FN, «der neue Fahrplan bringt nicht nur Vorteile für den Seebezirk», gibt er zu bedenken. Der Zug fährt ein, und die Türen öffnen sich. Rasch sind die Sitzplätze der zweiten Klasse besetzt. Ein paar Jugendliche machen es sich in der ersten Klasse bequem, «hier hat es ja noch viel Platz», sagt ein Schüler zu seinem Kollegen und lacht. Der Lärmpegel im Wagen steigt.

In Courtepin drängen erneut zahlreiche Jugendliche und auch einige wenige Erwachsene in den Zug. Der Waggon ist proppenvoll, die Lärmkulisse erreicht einen neuen Höhepunkt. Kurz vor Freiburg bringen sich die Jugendlichen in Stellung. Auf welcher Seite der Ausstieg sein wird, ist mit dem Fahrplanwechsel jedoch nicht klar. Es ist 07.28 Uhr, die Türen öffnen sich, und die Masse drängt nach draussen Richtung Unterführung. Auf der Rampe gibt es einen veritablen Stau. Erst in der Unterführung trennen sich die Wege der Schülerinnen und Schüler der drei Kollegien.

Wetterprobleme

Strecke Palézieux–Semsales war ein zweites Mal unterbrochen

Wegen einer vereisten Fahrleitung war die Strecke zwischen Palézieux und Semsales seit Montagmorgen unterbrochen. Die Freiburger Verkehrsbetriebe TPF setzten Ersatzbusse ein. Um 8.30 Uhr wurde die Störung gestern behoben, teilten die TPF mit.

Wegen «massiv vereister Gleise» war dieser Streckenabschnitt bereits am Sonntag gesperrt. Zwischen 13.45 und 21 Uhr konnten keine Züge verkehren. An beiden Tagen konnte der Fahrplan mit Ersatzbussen grösstenteils eingehalten werden, so die TPF.

jmw

Reaktionen

Die Gemeinden zeigen sich zufrieden über den neuen Fahrplan

«Mit dem Fahrplanwechsel haben wir eines unserer Hauptziele erreicht: den Halbstundentakt zwischen Murten und Freiburg», sagt Ursula Schneider Schüttel, Vize-Stadtpräsidentin von Murten, auf Anfrage. Der Fahrplan sei jetzt insgesamt besser. Der Zug von Murten nach Freiburg erreichte die Kantonshauptstadt bisher gegen 07.50 Uhr. Das sei für die Schüler zeitlich knapp gewesen. Der Unterricht in den Kollegien beginnt meistens um 8 Uhr.

Das Kollegium Heilig Kreuz ist am weitesten vom Bahnhof Freiburg entfernt. «Dennoch kommen Schüler nur vereinzelt zu spät», sagt die Rektorin Christiane Castella Schwarzen.

Die frühere Ankunft der Schüler in Freiburg bewertet François Piccand, Dienstchef des kantonalen Amts für Unterricht der Sekundarstufe 2, als «unglücklich, aber aus unserer Sicht vertretbar. So sind die Schüler sicher nicht zu spät.»

Die Schüler aus Galmiz müssen neu in Murten auf ihren Anschlusszug warten. Der Ammann von Galmiz, Thomas Wyssa, sieht im neuen Fahrplan eine «bessere Gesamtsituation» und gleichzeitig «Nachteile für die Schüler». Dass die Züge nach Freiburg und Bern in seiner Gemeinde nun häufiger stehen bleiben, sei positiv. Die berufstätige Bevölkerung von Galmiz sei eher Richtung Bern orientiert, die Schüler Richtung Freiburg. In Gurmels war die Erhaltung des Busses von Cordast und Guschelmuth nach Gurmels das Hauptziel. «Wegen der geringen Auslastung drohte diese Linie vom Fahrplan zu verschwinden», sagt Gemeinderat Thomas Fontana. Nun fahre der Bus früher und treffe rechtzeitig bei der OS Gurmels ein. So könnten die OS-Schüler mitfahren und die Auslastung des Busses verbessern.

Auf Anfrage unterstreichen die TPF, dass die Verantwortung für die Fahrplankonzepte bei den Kantonen, den Gemeinden und den Gemeindeverbänden liege.

jmw

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