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«Corona zeigt, dass wir mit dem Lehrplan 21 auf dem richtigen Weg sind»

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«Es darf nie mehr eine generelle Schliessung aller Schulen geben.» Andreas Maag, Dienstchef des kantonalen Amts für deutschsprachigen obligatorischen Unterricht (DOA), sagt dies in entschiedenem Ton. Zwar sind er und seine Stellvertreterin Marianne Küng des Lobes voll, was das Covid-Krisenmanagement im Schulwesen angeht. «Die Zusammenarbeit mit der Schuldirektion und den Schulen war sehr eng, alle Beteiligten haben sehr viel Verantwortung übernommen», sagt Küng. Und Maag ergänzt: «Bei den Diskussionen mit dem kantonalen Führungsorgan waren wir zwar hartnäckig, weil wir auf klare Antworten angewiesen waren, beispielsweise in Bezug auf die Schutzmassnahmen. Aber am Ende haben wir sie immer bekommen.» Kurzum: Die bestehenden horizontalen und vertikalen Organisationsstrukturen hätten sich bewährt, und neue Kanäle wie Video­konferenzen seien schnell etabliert gewesen.

Ungleichheiten verstärkt

Marianne Küng sagt aber auch: «Die Wochen nach dem Lockdown waren eine grosse Herausforderung.» Und eines sei klar: Kreative Websites, die in den einzelnen Schulen während des Fernunterrichts entstanden sind, neue digitale Unterrichtsformen und die Nutzung von bestehendem digitalem Unterrichtsmaterial sowie das Engagement der Lehrpersonen, um mit Eltern und Schülern in möglichst engem Kontakt zu bleiben – all das vermochte der Chancenungleichheit nicht die Stirn zu bieten. «Wenn es in einer Familie nur ein Handy und einen Computer gibt, die alle gleichzeitig für die Schule, fürs Home­office oder auf der Arbeit brauchen, wird es schwierig. Die Krise hat die Chancenungleichheit unter den Schülerinnen und Schülern klar verschärft», so Maag.

Neue Kompetenzen gefördert

Gleichzeitig hat die Corona-Krise auch viele positive Entwicklungen bei den Schülerinnen und Schülern angestossen. Angefangen bei den Abstands- und Hygieneregeln, die den Kindern ein ganzes Leben lang zugutekommen werden. Und aufgehört bei den überfachlichen Kompetenzen. «Nebst dem Erwerb von digitalen Kompetenzen lernten die Schülerinnen und Schüler vor allem, sich eigenständig zu organisieren», sagt Küng.

Nun gelte es, diese und andere überfachliche Kompetenzen noch verstärkt in die weitere Schul- und Unterrichtsentwicklung zu integrieren und systematisch aufzubauen. Das könne mit verschiedenen Mitteln geschehen, so Küng: mithilfe von praxisnahen Aufgaben und Unterrichtskonzepten, die selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen erlauben – beispielsweise durch arbeitsteiliges Suchen nach Lösungen –, mithilfe von Projektarbeiten sowie durch formatives Feedback durch die Lehrpersonen.

Viele Lehrpersonen hätten dies schon gemacht, indem sie mit den Schülerinnen und Schülern Aktualitäten wie das Thema Corona behandelt hätten, sagt Andreas Maag. Dabei sei es nicht nur um das Zusammentragen von Wissen und Fakten gegangen, sondern auch darum, zu erörtern, was über hundert tägliche Ansteckungen für einen Kanton oder ein Land bedeuten.

Visionen für die Zukunft

Diese Art des Unterrichtens ist auch Teil des Lehrplans 21, dessen Implementierung seit drei Jahren läuft und in weiteren drei Jahren abgeschlossen sein soll. «Die Corona-Pandemie hat uns darin bestätigt, dass wir mit dem Lehrplan 21 auf dem richtigen Weg sind», freut sich Küng. Klarheit werde aber erst eine Evaluation in drei Jahren bringen. Und erst im Anschluss könnten weitere Visionen entwickelt werden. Möglicherweise werde es dann darum gehen, wie all jene Kompetenzen vertieft werden können, über die Maschinen oder künstliche Intelligenz nicht verfügen. Schlagwörter sind: Kreativität, kritisches Denken, Kooperation, Kommunikation. Das Fernziel sei klar, sagt Maag: «Die Schülerinnen und Schüler sollen in einer sich rasant verändernden Welt zu autonomen und handlungsfähigen Menschen erzogen werden.»

Informatik als Basis

Um so weit zu kommen, müssen die Freiburger Schulen zuerst aber noch an ihrer digitalen Fitness arbeiten. 40 Prozent der Lehrpersonen haben bisher die obligatorische Weiterbildung zu den «Informa­tions- und Kommunikationstechnologien an den Schulen» absolviert. «Sie waren während des Fernunterrichts klar im Vorteil», so Maag. Die verbleibenden 60 Prozent haben noch bis 2022/23 Zeit, die erforderlichen Anwendungskompetenzen zu erwerben.

Digitale ID

Ab dem kommenden 19.  Oktober werden zudem alle Schülerinnen und Schüler ab der 5H sowie der gesamte Lehrkörper über eine eindeutige eigene digitale Identität (ID) und Mailadresse verfügen. Sie wird vom Kanton zentral vergeben und gesteuert und bleibt dieselbe während der ganzen Ausbildung bis hin zur Universität. Die ID ermöglicht den Schülerinnen und Schülern den Zugriff auf digitale Dienste, also beispielsweise auf die Online-Angebote von Lehrmittelverlagen, auf Cloud-Lösungen oder Lern-Apps. Vorerst wird dies allerdings nur auf kantonaler Ebene möglich sein. Im kommenden Jahr soll die ID im Rahmen von Edulog, das Educanet-2 ablöst, auch bundesweit einsetzbar sein.

Microsoft Office 365

Ab November steht den Freiburger Schülerinnen und Schülern von der 5H bis zur 11H zudem das Programmpaket Microsoft Office 365 zur Verfügung. «Die digitalen Werkzeuge werden neue lehrplangerechte Möglichkeiten für das Lernen und Lehren sowie neue Kommunikationsanwendungen eröffnen», betont Maag. Dies sei ein zentraler Schritt, der die Forderungen des Kantonalen Konzepts für die Integration von Medien und IKT (Medien, Bilder, Informations- und Kommunikationstechnologien) perfekt erfülle. «Dass die digitale Aufrüstung jetzt kommt, ist sicher auch Corona geschuldet», sagt Maag. Denn das Projekt Microsoft Office 365 existiert bereits seit längerer Zeit, wurde aber aus Datenschutzgründen immer wieder verzögert.

Corona hat im Freiburger Schulwesen also einiges bewegt. Wohin die Reise tatsächlich führt, wird man aber erst in ein paar Jahren sehen.

«Die Krise hat die Chancen­ungleichheit unter den Schülerinnen und Schülern klar verschärft.»

Andreas Maag

Leiter Amt für deutschsprachigen obligatorischen Unterricht

«Die Wochen nach dem Lockdown waren eine grosse Herausforderung.»

Marianne Küng

stellvertretende Leiterin Amt für deutschsprachigen obligatorischen Unterricht

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