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Damien Piller erhält Schützenhilfe

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Das Aufgebot im NH Hotel in der Stadt Freiburg gestern war gross: Nebst Damien Piller, der vom Migros-Genossenschaftsbund (MGB) in Zürich und der Direktion der Genossenschaft Migros Neuenburg Freiburg (MNF) der Bereicherung bezichtigt wird, waren sein Anwalt Albert Nussbaumer, sein Kollege in der MNF-Verwaltung, Vizepräsident Philipp Menoud, Rechtsanwalt Alan Hughes sowie der Anwalt der MNF-Verwaltung, André Clerc, anwesend. Sie warteten mit zwei Neuigkeiten auf. Die gute, so Clerc: Der unabhängige und ergebnisoffene Compliance-Bericht von Alan Hughes komme zum Schluss, dass sich Damien Piller nicht bereichert habe. Die schlechte: Die Zentrale in Zürich habe sich als Partei konstituiert, indem sie sich von der MNF-Direktion die Forderung über 1,6 Millionen Franken habe abtreten lassen. Dabei handelt es sich um den Betrag, den Piller in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll. Damit wolle der Genossenschaftsbund klar verhindern, dass ihm in der Affäre die Zügel aus den Händen gerissen werde, so Clerc. Mit anderen Worten, der MGB habe offensichtlich kein Interesse, Licht in die Sache zu bringen.

Unabhängige Expertise

Die MNF-Verwaltung hingegen will gemäss Clerc genau dies. Sie hat den Genfer Rechtsanwalt Alan Hughes mit einer unabhängigen Expertise beauftragt. Seit Anfang Juli prüft dieser zusammen mit einem Team von Fachleuten die Vorgänge innerhalb der MNF, die 2014 und 2015 zum Bau von zwei Migros-Filialen in Belfaux und La Roche geführt haben. Dabei sollen laut einem Korruptionsexperten, den die Mi­gros-Zentrale eingesetzt hat, Bauarbeiten an zwei Unternehmen vergeben worden sein, die in Verbindung zu Piller stehen. «Bis jetzt liegen uns keine Beweise vor, dass es zu einer Übervorteilung, einer widerrechtlichen Bereicherung, gekommen ist», entkräftete Hughes die Vorwürfe aus Zürich. Er habe bisher vielmehr den Eindruck gewonnen, dass es sich um den Krieg einer Finanzmetropole und ihres Establishments gegen eine regionale Genossenschaft handle. Hughes beklagte auch den Druck, den der Mi­grosbund und notabene dessen Anwalt gegenüber Neuenburg-Freiburg mache. «Sie verboten uns, mit den MNF-Direktoren über Fragen der Geschäftsführung zu sprechen.» Zudem hätten sie nicht Zugang zu allen Dokumenten. Er wolle aber auch nicht verschweigen, dass sein Team «eher unübliche Operationen» entdeckt habe. Was genau damit gemeint ist, blieb offen.

Anwalt Albert Nussbaumer sagte kurz und bündig: «Drückt sich Alan Hughes noch vorsichtig aus, kann ich sagen: Es gab keine Bereicherung, denn ich habe das Dossier gelesen.»

Sichtlich bewegt ergriff sodann Damien Piller das Wort. Er sprach sich regelrecht seinen Frust über die Missstände innerhalb der Migrosfamilie von der Seele. «Mit meinem Engagement im MGB-Vorstand gegen die Zentralisierung der Regionalverwaltungen in Zürich habe ich mir viele Feinde gemacht.» Es sei beim Bau der beiden Mi­gros-Filialen in Belfaux und La Roche nicht nur alles korrekt gelaufen, vielmehr habe es keinen Grund gegeben, weshalb er sich hätte bereichern sollen. «Ich hätte das Ladenlokal auch Coop, Lidl oder Aldi geben können. Im Nachhinein hätte ich das besser gemacht.» Er werde bis zum Ende seiner Amtszeit im Juni 2020 Präsident bleiben und kämpfen. Die Aufforderung von Mi­gros-Präsidentin Ursula Nold, er möge doch zurückzutreten, habe er abgelehnt.

MNF-Vizepräsident Philipp Menoud betonte, dass die Verwaltung von Anfang an für einen unabhängige Untersuchung gewesen sei, und zwar noch bevor der Expertenbericht aus der Zentrale vorgelegen habe. Das provisorische Ergebnis von Hughes erstaune ihn nicht, zumal weder die Direktion noch die Revisionsstelle die zur Debatte stehenden Geldtransaktionen beanstandet hätten. Menoud wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass die Direktionen in den Migros-Genossenschaften viel Macht hätten: «Sie entscheiden über neue Filialen, die Verwaltungen genehmigen sie.» Dass die MNF-Direktion Anzeige gegen den eigenen Präsidenten gemacht hat, trage er ihr nicht nach. «Der Druck seitens der Zentrale war enorm.»

Chronologie

Von Whistleblower ausgelöst

Den Stein ins Rollen brachte ein Whistleblower Ende 2017. Er äusserte den Verdacht auf ungerechtfertigte Zahlungen zugunsten von Damien Piller. Der Migros-Genossenschafts-Bund liess die Vorgänge von einem Experten untersuchen. Weil dabei gemäss Piller Auditregeln verletzt worden seien, schlug die Gottlieb Duttweiler-Stiftung eine zweite Untersuchung vor. Der MGB lehnte das ab und reichte am 1. Juli 2019 Strafanzeige gegen Piller ein. Am 16. Juli tat es ihr die MNF-Direktion gleich. Noch wurde kein Verfahren eingeleitet.

 

 

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