Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Damit die Sense eine Perle bleibt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer einmal an der Sense war, den zieht es immer wieder dorthin. So geht es jedenfalls den fünf Botschaftern der Aktionsgruppe «Gewässerperle Sense», die sich gestern beim Felskopf «Heiti Büffel» in Thörishaus den Medien und Behörden präsentierten. Sie alle wollen erreichen, dass die Einzigartigkeit der Sense erhalten bleibt.

Der Freiburger Fotograf Michel Roggo, einer der Botschafter, hat über 40 Gewässer auf der ganzen Welt fotografiert – darunter die Sense, die sich für ihn als besonderen Fluss auszeichnet. «Stehe ich im Wasser, spüre ich sofort, dass der Fluss nicht gestaut ist, der Kies ist locker, man versinkt fast darin». Für einen weiteren Sense-Botschafter, den Gärtner Patrick Riggenbach aus Thörishaus, ist die Sense im Alltag ein Lebensmittelpunkt. Oft geht er abends an den Fluss, zum Grillieren oder Spazieren mit Familie und Freunden oder alleine mit seiner Gitarre. «Die Sense ist eine biologisch anerkannte Immuntherapie», sagte er mit einem Schmunzeln. Von der Sense kehre er immer «gemittet» nach Hause zurück. Auch der Sensler Schauspielerin Eveline Dietrich liegt die Sense am Herzen. «Mir gefällt das Wilde, das Ursprüngliche und Authentische, das alles suche ich auch als Schauspielerin», sagte sie und liess es sich nicht nehmen, sich sogleich im glasklaren Wasser abzukühlen.

Nicht der WWF hats erfunden

Die Gründung der Aktionsgruppe «Gewässerperle Sense» geht auf eine letztjährige Studie des WWF Schweiz zurück, die den Zustand und die Schutzwürdigkeit der Schweizer Gewässer validiert hat. Zusammen mit 63 weiteren Gewässern erhielt die Sense die Auszeichnung «Gewässerperle». Nicht alle diese sind wie die Sense als «äusserst wertvoll» bewertet worden. Nur 3,6 Prozent der Fliessgewässer haben diese höchste Bewertung geschafft (siehe Kasten). Die Sense unter anderem deshalb, weil sie auf einer Länge von über 40 Kilometern weitgehend unberührt und unverbaut ist. «Dass die Sense etwas ganz Besonderes ist, hat aber nicht der WWF erfunden», sagte Jörg Rüet­schi, regionaler Programmleiter des WWF Bern. Bereits 1966 hatten die Kantone Freiburg und Bern die Sense als Schutzgebiet ausgeschieden.

Mit diesem ersten Anlass der Aktionsgruppe und mit deren zukünftigen Engagement in den sozialen Medien wollen die Botschafter und der WWF erreichen, dass sich die Bewohner und Behörden links und rechts der Sense bewusst sind, welche Bedeutung der Fluss hat. Herbert Känzig, Präsident des WWF Freiburg betonte, dass die Sense ein beliebtes Naherholungsgebiet bleiben soll. Besucherlenkungen sollen aber dafür sorgen, dass die Flusslandschaft trotz vieler Besucher geschützt bleibt. So will der WWF neue Parkplätze und Zugänge verhindern. Der wildeste Abschnitt der Sense zwischen der Guggersbachbrücke bei Zumholz und der Sodbachbrücke bei Heitenried soll unberührt bleiben.

Auch Gewässerökologe und Fischer Pascal Vonlanthen aus Cordast ist Botschafter der «Gewässerperle Sense». Der Fluss sei für ihn immer noch genauso schön wie früher. Als Fischer sei er heute aber weniger erfolgreich, weil sich die Bedingungen für die Fische verschlechtert hätten. Die Gründe dafür seien mannigfaltig, würden aber unter anderem in der schlechteren Wasserqualität und den höheren Wassertemperaturen aufgrund der Klimaerwärmung liegen. Bei zu hohen Temperaturen sei es für die Fische schwierig, zu überleben. «Es liegt in unserer Hand, dafür zu sorgen, dass die Sense eine Gewässerperle bleibt», sagte Vonlanthen.

Keine Wasserkraftwerke

Die Sense soll aus Sicht des WWF vor weiteren Beeinträchtigungen wie Wasserkraftwerken bewahrt werden. Der WWF will den ökologischen Zustand der Warmen Sense zwischen Schwarzsee und Zollhaus verbessern und dort den Schutzstatus erhöhen. Für Marius Achermann vom kantonalen Amt für Natur und Landschaft jedoch wäre es Etikettenschwindel, sollte dieser Abschnitt, der so viel Gefälle und Verbauungen aufweise, als geschützte Auenlandschaft gelten. «Es gibt viele andere Projekte im Kanton, bei denen man mit einem Renaturierungsfranken mehr bewirken kann», sagt Achermann. Bei der Revitalisierung der Sense in Oberflamatt etwa. Dort soll die natürliche Funktion der Sense aufgewertet und gleichzeitig ein Naherholungsort geschaffen werden.

Zur Studie

Kanton Freiburg unter den Spitzenreitern

Die Sense erhielt diesen Sommer vom WWF Schweiz die Auszeichnung «Gewässerperle», zusammen mit 63 weiteren Gewässern. Die Auswahl basiert auf einer Studie des WWF aus dem Jahr 2016 zu Zustand und Schutzwürdigkeit der Schweizer Gewässer. Im Idealfall ist eine Gewässerperle ein komplett natürliches Gewässer und von der Quelle bis zur Mündung unverbaut, mit wertvollen Lebensräumen und einer typischen Artenvielfalt. Im Vergleich zu den anderen «Perlen» sticht die Sense heraus: Nur 3,6 Prozent der Schweizer Fliessgewässer gelten als «äusserst wertvoll» und erfüllen damit die untersuchten Funktionen der Gewässerschutzverordnung. So ist die Sense besonders artenreich, ihre Lebensraumstruktur und Vernetzung ist noch weitgehend naturnah, der Wasserhaushalt im Einzugsgebiet ist ungestört und es sind noch besonders wertvolle Auenlebensräume erhalten.

16,5 Prozent der Fliessgewässer gelten als «sehr wertvoll», 43, 8 Prozent als «wertvoll». Spitzenreiter mit einem «Perlen-Anteil» von 20 Prozent am kantonalen Gewässernetz sind die Kantone Genf, Freiburg, Zug und Appenzell Innerrhoden. Mit zehn Prozent liegen die Kantone Jura, Waadt und St. Gallen dahinter. Längere «äusserst wertvolle» Abschnitte an grösseren Flüssen finden sich nebst Sense und Schwarzwasser auch an der Ärgera, diese liegt in der Bewertung aber hinter der Sense.

ak

 

Mehr zum Thema