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Damit Menschen mit Beeinträchtigung mittendrin statt nur dabei sind

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Die Stiftung «Football is more» führt in Düdingen zum ersten Mal einen J&S-Kurs für Inklusion im Teamsport anhand des Beispiels Fussball durch. Es ist eine Premiere in der Westschweiz.

Fussball verbindet. Fussball ist mehr als ein Sport. Fussball ist für alle. Diese Grundgedanken lebt die gemeinnützige Stiftung «Football is more». Seit sie 2011 im Fürstentum Liechtenstein ins Leben gerufen wurde (siehe Box), setzt sich «Football is more» für die Ausbildung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen und Entwicklungsarbeit in armen Ländern ein. Jüngst führte die Stiftung etwa ein Projekt im polnischen Rzeszow nahe der ukrainischen Grenze durch, bei dem beinamputierte ehemalige ukrainische Soldaten ein Spezialtraining im Amputierten-Fussball sowie pädagogische und psychologische Hilfe erhielten, um sich in der Gesellschaft leichter wieder integrieren zu können. Nun ist die Stiftung in Düdingen zu Gast, wo sie in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Fussballverband (FFV) und dem kantonalen Amt für Sport einen J&S-Kurs für Inklusion im Teamsport am Beispiel Fussball anbietet.

Viel Expertise auf Platz

Eigentlicher Initiant des Kurses ist Alex Geissbühler, ehrenamtlicher Stiftungsrat bei «Football is more». Nachdem es ähnliche Projekte bereits in Luzern und Schaffhausen gegeben hatte, hatte der Freiburger die Idee, auch hier einen Kurs anzubieten. Seine guten Kontakte, namentlich zu Matthias Remund, dem Direktor des Bundesamts für Sport, hätten geholfen, dass der J&S-Kurs im Rahmen einer ordentlichen Fussballtrainerweiterbildung homologiert und durchgeführt werden kann. «Wir wollen Know-how weitergeben. So reiste ich vorgängig nach Paris, um mit Sandrine De Moura, Trainerin für Menschen mit Beeinträchtigung und Projektleiterin bei Paris Saint-Germain zu sprechen, und zu Fritz Quien nach Stuttgart, der beim VfB das Projekt für inklusive Fussballförderung leitet», erklärt Geissbühler. Sowohl De Moura als auch Quien gelten als ausgesprochene Experten in Sachen Inklusion und geben ihr Wissen während den eineinhalb Tagen auf dem Düdinger Birchhölzli weiter.

Unter anderem nahmen Menschen mit Beeinträchtigungen der SSB Tafers/Schmitten teil.
Bild: Marc Reidy

Die Präsenz dieser zwei Instruktoren zeigt überdies auf, wie vernetzt «Football is more» ist – und wie weit man bezüglich Inklusion im Fussball bereits sein kann. «Der FC Chelsea zum Beispiel ist darin extrem stark. 30 Leute beschäftigt der Verein nur für die Inklusion.» Hier komme neben dem Know-how doch auch eine finanzielle Komponente ins Spiel, so Geissbühler. «Für die Fernsehrechte erhalten die Clubs der Premier League einen staatlichen Betrag. Wenn sie sich für soziale Projekte einsetzen, sollen es zwei Millionen Franken mehr sein.» Die Stiftung «Football is more» hat für ihr Bildungsprogramm weitere renommierte Vereine wie Benfica Lissabon oder Real Madrid für sich gewinnen können.

Nichts Triviales

Der Kurs in Düdingen soll unterstreichen, dass es auch der Kanton Freiburg ernst mit der Inklusion meine, führt Geissbühler aus. FFV-Präsident Benoît Spicher und der Technische Leiter Thomas Oberson seien sofort Feuer und Flamme für die Idee gewesen. «Die Frage war, ob wir genügend Teilnehmer finden. Jetzt sind plus/minus 30 dabei, das ist sehr viel für einen solchen Kurs», freut sich Geissbühler. Mit von der Partie sind etwa Teilnehmer der Clubs aus Ueberstorf und Düdingen, aber auch vom Team AFF/FFV oder dem FC Freiburg sowie Trainer aus anderen Sportarten, Heimbetreuer oder Lehrpersonen. Auf dem Programm stehen nebst theoretischen Teilen auch Einheiten, in denen Teilnehmende und Beeinträchtigte gemeinsam trainieren. 25 Menschen mit Behinderungen, unter anderen von der Wohngemeinschaft SSB Tafers/Schmitten oder Clos Fleuri in Bulle, nehmen dazu am Kurs teil.

Neben der Praxis gehörte auch Theorie zum Kurs.
Bild: Marc Reidy

«Für den FFV ist das etwas ganz Neues. Ziel ist, mit dem Leiterkurs die Inklusion vorzuspuren», sagt Geissbühler. Was ist, wenn sich die Eltern eines Kindes mit Down-Syndrom wünschen, dass es im Dorfverein mitspielen kann? «Kann ein Dorfclub damit umgehen? Es ist eben nicht ganz so trivial. Viele Institutionen machen eine Mannschaft mit Beeinträchtigten. Dadurch separiert man jedoch wieder. Unser Ziel ist, diese Menschen in die Spielformen zu inkludieren.» Gleichzeitig gehe es aber auch darum, den Trainern aufzuzeigen, wo die Grenzen seien. «Dazu haben wir in Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Köln eine ausgeklügelte Methodologie entwickelt.»

FFV als Vorreiter

«Dieser Kurs hat etwas Avantgardistisches», erklärt Oberson vom FFV, «deshalb benötigte es im Vorfeld Abklärungen beim Schweizer Fussballverband (SFV) sowie J&S, ob er so durchgeführt werden kann.» Das offizielle Weiterbildungsthema dieser beiden Institutionen laute «Innovieren» und «Umfeld pflegen». Die Absicht sei, dass der kantonale Fussballverband künftig ein Modul mit dem Betreff «Inklusion» anbiete. «Es haben nicht alle Trainer die gleichen Bedürfnisse. Ziel ist, den Kurs à la carte wie etwa Torhütertraining oder Futsal bereitstellen zu können.» Inklusion sei im FFV bisher nicht per se ein Thema gewesen, hält Oberson, der die grosse Teilnehmerzahl als absolut erfreulich erachtet, fest. «Zuletzt beschäftigten wir uns aber intensiv mit dem Thema Integration. Wie verhalte ich mich als Trainer, wenn ich schwierige Kinder oder Spieler im Team habe? Wie integrieren wir sie? Wie passen wir das Training an? Das sind Fragestellungen, die wir in Weiterbildungen behandeln.»

Ob die Premiere des Kurses in Düdingen ein Anstoss ist, um beim Verband noch mehr bezüglich Inklusion zu machen, kann Oberson noch nicht sagen. «Wir müssen nun erst mal Erfahrungen sammeln und die Rückmeldungen der Trainer abwarten. Aber ich kann mir vorstellen, dass früher oder später mehr dazu vom nationalen Verband kommen wird.»

Erst der Anfang

Geissbühler seinerseits hofft selbstredend, dass der J&S-Kurs im Birchhölzli nur der Beginn von etwas Grösserem ist. Er habe eine Sitzung mit Professoren der Abteilungen Sportmedizin und Sonderpädagogik gehabt, um auszuloten, ob an der Universität Freiburg Inklusionskurse angeboten werden könnten. «An der Uni Liechtenstein wurden bereits Wochenkurse mit ECTS-Punkten durchgeführt. Freiburg ist sehr interessiert, dass mehr in diese Richtung geht. Am Ende geht es um ein grösseres Anliegen und etwas Cooles für Beeinträchtigte zu machen.»

Die Kursteilnehmer sind mit vollem Einsatz dabei.
Bild: Marc Reidy

Unabhängig davon soll der Inklusionskurs in Düdingen dazu führen, dass «Football is more» etwa auch in der Westschweiz Fuss fasst. «Es ist die erste Ausgabe in französischer Sprache, bis alle Unterlagen zusammengestellt waren, war am meisten zu tun», sagt Stiftungsrat Geissbühler. Die Vorarbeiten seien gemacht, nun gelte es, weiterzufahren – mit dem Fussball für alle, ob benachteiligt oder nicht.

«Football is more»: Für Inklusion und den Frieden

Die Stiftung «Football is more» (FIM) hat sich zum Ziel gesetzt, anhand des Fussballsports benachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern. Indem junge Menschen mit spezifischen Bedürfnissen durch innovative Projekte begleitet werden, will FIM seinen Teil für Inklusion und Frieden leisten. So führte die Stiftung etwa Projekte unter der Schirmherrschaft von Willi Lemke, einem UN-Sonderbeauftragten für Sport, Entwicklung und Frieden sowie ehemaligen Manager des Bundesligisten Werder Bremen, durch. Alle zwei Jahre organisiert FIM ein internationales Forum «Sport & Soziale Verantwortung» durch. Zudem bietet die Stiftung, die 2011 in Vaduz unter dem Patronat von S. D. Prinz Constantin gegründet wurde, Beratung für Sportverbände, Vereine und Unternehmen im Bereich Sport und Corporate Social Responsibility an.

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