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Damit niemand durch die Maschen fällt

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Gross ist die Zahl der Probleme und Herausforderungen, mit denen Menschen im Arbeitsalltag, im Haushalt oder im Umgang mit Behörden fertig werden müssen. Für jene, die damit nicht klarkommen, gibt es im Seebezirk seit 20 Jahren ein Beratungsangebot, getragen vom Verein Impuls Seebezirk. Seit Sommer leitet Sofia Suter die Beratungsstelle, seit zwei Jahren steht ihr Peter Huber als Präsident vor, Silvia Merz kümmert sich um die Budgetberatung.

Die Palette der Dienstleistungen ist breit. Im Vordergrund stehen Budgetberatung und arbeitsrechtliche Fragen wie Streitigkeiten nach einer Kündigung oder verzögerte Lohnzahlungen, Steuererklärungen oder in Einzelfällen die Mithilfe bei der Formulierung einer Klageschrift. «Die meisten Bereiche überlappen sich», sagt Huber. So könne beim gemeinsamen Ausfüllen der Steuererklärung Sparpotenzial im Budget zum Vorschein kommen.

Sonderfälle im Fokus

Bei aller Unterschiedlichkeit: Alle Angebote befassen sich mit Arbeitsleben und Existenzsicherung. Zur Kundschaft gehören keineswegs nur Menschen in finanziellen oder rechtlichen Nöten. Manchmal gehe es lediglich um eine Überarbei-tung der Bewerbungsunterlagen, um die Chancen bei der Jobsuche zu erhöhen. «Es sind praktische Fragestellungen, die vielen von uns bekannt sind. Doch bei Menschen in sozialen Schwierigkeiten können sie rasch zu existenziellen Problemen führen», so Huber. Viele Kunden seien Menschen, «die vom staatlichen Netz nicht aufgefangen werden», Sonderfälle, deren Probleme nicht in das Schema der staatlichen Unterstützung passten.

Den Fachfrauen von Impuls Seebezirk gehe die Arbeit nicht aus, befürchtet Huber. Denn durch eine zunehmende Verrechtlichung und Bürokratisierung des Austausches mit dem Staat gerieten viele Betroffene zusehends ins Offside. Für Behördeneingaben oder Einsprachen brauchen sie die juristische Beurteilung von Stellenleiterin Suter. Sie versucht aufgrund von Abklärungen Prozessaussichten zu beurteilen und Unterstützung zu leisten, ohne jedoch die Klienten vor Gericht vertreten zu können. In solchen oder auch anderen Fällen, in denen die beschränkte Kapazität der Stelle erschöpft ist, werden die Klienten weitergewiesen.

Scheu vor Behördengängen

Suter weiss, dass gerade arbeitsrechtliche Streitigkeiten zwar weniger häufig, aber arbeitsintensiv sind. Oft suchen die Klienten von sich aus das niederschwellige Angebot von Impuls Seebezirk auf, weil sie den direkten Kontakt mit Amtsstellen scheuen. Huber vermutet, dass sie sich dadurch weniger stigmatisiert fühlten, als wenn sie zur Behörde müssten. Ab und zu schicken auch Sozialdienste und Arbeitsvermittlungsstellen Klienten zu Impuls.

Die Zahl der Klienten schwankt, doch die Dienste von Impuls Seebezirk werden häufiger gebraucht, je schwieriger die wirtschaftlichen Verhältnisse sind. Einige Klienten sind «Stammkunden», die immer wieder mit ihren Sorgen in die Beratungsstelle kommen. Der Erfolg des Dienstes mit der zunehmenden Nachfrage und immer komplexeren Fällen habe die Kapazitäten erschöpft, so Huber. Der Vorstand suche nun eine Lösung, denn: «Wir können keine eigenen Mittel generieren», die Vereinsfinanzen kämen von Mitgliedern, der öffentlichen Hand sowie von Sponsoren und Gönnern.

Es zeichne sich zwar die Möglichkeit ab, mit der Caritas in Zukunft die Budgetberatung im unteren Sensebezirk zu gewährleisten. Huber erhofft sich von dieser Dienstleistung und ihrer Abgeltung Synergieeffekte. Doch entschieden sei noch nichts. Weitere Möglichkeiten sieht er in einer grösseren Beteiligung der Landgemeinden an den Kosten des Vereins. Denn auch diese müssten merken, so Huber, dass die Beratungsstelle ihnen viel Arbeit abnehme.

Ein weiteres Problem für Impuls ist das Fehlen eines Hilfsfonds für Notfälle. Oft werde der Verein angefragt, zum Beispiel im Fall einer Kündigungsandrohung wegen ausstehenden Mietzinses, Betroffenen mit einem kurzfristigen Darlehen unter die Arme zu greifen, also Menschen, die von der Bank keinen Kredit mehr erhalten. Suter fügt an: Es brauche nicht viel, um in eine solche Notsituation zu schlittern.

Kein einfacher Start

Die Beratungsstelle hat ein turbulentes Jahr hinter sich.Nach dem krankheitsbedingten Weggang von Suters Vorgängerin, der langjährigen Stellenleiterin Ingrid Hofstetter, musste der Dienst während fünf Monaten aufrechterhalten werden. Ein Vorstandsmitglied mit beruflichem Fachwissen konnte einspringen. Der Übergang sei nicht ganz einfach gewesen, räumen Suter und Huber ein. Ihr Start sei zwar entsprechend hektisch gewesen, doch sie habe sich gut einarbeiten können. «Wir müssen jeden Tag kreativ sein, sind mit neuen Problemen konfrontiert und müssen neue Ansätze finden.»

Schwierig sei für sie manchmal die Erkenntnis, dass die Möglichkeiten zur Hilfe limitiert seien, sagt Suter. Sie müsse anerkennen, dass vieles Symptombekämpfung sei und sie nicht jedem Betroffenen aus Murten und Umgebung die Probleme abnehmen könne. «Aber es gibt auch viele Erfolgserlebnisse.» Ab und zu komme es auch vor, dass sie von einem Klienten Blumen bekomme. Das motiviere sie.

Programm

Mannigfaltige soziale Herausforderungen

Aus Anlass des 20-Jahr-Jubiläums von Impuls Seebezirk findet im Anschluss an die Generalversammlung des Trägervereins vom 26. März in der Behindertenwerkstätte in Muntelier um 20 Uhr ein Podiumsgespräch zum Thema «Soziale Herausforderungen heute – Arbeitsplatz- und Schuldenprobleme im Fokus» statt. Es referieren unter anderem Beat Renz, Präsident der Caritas Freiburg, Paul Santschi, Leiter Arbeitsrecht bei Micarna, Isabelle Bohrer, Leiterin Soziales der Gemeinde Murten, und Frau Marianne Hauser, Budgetberaterin Sensebezirk.fca

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