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«Danach kann man alles bedauern»

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Autor: Christian schmutz, Hannes Währer, Karin AEBISCHER und Irmgard Lehmann

Spanien hat gewonnen, die Euro 2008 ist Vergangenheit. Ist sie das? «Nein, das glaube ich nicht», sagte Dino Demola, Präsident von Hotelleriesuisse, Region Freiburg, «sicher besuchen in den nächsten Jahren viele Leute aus europäischen Ländern die Schweiz». Mittlerweile sei die Schweiz ja auch oft gar nicht mehr teurer als zum Beispiel Frankreich oder Italien.

Dino Demola hofft also auf die Langzeitwirkungen einer solchen Veranstaltung. Laut Erich Bapst vom kantonalen Tourismusverband sind diese kaum bezifferbar. Es gebe viele Faktoren, die man kaum alle einbeziehen könne. Gehen wir deshalb vom Konkreten aus.

In Freiburg wenig los

Für die Stadt Freiburg fällt die Bilanz zwiespältig aus. Was die Übernachtungen angeht, sprach Dino Demola von 10 bis 15 Prozent mehr dank der Euro. «Aber die Restauration hat stagniert, weil es in Freiburg keine Grossleinwand gab.» Laut Demola seien viele Freiburger nach Bern gegangen, dabei wären die Stimmung und die Lust aufs Verweilen in Public-Viewing-Zonen ausgezeichnet gewesen. Da habe die Gemeinde einen Fehler gemacht.

«Weniger schlechte Lösung»

«Danach kann man alles bedauern», sagte Pierre Gisler, Sportdirektor der Stadt Freiburg, auf diese Kritik. Die Bevölkerung habe nichts verpasst. Es habe genug Möglichkeiten gegeben, um die Euro in Freiburg mitzuverfolgen. Mit Blick auf UBS-Arenen, die nicht gut gelaufen seien, wie in La Chaux-de-Fonds, «hat Freiburg die weniger schlechte Lösung gewählt», ist Gisler überzeugt. Das Nein zur UBS-Arena sei eine Frage des Geldes und der ungenügend ausgearbeiteten Sicherheitselemente gewesen. Ausserdem hätte eine Public-Viewing-Zone im Amtsblatt ausgeschrieben werden müssen. «Auch wenn wir sie gewollt hätten, hätten wir sie vielleicht gar nicht bekommen», so Gisler.

Nicolas Zapf, Direktor von Freiburg Tourismus, will sich in dieser Frage nicht aus dem Fenster lehnen. «Ja und nein», antwortet er auf die Frage, ob es schade sei, dass Freiburg auf der Euro-Landkarte wenig sichtbar war. «Ich weiss auch nicht, ob das in Freiburg geklappt hätte. Es hätte schon grosse Mittel benötigt», sagte Zapf. Auf Übernachtungsebene habe es schöne Erfolge gegeben und dank 4000 Broschüren, die im Oranje-Dorf verteilt wurden, kamen auch Niederländer in die Stadt.

Campierer am Murtensee

Ein positives Fazit zur Euro 08 zieht Murten Tourismus. Da die Region nur eine halbe Stunde Fahrzeit vom Austragungsort Bern entfernt ist, seien besonders die Campings, allen voran das in Avenches-Plage, gut ausgelastet gewesen, erklärte Barbara Erni, Geschäftsführerin von Murten Tourismus. Die Hotelbetten in der Region seien jedoch nur an wenigen Daten von Anfang bis Mitte Juni ausgebucht gewesen. Trotzdem sei auch dank der Euro für 2008 eine Steigerung bei den Übernachtungen zu verzeichnen, so Erni.

Auch die Direktorin des Hotels Seepark, Anette Meier, erklärte, die Euro habe einen klaren Mehrwert gebracht. Das Hotel Seepark sei während der Austragung sehr gut gebucht gewesen. Zudem seien viele Erstbesucher von der Region begeistert und würden sicher wiederkommen.

Die Nicht-Fans in Kerzers

Eher negativ beurteilt dagegen Reto Notz, Inhaber und Geschäftsführer des Hotels Hippel Krone in Kerzers, den Grossanlass. Im zum Hotel gehörigen Restaurant habe er weniger Umsatz gemacht als in anderen Jahren, obwohl er die Spiele mit einem Beamer zeigte. Notz verzichtete bewusst darauf, Fussballfans zu beherbergen. «Die konsumieren nur ausserhalb des Hotels», so Notz. Dennoch konnte er eine Steigerung bei den Übernachtungen verbuchen, da andere Hotels mit Fans ausgelastet waren und für andere Touristen keinen Platz mehr hatten.

Senseland: Gut bis sehr gut

Im Sensebezirk habe sich die Anzahl Hotelübernachtungen im Bereich gut bis sehr gut bewegt, erklärte Adolf Kaeser, Direktor Schwarzsee Tourismus Senseland, gegenüber den FN. Genaue Zahlen lägen auch hier noch keine vor. Mit punktuellen Lücken seien auch die Hotels in der Region Schwarzsee gut bis sehr gut belegt gewesen. In der «Hostellerie am Schwarzsee» waren viele Holländer einquartiert. «Dank den Rumänen waren auch die Ferienwohnungen gut besetzt», so Kaeser weiter. «Die Euro war für den Schwarzsee sicher eine super Sache.»

Ziel im Oranje-Dorf erreicht

Auch der Verein «Oranje-Dorp 08» zieht nach der Euro 08 eine positive Bilanz. «Im Fancamp haben wir unser ehrgeiziges Wunschziel von über 10 000 Übernachtungen erreicht», erklärte Vorstandsmitglied Beat Klaus. Nebst zwei kleinen Zwischenfällen, einer Verbrennung und einer Alkoholvergiftung, sei beim täglichen Polizeirapport nur Positives erwähnt worden. Aufgrund des regnerischen Wetters habe der Verein kurzfristig 100 Holländer in der Zivilschutzanlage in Flamatt einquartiert.

Auch mit dem Besucheraufmarsch in der Public-Viewing-Zone in Neuenegg sind die Organisatoren zufrieden. «Die Unterstützung aus der Region war gross», so Klaus. An Spitzentagen schauten sich rund 3000 Fussballfans die Spiele auf dem Viehschauplatz an. «Ich schätze, dass insgesamt bis zu 40 000 Besucherinnen und Besucher da waren.» Unter ihnen waren auch Fernsehstationen wie SF, RTL, ZDF oder ORF, welche das holländische Treiben an der Sense mit der Kamera festhielten.

Restaurants profitierten

Auch die Restaurants in der Nähe des Oranje-Dorfes konnten vom Aufmarsch der Holländer profitieren. «Wir können nur rühmen. Die Holländer sind dankbare Gäste. Am beliebtesten war das Frühstück à discrétion mit Speck und Ei», erzählte Robert Bühler, Betriebsleiter des Restaurants Sternen in Neuenegg. Auch das Café Dorfplatz vermisst die Gäste aus den Niederlanden. «Sie waren sehr angenehme Kunden. Die meisten bestellten Omeletten», so Geschäftsführerin Margrit Schmid.

Die Organisatoren des EM-Lochs in Tafers sind ebenfalls zufrieden mit den drei Wochen Public Viewing in den Garagen der Horner AG. «Wir werden den Anlass an der WM vermutlich wieder durchführen», meinte Pascal Hitz.

Châtel: Eindeutig positiv

Genaue Zahlen liegen zwar auch nicht vor, aber allgemein lässt sich eine positive Bilanz ziehen, sagte Pascal Genoud, Stadtingenieur von Châtel-St-Denis. Hier hatten die Franzosen trainiert. Längerfristig werde die Region einen Nutzen davon tragen. «Anfragen für die Miete des Fussballfeldes liegen vor.» Châtel will eine präzise Analyse vornehmen und in den nächsten Tagen Zahlen präsentieren.

Einen positiven Effekt ortet ebenfalls Romont – wenn auch nicht in dem Ausmass wie Châtel-St-Denis. Vor allem Holländer hätten den Ort als Tagestouristen besucht. Doch bezüglich Hotellerie hat das Tourismusbüro keine höheren Frequenzen festgestellt.

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