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Dank Trauffer auf den Final hoffen

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Im Aufenthaltsraum des Gurmelser Altersheims Hospiz St. Peter sassen gestern Nachmittag die Pensionäre um die Tische, vertieft in Gespräche. Etwas abgeschieden von den Pensionärinnen machten sich drei Frauen bereit für die Vorrunde des Maisingen-Wettbewerbs. Marie-Louise Merz hatte zuvor gleichentags schon in Belfaux den singfreudigen Kindern gelauscht. Nun ist sie zusammen mit ihren zwei Jurykolleginnen auf die Schülerinnen und Schüler aus Gurmels gespannt. «Es gibt keine Anmeldung. Die Kinder können einfach kommen und uns vorsingen.»

Die Jury bewertet einerseits musikalische Kriterien. Sind die Töne korrekt? Wie rein klingt die Stimme? Stimmt der Rhythmus? Ganz wichtig ist aber die Art des Vortrags. So müssen die Kinder auswendig singen. «Wir schauen auch, ob sich die Kinder auf das Lied konzentrieren können oder sich ablenken lassen», nennt Merz ein Beispiel. Die pensionierte Lehrerin aus dem Seebezirk hat früher selber Klassen für den Wettbewerb vorbereitet. Seit rund zehn Jahren ist sie nun in der Jury dabei. «Ich bin da hineingerutscht», sagt sie.

Musik zurückgedrängt

Der Wettbewerb wurde durch den Tenor Alain Bertschy gegründet und hängt mit dem Brauch des Maisingens zusammen (siehe Kasten). «Ziel war eigentlich, mit dem Wettbewerb das Singen für die Kinder attraktiver zu machen» erklärte Merz.

Doch an diesem Nachmittag kommen nur ein paar Kinder ins Altersheim. Das Interesse am Wettbewerb habe spürbar nachgelassen, meint Merz. «Es hängt vor allem vom Lehrer ab.» Die Schulen müssten heute so viele Projekte erfüllen, dass die Musik schnell einmal zu kurz komme.

Auch Buben singen gerne

Zu den wenigen Kindern, die an diesem Nachmittag erscheinen, gehören Silas und Jan. Die Drittklässler singen das Lied «Heiterefahne». «Trauffer», antwortet einer der Buben leicht vorwurfsvoll auf die Frage nach dem Sänger. «Das ist unser Lieblingslied.» Das Vorsingen habe sie nicht nervös gemacht, erzählen sie. Die beiden mögen das Singen und sind damit in ihrer Klasse keine Ausnahme. «Unsere Freunde in der Klasse singen auch gerne.» Der Vortrag sei ihnen gut gelaufen. So hoffen die beiden auf den Final. Wissen werden sie es in einigen Tagen, wenn sie von den Organisatoren einen Brief erhalten.

Drei Zweiergruppen haben der Jury am Schluss des Nachmittags ihr Lied vorgetragen. «In Belfaux waren es immerhin zwölf», sagt Merz etwas verwundert. Die Finalisten können am 21. Mai im Konservatorium Freiburg entweder den Jurypreis oder den Publikumspreis gewinnen. Da gebe es grosse Unterschiede in der Bewertung, erzählt Merz. Die Jury gewichte die Musikalität stark. «Für den Publikumspreis müssen die Kinder das Publikum vor allem mit ihrer Ausstrahlung überzeugen.» Und natürlich würden die Eltern zuallererst für ihre Kinder stimmen. «Das gehört dazu», meint Merz.

Maisingen

Ein alter Brauch, der (fast) im ganzen Kanton bekannt ist

Der Singwettbewerb findet immer Anfang Mai statt und soll die Kinder unter anderem für das Maisingen motivieren. Wie der verstorbene Historiker Moritz Boschung 2008 in den FN erklärte, tragen heute die Kinder mit dem Maisingen die Botschaft von der wieder erwachten Natur mit ihrem Gesang von Haus zu Haus und singen damit den Mai ein. Das Maisingen sei im Kanton Freiburg spätestens seit dem frühen 18. Jahrhundert bezeugt. So hätten die Kinder früher vor allem Volkslieder, aber auch Marienlieder gesungen. Denn der Mai sei auch der Marienmonat. In jüngerer Zeit seien auch modischere Lieder zu hören. Die Verbindung mit Maria sei wohl ein Grund, warum der Brauch in den reformierten Kantonsteilen kaum bekannt sei. So stösst auch der Singwettbewerb laut Jurorin Marie-Louise Merz im unteren Seebezirk auf wenig Interesse.

sos

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