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«Dann war der Mist schon geführt»

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Peter Goetschi war 30 Jahre alt, als er sich für den Gemeinderat Greng meldete. «Ich war euphorisch und wollte die Welt bewegen.» Er liess sich aufstellen, doch es klappte nicht. Ein halbes Jahr später demissionierte ein Gemeinderat und Goetschi hielt doch noch Einzug in das Gremium. Sein Vater sei bekannt dafür gewesen, nicht aufs Maul zu sitzen: «Ihn wollten sie nicht im Gemeinderat.» Sie hätten wohl gedacht, ich sei weniger schlimm und solle mal reinsitzen, sagt der heute 47-Jährige. 17 Jahre lang war Peter Goetschi im Gemeinderat, die letzten zehn Jahre als Syndic. Ende Mai gab er den Posten ab. «Ich habe es gern gemacht, und jetzt ist ein guter Moment, aufzuhören.»

Ausser der Schule und dem Sozialen habe er alle Ressorts der Gemeinde betreut, erzählt Goetschi. «Nach etwa sieben Jahren haben mich die Ratskollegen ernst genommen.» Er sei Wasserträger gewesen und habe sich profilieren müssen. Ob er einmal Vize-Gemeindepräsident gewesen ist, weiss er heute gar nicht mehr genau. «Auf jeden Fall erhielt ich ab einem bestimmten Zeitpunkt Lob.» Einige hätten sich jedoch schon gestört an seiner Art: «Ich habe meinen Kopf, und es muss laufen, wie ich es will.» Mit den Jahren sei er jedoch ruhiger geworden und habe gelernt, auch Kompromisse einzugehen.

«Nach etwa sieben Jahren haben mich die Gemeinderatskollegen ernst genommen.»

Peter Goetschi

Ex-Ammann von Greng

Stundenlange Sitzungen seien für ihn der Horror gewesen. Vor allem dann, wenn sich das Thema ständig wiederholte, weil jemand nicht vorwärtsmachte. «Wenn ich Salat schneiden muss, kann ich das auch nicht auf zwei Wochen später verschieben», sagt der Gemüsegärtner mit Meisterprüfung. «Wenn jemand ein Amt annimmt, muss er oder sie die Ärmel hochkrempeln und mitanpacken.» Sonst solle er es sein lassen. Er selbst sei ein pragmatischer Macher, und das sei gut angekommen im Dorf. «Ich habe noch am Freitagabend spät Trinkwasserleitungen geflickt.» Durch seine unkomplizierte Art habe er sich einen Namen gemacht.

Zentralistischer Kanton

Als zum Teil schwierig betrachtet Goetschi die Zusammenarbeit mit dem Kanton: «Für uns hätte zum Beispiel ein Reglement mit 20 Seiten völlig ausgereicht, der Kanton wollte aber 40 Seiten.» Die Gemeinde ist für Goetschi ein Dienstleistungsbetrieb. «Genau dasselbe erwarte ich auch vom Kanton.» Grundsätzlich dürfen die Gemeinden für Goetschi zu wenig selbst bestimmen. «Der Kanton mischt sich zu sehr ein.» Doch viele Gesetze kenne er inzwischen auswendig, in den 17 Jahren habe er einiges gelernt. Seit seinem Antritt als Syndic habe die Gemeinde kaum mehr Geld für Juristen ausgeben müssen. «Gesunder Menschenverstand und mit den Leuten reden bringt oft mehr.» Die Stimmbürger hätten keines seiner Geschäfte abgelehnt. «Natürlich habe ich lobbyiert, mit den Leuten gesprochen – und dann war der Mist eigentlich schon geführt.» Mit der Zeit habe er gewusst, welche Stimmbürger an die Gemeindeversammlungen kommen: «Es sind ja oft dieselben».

«Wenn ich Salat schneiden muss, kann ich das auch nicht auf zwei Wochen später verschieben.»

Peter Goetschi

Ex-Ammann von Greng

 

Badehaus als Highlight

Eines der Highlights in seiner Amtszeit ist das Grenger Badehaus am Murtensee. Das Land daneben konnte er für 1200 Franken pro Quadratmeter weiterreichen. «Wir haben an der Gemeindeversammlung beantragt, das Bauland am See für über 1000 Franken pro Quadratmeter verkaufen zu dürfen.» Diese Marke konnte er überschreiten: «Ich sass am Telefon und der Preis ging immer höher.» Mit dem Land in Zusammenhang steht die Grenger Ortsplanungsrevision. «Nach einem Jahr als Syndic waren die Unterschriften auf Papier.» Das verlieh der Gemeinde Schub. Greng war und ist eine wohlhabende Gemeinde. «Das machte natürlich vieles einfacher», gibt Goetschi zu. Fusionieren wolle die Gemeinde nicht, «und vom Kanton haben wir das Signal erhalten, dass es keine Zwangshochzeit geben wird».

Auch ein Buch über die Bewohner der Gemeinde mit vielen Bildern ist eine der Früchte von Goetschis Tun. «Ich habe viel erreicht.» Nun gehe sein Leben weiter wie bisher. «Ich bin jetzt einfach nicht mehr im Gemeinderat». Ob das für immer gilt, konnte er nicht sagen: «Jedenfalls brauche ich jetzt erst einmal eine Pause.»

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