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«Das Angebot ist immer gefragter»

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Autor: Imelda Ruffieux

Agnes B. ist 73-jährig und gehbehindert. Sie lebt allein in ihrer Wohnung und hat vor kurzem eine Operation über sich ergehen lassen müssen. Die Spitex kommt einmal pro Tag vorbei, um ihr Medikamente zu verabreichen und die wichtigsten Arbeiten im Haushalt zu erledigen. Die Angehörigen von Agnes B. wohnen weiter weg und möchten ihre Tante vor allem nachts nicht alleine lassen. Wie weiter?

Genau für solche Fälle ist vor zehn Jahren der Verein zur Vermittlung von Hilfsdiensten gegründet worden, wie Mitinitiantin Susanne Lottaz im Interview erklärt.

Susanne Lottaz, warum haben Sie mit Gleichgesinnten den Verein gegründet?

Wir haben gesehen, dass die Spitex nicht alle Bedürfnisse decken kann. Die Zeit für Putzeinsätze und für die Zubereitung von Mahlzeiten ist beschränkt, vor allem abends und am Wochenende. Auch die Angehörigen stossen oft an ihre Grenzen. Eine Nachtwache, zum Beispiel, ist nicht einfach zu organisieren.

Wann kommt Ihr Verein zum Einsatz?

Oft werden wir von der Spitex kontaktiert. Manchmal sind es auch die Angehörigen, die uns beauftragen, und manchmal ist es der Sozialdienst eines Spitals, der an uns gelangt. Das hat sich in den letzten zehn Jahren eingespielt.

Was sind es hauptsächlich für Einsätze, die Ihr Verein leistet?

Es sind vor allem Betreuungsaufgaben: Kochen, Essen eingeben, jemanden ins Bett bringen oder morgens beim Aufstehen helfen. Wir leisten Einsätze an der Grenze zur Pflege, aber keine Grundpflege wie die Spitex. Manchmal sind auch Putzeinsätze gefragt. Wir bieten auch Nachtwache an, zum Beispiel bei jemanden, der kürzlich operiert worden ist.

Wer sind die Klienten?

Als wir den Verein gründeten, hatten wir vor allem drei Arten von Klienten im Auge: Kranke, Betagte oder Behinderte. Unser Einzugsgebiet ist sehr gross: vom Sense-Oberland bis nach Murten. Regelmässig sind wir in der Stadt Bern und in angrenzenden Gebieten im Einsatz, bis nach Thun.

Und wie finden Sie Leute, die Einsätze übernehmen?

Für die Pflegeeinsätze kontaktiere ich die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren und frage nach arbeitssuchenden Pflegehelfern. Einige sind sehr gern bereit, für uns zu arbeiten, weil sie dies als Zwischenverdienst abbuchen können. Einige bleiben sogar dabei, wenn sie wieder einen Job gefunden haben.

Wir haben auch Studenten, zum Beispiel für die Nachtwachen. Rentner übernehmen oft die Fahrdienste. Es gibt aber auch Hausfrauen, die neben den Familienpflichten für ein bis zwei Stunden einen Verdienst suchen.

Werden die Dienste auch in Zukunft gefragt sein?

Ich bin davon überzeugt. Die Anfragen haben zugenommen. Wir verzeichnen zum Beispiel viele Fahrdienste, obwohl es noch andere Angebote wie etwa Passepartout und den Verein Dienste für Senioren gibt. Die Leute kommen zu uns, obwohl wir etwas teurer sind, ganz einfach, weil die anderen ausgelastet sind.

Dazu kommt, dass nächstes Jahr die Fallpauschalen eingeführt werden. Das hat zur Folge, dass die Leute früher aus den Spitälern entlassen werden. Mehr Heimplätze wird es aber nicht sofort geben und die Spitex kann auch nicht unbegrenzt mehr Einsätze leisten. Also braucht es auf jeden Fall Angebote wie das unsere.

Was macht Ihnen Sorgen?

Am 1. Januar ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, wonach Einsätze von Hausangestellten dem Minimallohn von 18.20 Franken unterstellt sind. Das ist mehr, als wir zahlen können. Wir würden den Helfern den höheren Tarif sehr gerne bezahlen, müssten diese Kosten aber voll auf unsere Kundschaft abwälzen. Das ist schade. Wir sind jetzt beim Amt für den Arbeitsmarkt vorstellig geworden und hoffen, dass ein Verein wie wir anders behandelt wird als ein Putzinstitut und von dieser Bestimmung verschont bleibt.

Was wünschen Sie sich zum Jubiläum?

Mehr Anerkennung von den Gemeinden und finanzielle Unterstützung oder ab und zu eine Spende. Als wir den Verein gegründet haben, wollten wir auch einen Beitrag gegen steigende Krankenkassenprämien leisten. Durch Angebote wie unseres können Kranke, Betagte und Behinderte länger zu Hause bleiben, statt teure Heimplätze zu belegen. Das müsste doch eine Unterstützung wert sein.

Jubiläumsfestmit Verpflegungsmöglichkeiten morgen Samstag, 28. Mai, 16 bis 23 Uhr, Vereinslokal Schmitten. Unterhaltung mit der Behindertenband Hora, dem Schützenchörli und einem Drehorgelmann. Gastredner: Marie-Thérèse Weber-Gobet, Jean-Marc Groppo (Pro Senectute) und Ivo Zumwald (Stiftung St. Wolfgang, Gemeinderat Schmitten).

Susanne Lottaz hat vor zehn Jahren mit Gleichgesinnten den Verein zur Vermittlung von Hilfsdiensten gegründet.Bild Charles Ellena

Zahlen und Fakten

Alle Freiwilligen bekommen gleich viel

Der Verein zur Vermittlung von Hilfsdiensten bezahlt allen Freiwilligen eine Entschädigung von 15 Franken bzw. 20 Franken am Wochenende. «Wir machen keinen Unterschied, ob jemand Fahrdienste, Putzarbeiten oder Pflegeeinsätze übernimmt», sagt Susanne Lottaz. Die Klienten bezahlen für die Einsätze 21 Franken bzw. 26 Franken am Wochenende. Dazu kommt noch die Entschädigung für die An- bzw. Rückfahrt des Helfers. Mit den sechs Franken Differenz bezahlt der Verein Vermittlung, Telefongebühren, Sozialabgaben und Versicherung. Momentan sind etwa 70 Leute im Einsatz. Im Jahr 2010 wurden 30717 Stunden geleistet.im

Jubiläum

Musik, Verpflegung und Gastredner

Das Jubiläumsfest findet morgen im Vereinslokal Schmitten von 16 bis 23 Uhr statt. Die Behindertenband Hora, das Schützenchörli und eine Drehorgel sorgen für Stimmung. Gastredner sind Marie-Thérèse Weber-Gobet, Jean-Marc Groppo (Pro Senectute) und Ivo Zumwald (Stiftung St. Wolfgang, Gemeinderat Schmitten). Es gibt Verpflegungsmöglichkeiten und eine Tombola. im

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