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Das Burgquartier aufhübschen, wofür und für wen?

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Dass im Burgquartier etwas gehen muss, darin sind sich wohl die meisten Stadtfreiburger einig. Und so badet der aktuelle Gemeinderat heute aus, was die Vorgängerregierung bei der Schliessung der Zähringerbrücke für den Verkehr nicht bedacht hatte. Dabei geht er energisch vor. Das Projekt venezianischer Architekten soll zum Träumen verleiten und gleichzeitig die restriktive Verkehrspolitik vergessen machen. Doch damit hat der Gemeinderat die Rechnung ohne die Wirte gemacht. Denn jene, die im Quartier für Leben sorgen, wollen das Projekt der Regierung nicht. Nicht so. Sie pochen auf den Erhalt der Parkplätze im Quartier, die für sie überlebenswichtig sind. Und so spielen die Gegner auf Zeit: Sie blockieren das Projekt mit Einsprachen, in der Hoffnung, ein Parkhaus möge retten, was laut Netzwerk Altstadt nicht zu retten ist. Dem Gemeinderat läuft derweil die Zeit davon. Denn den Kompromiss auf die Schnelle kann er nicht bieten. Politisch legitimiert, könnte sich die Stadtregierung am Ende einfach durchsetzen – vorausgesetzt, sie obsiegt bei den Einspracheverfahren innert nützlicher Frist. Für wen sich das dann auszahlt, wird sich bei den nächsten Wahlen zeigen, so oder so.

Umgestaltung Ulmenplatz auf Stand-by

Die Wiederaufwertung des Burgquartiers solle «mit einer ersten signifikanten Etappe» angestossen werden, schrieb der Freiburger Gemeinderat in seiner Botschaft zum ersten Studienkredit, die er vor zwei Jahren dem Generalrat vorlegte. Knapp 2,2 Millionen Franken genehmigte dieser für die Analysen zur Aufwertung des Bereichs rund um die Kathedrale und des Ulmenplatzes (Place des Or­meaux). Seither sind die beiden Dossiers blockiert: Zehn Einsprachen waren zu den Plänen auf dem Ulmenplatz eingegangen. Während einige Einsprecher gegen das Streichen von Parkplätzen protestieren, wehrt sich der Verein Cercle du Bourg gegen den geplanten Abriss des ehemaligen Tramhäuschens bei der heutigen Bushaltestelle Tilleul. Der Verein macht geltend, dass die Baute aus dem Jahr 1934, welche nicht unter Denkmalschutz steht, von historischem Interesse sei.

Keine Einigung

«Keine der zehn Einsprachen konnte bisher einvernehmlich geregelt werden», sagte Baudirektorin Andrea Burgener Woef­fray (SP) gestern auf Anfrage. In Sachen Tramhäuschen könne sich der Gemeinderat allerdings vorstellen einzulenken. Doch entschieden sei noch nichts. Der Gemeinderat sei aber bereit, die Variante mit Tramhäuschen zu studieren. Dies hätte indes Auswirkungen auf die Anordnung der Bäume – die geplante Doppelreihe würde auf die Strasse hinaus verschoben. «Darum müssen wir zuerst den Anschluss zur Steinbrückengasse klären, bevor wir definitiv entscheiden können.» Wie dieser aussehen soll, hängt wiederum davon ab, wie die Steinbrückengasse dereinst ausgestaltet werden soll.

Dies zu klären ist unter anderem Teil der zweiten Etappe der Aufwertung des Burgquartiers, wofür gemäss Fahrplan am 29. Oktober dieses Jahres beim Generalrat ein zweiter Studienkredit beantragt werden soll.

Neuauflage wäre nötig

Neu wird in diesem Kredit nun also auch das Überarbeiten der Pläne für den Ulmenplatz enthalten sein. Bis eine neue Gesamtschau vorliegt, werden gemäss Burgener auch die anderen Einsprachen suspendiert. Sollte das Tramhäuschen in die Pläne aufgenommen werden, müsste das Projekt in jedem Fall neu aufgelegt werden.

Und was wird aus dem prägnanten Startschuss zur Aufwertung des Burgquartiers? Wird die erste Etappe zur zweiten? «Oder etwas dazwischen», antwortete Bauvorsteherin Burgener. «Klar ist, der Ulmenplatz ist aktuell auf Stand-by.»

Nicht wirklich vorwärts kommen auch die Vorarbeiten für die Neugestaltung des Bereichs rund um die Kathedrale. Von drei Einsprachen wurde eine zurückgezogen. Jene von Gastro Freiburg und einer Behindertenorganisation sind gemäss Burgener noch hängig. In Sachen Rollstuhlgängigkeit sei man auf gutem Wege, versicherte sie. Auf Granit beisst die Stadt noch bei Gastro Freiburg. «Solange die Einsprachen hängig sind, können wir keinen Baukredit beantragen», kommentierte die Gemeinderätin den Sachverhalt kurz und bündig. Die Wahrscheinlichkeit, dass mit den Bauarbeiten wie geplant im März 2021 begonnen werden kann, wird damit immer kleiner.

Parkplätze

Gastro Freiburg und das Gewerbe geben nicht auf

Roland Blanc, Präsident von Gastro Freiburg, Sektion Stadt, und Präsident der Gewerbetreibenden der Lau­sanne­gasse und des Burgquartiers, spricht Klartext: «Wir wollen die Wiederaufwertung des Burgquartiers, aber nicht um jeden Preis. Wir werden so lange Widerstand leisten, bis die Stadt konkrete Zusicherungen macht.» Beide Vereinigungen seien mit der Stadt zu Einigungsverhandlungen zusammengekommen, aber ohne Ergebnis: «Die Stadt forderte uns auf, die Rekurse zurückzuziehen, mit der Bemerkung, dass sie nichts versprechen könne.» Von 350 Parkplätzen im Quartier seien 300 für die Anwohner. Wenn bei der Aufwertung des Bugquartiers 73 Parkplätze verschwänden, fehlten 20 Plätze für Besucher. «Die Idee eines Parkings unter der Alpenstrasse ist genial», sagt Blanc. «Aber zuerst muss es realisiert werden.» Gemäss Blanc geht es nicht an, «dass zuerst der Detailhandel und die Gastrobetriebe zugrunde gerichtet und danach ein Parking gebaut wird».

rsa

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