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Das Eichenmassaker von Tentlingen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Pascale Hofmeier

In den alten Religionen waren Eichen heilig. Den Kelten waren die Eichen so heilig, dass sie, so wird es überliefert, zum Tod verurteilten, wer einen Eichenhain fällte. Einiges weniger strikt ist der Umgang mit den Eichen heute im Kanton Freiburg: Sie sind geschützt; wer eine fällt, kann dafür gebüsst werden. Zurechtstutzen ist jedoch erlaubt.

«Baumpflege», die schädigt

Genau das hat ein Bauunternehmen mit den beiden stattlichen Eichen am Dorfeingang von Tentlingen gemacht. Die Kronen waren offenbar dem Kran im Weg, der für den Bau eines Einfamilienhauses benötigt wird. Der Kran steht mittlerweile – von den Bäumen sind nur noch zwei Stämme übrig. «Es sind nicht die einzigen Bäume, die so zugerichtet worden sind in letzter Zeit», sagt Esther Nabholz Stoll aus Tentlingen.

Sie bemängelt den «sorglosen» Umgang mit den geschützten Bäumen in der ganzen Region. Ihr komme es vor, als ob kein rechtlicher Schutz bestünde, und vor allem, als ob die ganze Schönheit und Bedeutung der alten intakten Eichen nicht wahrgenommen werde: «Statt die alten Bäume zu pflegen, zu erhalten und Junge nachzupflanzen, werden sie geschädigt oder gar gefällt.»

Die beiden malträtierten Bäume haben auch die Gemeinde beschäftigt: Diese druckte im Mitteilungsblatt einen Artikel zum Thema Baumschutz und korrekte Baumpflege ab.

Und das «Massaker» an den beiden Bäumen habe Folgen, sagt Gemeinderat Gerhard Liechti, Präsident der Umweltschutzkommission von Tentlingen und Giffers: «Es sollen zwei neue Eichen gepflanzt werden.» Eine Studie auf Kosten der Bauherrschaft habe ergeben, dass die Bäume mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent nicht überleben werden. Gemäss Liechti wurde der radikale Baumschnitt nicht durch die Bauherrschaft angeordnet, sondern «wahrscheinlich» durch den Bauunternehmer ausgeführt.

Vielen sind Bäume im Weg

«Bei der Umweltschutzkommission ist das Thema Baumschutz oben auf der Aufgabenliste», sagt Gerhard Liechti. Die Umweltschutzkommission hat damit begonnen, ein Eicheninventar zu erstellen. «Wir lassen überprüfen, ob die Bäume gesund oder krank sind und ob man sie schneiden muss», sagt Liechti. Dies habe bisher ergeben, dass einige wenige frei stehende Bäume gefällt werden müssen.

Es gelte dabei aber auch, die Bedürfnisse der Leute zu respektieren. Viele, die unter einer Eiche wohnten, klagten über verstopfte Dachrinnen oder über fallende Äste. «Vielen sind die Bäume auch einfach im Weg.» Und das Schneiden liege in einer rechtlichen Grauzone. «Es gibt solche, die machen es gut – und andere eben nicht.»

Büssen könne die Gemeinde höchstens, wenn Bäume gefällt würden, nicht aber für den falschen Schnitt – auch wenn der Baum dadurch vielleicht stirbt.

Ökologisch wertvoll

Das bestätigt Marius Achermann vom kantonalen Amt für Natur- und Landschaftsschutz: «Eichen stehen nur unter einem allgemeinen Schutz. Dieser bräuchte noch Präzisierungen. Gemeinden können das in ihren Bau- und Planungsreglementen festlegen.» Dabei gehe es vor allem um ideelle Werte. «Die frei stehenden Bäume strukturieren die Landschaft.» Zudem hätten sie grossen ökologischen Wert, da viele Tier- und Insektenarten in und unter den Bäumen lebten. Doch das Bewusstsein dafür sei bei vielen noch nicht sehr ausgeprägt, sagt Achermann. Oftmals würden denn auch Bäume unter fadenscheinigen Vorwänden gefällt. «Es heisst dann schnell, die waren krank.»

Die Eichen seien Naturdenkmäler und die Gemeinden müssten diese als solche verwalten. «Es kommt schliesslich auch niemandem in den Sinn, eine 200-jährige Kapelle abzubrechen», sagt Achermann.

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