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Das Ende einer Postdynastie

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«Eigentlich wollte ich ja gar nie bei der Post arbeiten», erzählt Hansruedi Nydegger schmunzelnd. Im Gegensatz zu seinen beiden Schwestern, die beide eine Ausbildung als Postschalter-Beamtinnen machten, hat er zuerst Automechaniker gelernt. Als er sich im Jahr 1976 doch noch zu einer Ausbildung bei der Post hinreissen liess, folgte auch er dem Beispiel seiner Vorfahren (siehe Kasten). Denn bereits sein Urgrossvater Friedrich hatte ab 1877 bei der Post gearbeitet. Auf ihn folgte der Grossvater Wilhelm (siehe Bild), und auch sein Vater Alfred war ab 1944 bei der Post angestellt. Im Jahr 1960 übernahmen seine Eltern schliesslich die Stelle als Posthalter in Sangernboden.

Befriedigende Arbeit

Hansruedi Nydegger arbeitete zuerst als Briefträger, später am Schalter und auf der Generaldirektion. 1984 übernahm er zusammen mit seiner Frau Susanne die Poststelle in Sangernboden. Die Zeit dort behält er in guter Erinnerung. «Die Arbeit war sehr befriedigend, weil ich immer wusste, dass ich gebraucht wurde», so Nydegger.

Auch eine Ansprechperson

Als Posthalter hat Nydegger im Gebiet rund um Sangernboden verschiedenste Tätigkeiten wahrgenommen. «Ich konnte mir Zeit lassen für die Leute und an ihrem Alltag teilhaben», sagt er. So verwaltete er neben der Post auch die Bankstelle und griff den Leuten auch im Kleinen unter die Arme. Wenn nötig, half er zum Beispiel den älteren Damen auf abgelegenen Höfen dabei, die Gasbehälter zu wechseln oder erledigte für die Leute Einkäufe. Einmal assistierte er sogar bei einer Kuhgeburt. Zudem hat er auf seine Kunden aufgepasst, hat nachgesehen, ob alles in Ordnung ist. Dabei war er für die Leute stets eine Ansprechperson. «Meist habe ich einfach zugehört und nichts gesagt. Wichtig war auch, dass die Leute wussten, dass ich vom Erzählten nichts weitersage», so Nydegger.

Zu Fuss unterwegs

Seine grossen Touren durch die Gegend um Sangernboden hat Nydegger im Winter oft zu Fuss bewältigt. «Wenn es viel Schnee gegeben hatte, habe ich mich oft entschieden, zu laufen, statt mit dem Auto ein Risiko einzugehen», sagt er. Wenn er doch mit dem Auto unterwegs war, habe er für den Fall der Fälle immer eine Schaufel dabei gehabt. Oft hat er die Post im Winter auch auf den Skiern ausgeliefert.

Schwierige Umstellung

Im Frühling des Jahres 2002 zogen dunkle Wolken auf: Die Poststelle in Sangernboden wurde geschlossen. Hansruedi Nydegger arbeitete die kommenden elf Jahre auf der Dienststelle in Plaffeien. «Diese Umstellung war für mich schon ziemlich happig», sagt er. «Für mich als Alphatier war es schwierig, nicht mehr der eigene Chef zu sein.»

Auf Ende Mai geht Hansruedi Nydegger nun in Pension. Er wolle sich aber weiterhin den Leuten in seiner Umgebung widmen. «Ich habe mir vorgenommen, wieder vermehrt bei all den Leuten in der Umgebung vorbeizuschauen, um einen Kaffee trinken zu gehen. Jetzt habe ich ja viel Zeit», so Nydegger.

Wilhelm Nydegger. Bild zvg

Familie Nydegger: Vier Generationen in Diensten der Post

A lles begann am 12. Oktober 1877. Damals wurde der Urgrossvater von Hansruedi Nydegger, Friedrich Nydegger (1849 – 1921), bei der Post angestellt. Die Postarbeit war damals noch ein Nebenerwerb mit einem Jahreslohn von lediglich 350 Franken. Auch Grossvater Wilhelm Nydegger (1883 – 1963) wurde schon früh mit dem «Pöstler-Virus» angesteckt, lernte aber daneben auch den Beruf des Autowagners. Als er im Ersten Weltkrieg Dienst leistete, musste die ganze daheimgebliebene Familie dafür sorgen, dass der Postdienst in Sangernboden weiter aufrechterhalten werden konnte. Vater Alfred Nydegger (1919 – 1985) war nach der Schulzeit Teilzeit bei der Post angestellt und arbeitete nebenher als Tagelöhner. Nach seinem Dienst im Zweiten Weltkrieg wurde er 1944 bei der Post angestellt. 1960 wurde er Posthalter in Sangernboden. Sein Sohn Hansruedi Nydegger (geboren 1952) übernahm die Poststelle im Jahr 1984 und führte sie bis zu ihrer Schliessung im Jahr 2002. lr

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