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«Das Fest ist hier unten, nicht da oben»

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«Das Fest ist hier unten, nicht da oben»

Die «Frères Bolz» über die Bolzen-Fasnacht und ihre Arbeit am Rababou

Bereits zum achten Mal sind Eric und Dominique Curty verantwortlich für die Herstellung des Rababou. Die Freiburger Nachrichten haben den «Frères Bolz» während der Abschlussarbeiten über die Schulter geschaut.

Wisst ihr, was «Rababou» bedeutet?

Eric Curty lässt Dominique antworten: «Das heisst Holzdieb.»

Richtig. Ihr kennt euch gut aus hier; stammt ihr ursprünglich aus der Unterstadt?

Eric Curty (lacht): Wir sind «pures Bolzes», einhundert Prozent!

Wart ihr schon immer angefressen von der Fasnacht?

D.C.: Wir haben eigentlich schon immer an der Fasnacht mitgemacht. Schon unser Vater war Vorstandsmitglied in der Fasnachtsvereinigung. Und wir haben diese Tradition fortgeführt.

Ihr habt vor acht Jahren damit begonnen, den Rababou zu machen. Weshalb habt ihr diese Aufgabe übernommen?

E.C.: Das kommt aus tiefstem Herzen. Ich glaube, wer den Rababou macht, der sollte wie wir aus der Unterstadt kommen und den Menschen im Quartier eine Freude machen wollen. Vor uns hat Seppi Meuwly die Rababous gemacht; er hat drei grosse und sieben kleine hergestellt.

War das für euch ein Bubentraum, den Rababou machen zu dürfen?

D.C.: Für mich ist es ein Traum,
den Leuten im Quartier eine Freu-
de zu machen. Und wir machen
viel für das Quartier, aber viele
glauben immer noch, dass wir den Rababou irgendwo in einem Geschäft kaufen und ihn einfach aufstellen.

Wie viel Arbeit steckt denn in so einem Rababou?

D.C.: Da muss man mindestens 200 Stunden Arbeit rechnen – unbezahlte Arbeit wohlgemerkt.

Das sind, auf eine 40-Stunden-Woche gerechnet, fünf Wochen Arbeit…

D.C.: Nein. Das kann man nicht so rechnen. Wir können es uns nur erlauben, nach unserer täglichen Arbeit am Rababou weiterzumachen. Wir beginnen jeweils im Dezember, so ab fünf Uhr Nachmittags bis neun oder zehn Uhr am Abend, und an den Wochenenden.

Ihr habt beide eine Vollzeit-Arbeitsstelle?

E.C.: Ja, wir haben hier in der Un-terstadt ein Maurer-Familienunternehmen, das wir zusammen betreiben.

Die Maurer-Arbeit hat aber nicht direkt mit dem Rababou zu tun.

D.C.: Wenn man in einem Gebäude arbeitet, hat man mit vielen Materialien zu tun. Ausserdem arbeiten wir handwerklich, und wenn man handwerklich geschickt ist, ist es nicht allzu kompliziert, einen Rababou herzustellen.

Hat euch Seppi Meuwly am Anfang trotzdem geholfen?

E.C.: Ja, den ersten Rababou haben wir zusammen mit ihm gemacht. Er hat uns die wichtigen Details erklärt. Und für die Bemalung haben wir am Anfang extra einen Kunstmaler angefragt. Dem haben wir bei der Arbeit zugeschaut – und heute machen wir das alles selber.

Aus welchem Material besteht euer neuer Rababou?

E.C.: Es hat etwa zehn Kubikmeter Stroh drin, fünfundsiebzig Meter Maschendraht für die Form, etwa achtzig Meter Tuch für die Oberfläche, und die Farbe darüber. Und im Rababou befinden sich natür-
lich auch noch jede Menge Knallfösche.

Die Arbeit macht ihr gratis – aber das Material ist bezahlt?

D.C.: Das Material wird von der Fastnachtsvereinigung bezahlt, bei der wir auch Mitglied sind.

Wieviel kostet denn so ein Rababou?

E.C.: Da muss man etwa zweitausend Franken rechnen …

D.C. … es kommt etwas darauf an, welche Materialien man verwendet, aber zweitausend Franken bestimmt – nur das Material.

Es gibt ja auch jedes Jahr einen kleinen Rababou. Macht ihr den ebenfalls?

D.C. (winkt ab): Nein, dieses Jahr stellt Marc Bucher den kleinen Rababou her, er löst Seppi Meuwly ab. Wir kümmern uns nur um den grossen.

Jedes Jahr gibt es ein anderes Sujet – diese Mal das Jahr 2000. Bestimmt ihr da mit?

D.C.: Normalerweise wählen wir das Sujet aus; wir schauen, was den Kanton Freiburg besonders beschäftigt hat, und dieses Mal haben wir uns für den Jahrtausendwechsel entschieden. Wir hätten auch den Freiburger Gemeinderat oder «Lothar» machen können, aber es wäre etwas schwierig geworden, diese Themen darzustellen.

Euer Rababou wird jedes Jahr für die verschiedensten Sachen angeklagt – habt ihr dort auch ein Wörtchen mitzureden?

E.C.: Wir haben mit der Verurteilung nichts zu tun. Am Tag des Umzugs setzen sich vier Personen in einer Beiz zusammen und bestimmen, weswegen der Rababou angeklagt werden soll, aber damit haben wir nichts zu tun.

D.C.: Seit wir den Rababou machen, bestimmen wir aber, wer ihn anzünden darf. Früher waren es
immer Gemeinderäte oder so – jemand, den der Fasnachtsvorstand bestimmt hat.

Sobald wir aber den ersten Rababou selber gemacht haben, haben wir gesagt: «Wir bestimmen, wer ihn anzündet!» Denn manchmal haben wir Plausch daran, es selber zu machen, manchmal unsere Kinder – aber ich habe mehr Spass daran, wenn wir es bestimmen dürfen.

Ist es nicht jedesmal hart, die Arbeit so vieler Stunden in den Flammen aufgehen zu sehen?

D.C.: In der Zwischenzeit haben wir uns daran gewöhnt. Aber das erste Mal war es doch schwierig zuzusehen, wie innert zehn Minuten alles verbrennt. Und dann denkt man bereits an die Arbeit im folgenden Jahr – das ist unglaublich! Aber man muss es gern machen, denn wenn wir es nicht machen wollten, würden wir es lassen.

Seid ihr trotzdem froh, wenn ihr nach der Fasnacht wieder eine Weile Ruhe habt?

Beide: Aber sicher!

Dieses Jahr bekommt die Fasnacht Konkurrenz vom Fest im Forum …

D.C.: … es hat bestimmt Leute, die gerne die Musik dort hören. Aber dort zahlt man viel Eintritt, ist in vier Betonwänden eingesperrt und kann nicht raus. Hier ist man im Freien und kann in eine der Beizen gehen; das Fest ist hier unten, nicht dort oben!

Interview: Ueli Strasser

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