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Das ganze Netzwerk ist verantwortlich

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Autor: Fahrettin Calislar

Dass die Ärzte irgendwann einmal ihr Budget ausgeschöpft haben könnten und dann entweder nicht mehr fähig wären, ihre Patienten zu behandeln, oder den Rest der Behandlung aus dem eigenen Sack berappen müssten – dieses Schreckgespenst der Gegner der Managed-Care-Vorlage (die FN berichteten) stösst dem Plaffeier Hausarzt Robert Helbling sauer auf. Er betont, dass kein Globalbudget mit einem absoluten Betrag vorgesehen sei, das den Arzt zwingen würde, gratis zu arbeiten.

Vielmehr erhalte dieser seine Leistungen gemäss Tarif voll ausbezahlt. Die Abweichung vom Budget hat also den Einzelnen nicht zu bekümmern: «Der einzelne Arzt erhält nie direkt Geld und muss auch bei Nichterreichen des Budgetziels nie etwas bezahlen.» Deshalb ist er sich sicher: «So sieht das Budgetgespenst weniger schlimm aus.»

Es sei entgegen der Kritik der Gegner so, dass das ganze Netzwerk für die Einhaltung des Vertrags mit der Krankenversicherung geradestehe, also nicht der einzelne Arzt. Und der Vertrag werde wie das Budget regelmässig ausgehandelt – auf Augenhöhe, wie Helbling betont, der Vertrag könne jederzeit gekündigt werden. Die Kollektivverantwortung des Netzwerks garantiere die Freiheit des Arztes. Nichts könne ihn unter Druck setzen, und der Mediziner könne nach bestem Wissen und Gewissen seine Arbeit machen.

Das «virtuelle» Budget

Helbling bezeichnet das Budget als «virtuell»: Es geht von Erfahrungswerten aus. Dann werden Kostensenkungen abgemacht. Gespart werden kann durch die Begleitung des Patienten durch die ganze Behandlungsphase, die Verhinderung von Doppelspurigkeiten und nicht notwendige Untersuchungen. Wenn das Ziel erreicht wird, erhält das Netzwerk den vollen Bonus, andernfalls einen Mindestbetrag zur Deckung von Kosten ausserhalb der medizinischen Arbeit, beispielsweise für die Verwaltungskosten des Netzwerkes. «Falls das Budget nicht erreicht wird, ‹bezahlt› das Netzwerk den gleichen Betrag», so Helbling. «Es wird nicht so sein, dass plötzlich eine Rechnung für die Deckung des Defizits an die einzelnen Mitglieder geht.»

Netzwerke führen laut Helbling schon heute zu einer besseren Zusammenarbeit, mit anderen Doktoren, aber auch mit anderen Leistungserbringern: «Wir treffen uns regelmässig. Das gibt einen fachlichen Austausch, der mir enorm viel bedeutet.» Die Koordination müsse unbedingt verbessert werden. Er freut sich über den vertraglichen «Zwang», sich in Teambesprechungen mit Kollegen auszutauschen – nicht nur über aktuelle Themen, sondern auch über Alltagsprobleme. «So können wir vieles an unserer Arbeit verbessern. Das ist gerade auf dem Land sehr wichtig, weil man weiter auseinander lebt.» In Qualitätszirkeln sprechen Ärzte über Optimierungen in vielen Bereichen.

Tatsächlich nicht einfach

Dass die Intensität und die Bitterkeit im Schlagabtausch zwischen den Medizinern in der Öffentlichkeit auf Unverständnis stösst, kann Helbling nachvollziehen. «Die Vorlage ist sehr emotional und polarisierend, auch wenn man es ihr nicht ansieht.»

Einerseits spiele das Eigeninteresse vieler Mediziner mit. Andererseits sei es tatsächlich so, dass man wie bei jeder Reform den Ausgang nicht genau kenne. Viele Ärzte hätten Angst, dass die Nachteile überwiegen und sie nicht mehr ausweichen könnten. «Das löst Ängste aus und führt zu Ablehnung von Neuem.»

Er gebe zu, dass die Vorlage nicht in jedem Punkt das Gelbe vom Ei sei: «Wie bei jedem Kompromiss hat sie für jeden Vor- und Nachteile, die er in Kauf nehmen muss. Sie ist aber insgesamt ausgewogen.»

Die Vorlage könne dem Gesundheitswesen viel bringen, die Voraussetzungen sind aus Helblings Sicht gut. Denn die heutige Situation sei in manchen Punkten schlechter als die Vorlage. Und der Beitritt zum Netzwerk bleibe ja für Patienten und Ärzte freiwillig, wie Helbling betont.

Robert Helbling setzt sich für ein Ja zur Managed-Care-Vorlage ein. Er ist überzeugt, dass die Vorteile überwiegen.Bild Aldo Ellena/a

«So sieht das Budgetgespenst weniger schlimm aus.»

Autor: Robert Helbling

Autor: Hausarzt, Plaffeien

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