Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das Gehör regeneriert nur bei Stille

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: IRMGARD LEHMANN

Das Bild ist altbekannt. Junge Frauen und Männer, die tagaus, tagein mit den Kopfhörern durch die Strassen laufen; im Zug, im Bus ihren MP3-Player volle Pulle laufen lassen, in Discos und Konzertsälen am Lautsprecher kleben. Wissen sie, was sie ihrem Gehör antun?

«Nein», sagte Marc Chardonnens, Vorsteher des Amtes für Umwelt am Dienstag vor den Medien. Daher führe der Kanton anlässlich des internationalen Lärmschutztages (Mittwoch, 16. April) eine Sensibilisierungskampagne durch: Am Freitag und Samstag werden in fünf Konzertsälen Aktionen stattfinden (siehe Kasten).

Schallgrenze bei 93 Dezibel

Von Gesetzes wegen ist die Schallgrenze klar abgesteckt und liegt bei 93 Dezibel (dB) Doch kaum ein Konzertveranstalter hält sich konstant daran. Was auch nicht weiter beanstandet wird. «Hauptsache ist, dass der Durchschnittswert während eines Konzertes stimmt», erklärte Roland Kalberer, Chef der Lärmsektion beim Amt für Umwelt.

Um dauerhafte Hörschäden zu vermeiden, darf beispielsweise die tägliche Expositionsdauer bei einem Schallpegel von 100 dB maximal 15 Minuten betragen.

Um sein Gehör nachhaltig zu schützen, wird deshalb jedermann dazu aufgefordert, ab Beginn einer schallintensiven Veranstaltung bis zum Schluss einen Gehörschutz zu tragen. Kalberer: «Damit kann die Schallbelastung um ca. 20 dB gesenkt werden.»

Im Fri-Son wurden letztes Jahr zu 18 000 Gehörschutzpfropfen gegriffen (Kosten 3500 Fr.). «Bei jedem Konzert legen wir diese bei der Bar bereit», bemerkte Martine Chalverat, Mitverantwortliche im Fri-Son.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Lärm kann Hördefizite bewirken, die Kommunikation erschweren, den Schlaf stören, das Herz-Kreislauf-System schädigen und psychophysiologische Störungen hervorrufen. Bei regelmässiger Überbelastung entsteht der Eindruck, man hätte Watte im Ohr (Hypoakusie), und oft tritt gleichzeitig ein Tinnitus auf.

«Das Gehör regeneriert sich nur bei Stille», unterstreicht Kalberer. Einem Lärmpegel von 94 dB sollte sich jemand nicht länger als eine Stunde aussetzen – und 100 dB nur gerade 15 Minuten. «Wer mehrere Stunden Lärm über dem Grenzwert von 93 dB ausgesetzt ist, braucht einen Tag, um sich zu erholen.»

Das Gehör kann sich nämlich bei zu kurzen Pausen nur unvollständig erholen, und die Haarzellen des Innenohres sterben ab. Ein Vorgang, der irreparabel ist.

Gehörschäden bei den Jugendlichen

Messungen des Gehörvermögens in einer Berufsschule des Kantons Luzern im Jahre 1999 haben ergeben, dass das Gehör bei 11 Prozent der Schüler geschädigt war, sagte Annick Rywalski Barras, Beauftragte für Gesundheitsförderung. Wie die Umfrage zeigte, setzten sich ungefähr 50 Prozent der jungen Leute jede Woche einem Schallpegel von mehr als 87 dB aus. «Bei jungen Leuten unter 25 Jahren geht man davon aus, dass die Schall- bzw. Lärmexposition der Hauptgrund für Gehörschäden ist.»

Exempel Fri-Son

Wie wird nun im Fri-Son die Dezibelgrenze gehandhabt? Dazu die Antwort des Programmverantwortlichen Pablo Niederberger: «Im Grossen und Ganzen werden die Grenzwerte respektiert. Wenn nicht, so schreiten wir bereits bei den Proben ein.» Dass bei gewissen Bands der hohe Lärmpegel Teil des Konzeptes ist, verneint er keineswegs. «Extrem laut spielen meist jene, die schlecht spielen», warf Patrick Boschung vom Bad Bonn ein.

Dass die Grenzwerte auch im Fri-Son zuweilen überschritten werden, stritt keiner ab. «Es gibt gar Leute, die sich möglichst nah beim Lautsprecher hinstellen oder einen Streit vom Zaun reissen, wenn nicht voll aufgedreht wird», ergänzte Roland Kalberer, Chef der Lärmsektion beim Amt für Umwelt, an der gestrigen Pressekonferenz.

Mehr zum Thema