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Das Grab gleich selbst geschaufelt

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In Partien zwischen mehr oder weniger ausgeglichenen Mannschaften entscheidet nicht selten der Heimvorteil, oder dann der bessere Goalie. So auch in den drei Meisterschaftsspielen der letzten Woche, wo Gottéron seine beiden Heimpartien für sich entscheiden konnte, und plötzlich wieder etwas Hoffnung im Kampf um einen Playoffplatz aufkam. Am Samstag in Biel wurde das Team von Coach Larry Huras dann aber schnell wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt, und die Seeländer konnten ihren Punktevorsprung nach nur einem Tag wieder ausbauen. Das wäre aber nicht unbedingt nötig gewesen, denn über weite Strecken waren die Gäste sogar die bessere Mannschaft auf dem Eis. In der Schlussphase nutzte dann aber der Heimklub unnötige Strafen der Drachen zu den entscheidenden Treffern. Zudem hatte der Sieger mit seinem neuen Goalie Jonas Hiller einen erstklassigen Rückhalt, der zumindest ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten der Freiburger mit tollen Paraden zunichtemachte. Gerade diese beiden Partien zwischen den alten Rivalen Biel und Got­téron haben einmal mehr aufgedeckt, dass im Eishockey eben ein überdurchschnittlicher Goalie auf die ganze Saison hinaus manchen Punkt ausmachen kann.

Biels Sportler des Jahres mit zwei Powerplaytoren

Nach zwei Dritteln führten die Bieler eher etwas glücklich mit 2:1 Toren, beide Male hatte ihr Natistürmer und Sportler des Jahres Gaëtan Haas im Überzahlspiel von der blauen Linie mit einem präzisen Knaller getroffen. Die Zuspiele kamen wie übrigens auch beim vierten Bieler Tor von Marc-Antoine Pouliot, der gegen seine alten Kollegen natürlich besonders motiviert zur Sache ging. Haas, der ja nächste Saison zum Schweizer Meister Bern wechselt, gab nach dem Match offen zu, dass bei den Treffern eine Portion Glück dabei gewesen sei, wie auch beim Ausgang des ziemlich ausgeglichenen Spiels.

Allerdings gingen die Bieler mit ihren Möglichkeiten viel effizienter um als ihr Gegner, der in diesen wichtigen Szenen mindestens eine Handvoll bester Chancen ausliess – in der Reihenfolge waren dies Caryl Neuenschwander, Lorenz Kienzle, Julien Sprunger und vor allem auch Roman Cervenka. Im Auslassen dieser guten Möglichkeiten sah Marc Abplanalp auch einer der Hauptgründe für diese unnötige Niederlage. Man habe immer einem Rückstand nachrennen müssen, statt einmal selbst in Führung zu gehen.

Dazwischen hatte Kilian Mottet ebenfalls im Powerplay zum mehr als verdienten 1:1-Ausgleich eingeschossen (19.), es war dies schon das fünfte Tor in den letzten drei Spielen des Flügels der Bykow-Formation, die auch in Biel bis zum Ausfall ihres Centers in der Offensive für die meiste Gefahr sorgte. Der knappe Vorsprung nach zwei Dritteln schmeichelte jedenfalls den Seeländern, sie hatten ihn zu diesem Zeitpunkt nicht der eigenen Überlegenheit zu verdanken, sondern ihrem Keeper und der schlechten Chancenauswertung Freiburgs.

Bykow-Ausfall gab dem Match ein anderes Gesicht

Eine vielleicht spielentscheidende Szene sahen die 6366 Fans kurz vor dem zweiten Seitenwechsel: Biels Verteidiger Marco Maurer, seit Jahren eher ein Mann fürs Grobe, checkte Bykow heftig an die Bande und wurde dafür von den Schiedsrichtern frühzeitig unter die Dusche geschickt. Die Freiburger konnten jedoch aus der Fünfminutenstrafe keinen Profit ziehen, zudem musste Coach Hurras im Sturm Änderungen vornehmen. Goldhelm Julien Sprunger wechselte in die Cervenka-Formation – und prompt schoss dieser neu zusammengestellte Angriff nach 45 Minuten durch Michal Birner das von den vielen mitgereisten Gottéronfans mächtig umjubelte 2:2.

Zehn Minuten vor Schluss ging dann der dreifache Schweizer Meister erneut in Führung: Aus einem Gewühl heraus schob Jacob Micflikier, der diesmal den Vorzug vor Toni Rajala bekommen hatte, die Scheibe zum vorentscheidenden 3:2 ins Tor. «Auf dieses blöde Gegentor konnten wir dann nicht mehr richtig reagieren», haderte Marc Abplanalp nach dem Spiel mit diesem Tor. Die letzte Phase des nach wie vor offenen Spiels lief dann für den Verlierer allerdings alles andere als optimal: Zuerst machte Hurras für ein paar Sekunden (!) einen kaum nachvollziehbaren Goaliewechsel, und dann führten einige verzögerte Wechsel sogar noch zu einer Bankstrafe, die der Heimklub durch Julian Schmutz in der Schlussminute zur Siegessicherung ausnützte – es war der dritte Powerplay-Treffer der Bieler an diesem Abend. Der junge Bieler Stürmer, der mit Freiburgs Angreifer Flavio ebenso wenig verwandt ist wie die beiden Neuenschwander, hatte sich zuvor mit Mattias Ritola einen harten Boxkampf in einem sonst eher körperlosen Match geliefert. So gesehen verpasste Gottéron im letzten Drittel durchaus Punkte, die es aufgrund einer insgesamt guten Partie durchaus verdient hätte.

Unzufriedener Larry Huras

Diese unnötige Schlappe, zum Teil auch von ihm selbst eingebrockt, schlug dem Freiburger Coach mächtig aufs Nervenkostüm: «Wir haben uns diese Niederlage selbst eingebrockt. Zwei, drei Spieler waren nach den letzten beiden Siegen schon wieder etwas selbstzufrieden, und so etwas können wir uns nicht erlauben. Chancen für Punkte waren da, wir haben sie aber nicht genutzt. Dazu war Hiller in einer beneidenswerten Form, er ist bei Biel die halbe Miete.» Auch sein Gegenüber Mike McNamara hob in der Matchanalyse hervor, dass die Special Teams diesen spannenden Match entschieden hätten: «Wir haben zuletzt das Boxplay vermehrt trainiert, und das hat uns in der fünfminütigen Unterzahl geholfen. Zudem haben wir nach dem Freitagsspiel einige kleine Sachen punkto Taktik umgestellt, was sich ebenfalls ausbezahlt hat.»

Morgen in Göteborg

Wie schlimm die Verletzung bei Andrei Bykow aussieht, konnte nach dem Spiel niemand sagen. Bykow selbst wollte zu Beginn des letzten Drittels aufs Eis zurückkehren, sein Coach liess ihn aber draussen, um kein zusätzliches Risiko für die Zukunft einzugehen.

Mit dieser Niederlage missglückte Freiburg die Hauptprobe für das Halbfinal-Hinspiel in der Champions Hockey League bei Frölunda Göteborg von morgen Dienstag. In Göteborg will man laut Marc Abplanalp trotz dem vermeintlich besten Gegner in dieser Saison voll auf Sieg spielen, auch wenn im Hinterkopf sicher die brisante Lage in der Meisterschaft umherkreisen dürfte.

Solche Sorgen haben die Bieler im Moment nicht. Sie beendeten eine drei Spiele dauernde Niederlagenserie. Nach einer verpfuschten letzten Saison steuern sie einem Playoff-Abenteuer entgegen – ganz im Gegensatz zu ihrem samstäglichen Gegner.

Telegramm

Biel – Gottéron 4:2 (1:1, 1:0, 2:1)

6366 Zuschauer. – SR Mandioni/Mollard, Abegglen/Gnemmi. Tore: 16. Haas (Pouliot/Ausschluss Caryl Neuenschwander) 1:0. 19. Mottet (Bykow/Ausschluss Maurer) 1:1. 22. Haas (Pouliot/Ausschluss Birner) 2:1. 46. Birner (Cervenka) 2:2. 50. Micflikier (Wellinger/Ausschlüsse Julian Schmutz; Ritola) 3:2. 60. (59:34) Julian Schmutz (Pouliot/Ausschluss Fritsche) 4:2. Strafen: 5-mal 2 plus 5 Minuten (Maurer) plus Spieldauer (Maurer) gegen Biel, 7-mal 2 Minuten gegen Freiburg-Gottéron.

Biel: Hiller; Lundin, Wellinger; Dave Sutter, Fey; Maurer, Nicholas Steiner; Jecker; Micflikier, Earl, Julian Schmutz; Pouliot, Haas, Pedretti; Rossi, Jan Neuenschwander, Fabian Lüthi; Horansky, Joggi, Wetzel; Tschantré.

Freiburg-Gottéron: (56:13 bis 56:16 Saikkonen); Stalder, Leeger; Rathgeb, Picard; Kienzle, Abplanalp; Chavaillaz; Fritsche, Rivera, C. Neuenschwander; Ritola, Cervenka, Birner; D. Steiner, F. Schmutz, Neukom; Sprunger, Bykow, Mottet.

Bemerkungen: Biel ohne Valentin Lüthi und Fabian Sutter (beide verletzt), Dufner (krank) und Rajala (überzähliger Ausländer). Freiburg-Gottéron ohne Schilt, Maret, Loichat (alle verletzt) und Mauldin (überzähliger Ausländer). – 38. Bykow nach Crosscheck von Maurer mit Verdacht auf Gehirnerschütterung verletzt ausgeschieden. – 47. Pfostenschuss Jan Neuenschwander. – Timeout Biel (58.).

Die FN-Besten: Haas und Birner.

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