Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das grösste Filmfestival unter den kleinen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Fiff erhält 2008 deutlich weniger Bundessubventionen, bleibt aber das viertwichtigste Festival der Schweiz

Autor: Von CAROLE SCHNEUWLY

Mit Spannung hatte man die Medienkonferenz des Bundesamtes für Kultur (BAK) erwartet, das am Freitag in Locarno bekannt gab, welche Schweizer Filmfestivals es künftig in welchem Ausmass unterstützen wird. Auch für das Internationale Filmfestival Freiburg ist der Entscheid über die Bundesgelder von Bedeutung: In den vergangenen drei Jahren hatte es vom BAK jeweils Subventionen zwischen 200 000 und 240 000 Franken erhalten.

«Der Entscheid ist nachvollziehbar»

Im Rahmen der neuen Festivalpolitik des Bundes muss sich das Fiff nun für die Ausgabe 2008 mit einem Beitrag von 100 000 Franken begnügen. Die administrative Direktorin Franziska Burkhardt nahm dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Kenntnis: Dass der Beitrag um mehr als die Hälfte gekürzt worden sei, sei natürlich schmerzhaft, sagte sie gegenüber den FN. «In der Logik der neuen Festivalpolitik ist der Entscheid aber nachvollziehbar.»Tatsächlich arbeitet das BAK bei der Verteilung der insgesamt 2,53 Millionen Franken Fördergelder mit klaren Prioritäten. Über zwei Millionen gehen an die drei sogenannten A-Festivals mit «zentraler Bedeutung für die Schweizer Filmbranche» (Internationales Filmfestival Locarno, Visions du Réel Nyon und Solothurner Filmtage).

Nur für die Ausgabe 2008

Von der verbleibenden halben Million habe das Filmfestival Freiburg immerhin einen Fünftel erhalten, so Franziska Burkhardt. Das zementiere die Position des Fiff als viertwichtigstes Festival der Schweiz. «So gesehen können wir zufrieden sein.»Allerdings hat das Fiff im Gegensatz zu den A-Festivals und den vier anderen Festivals der Kategorie «Un certain regard» (siehe Kasten) keine Leistungsvereinbarung für die Jahre 2008 bis 2010 erhalten, sondern lediglich eine Zusage für die Ausgabe 2008. Das hänge mit der aktuellen Neupositionierung und Neuorganisation des Festivals zusammen, erklärte Nicolas Bideau, Leiter der Sektion Film des BAK. Das Schwergewicht des Fiff liege seit je bei den Filmen des Südens. Jetzt habe das Festival den ersten Schritt getan, um den Hauptakzent auf die «Filme» statt auf den «Süden» zu legen. «Das ist die richtige Richtung», so Bideau. «Auf dieser Basis werden wir nächstes Jahr weiterentscheiden.»

Die Zukunft ist abhängig vom künftigen Direktor

Die künftige Ausrichtung des Fiff ist auch deshalb unsicher, weil die mittelfristige Leitung nicht geregelt ist: Die administrative und künstlerische Direktion soll zusammengelegt werden, ein geeigneter Kandidat für den anspruchsvollen Posten wurde aber noch nicht gefunden (FN vom 28. Juni). Die Programmation der Ausgabe 2008 übernimmt der französische Filmkritiker Edouard Waintrop (FN vom 3. August).«Wie es mit dem Festival weitergeht, wird zu einem grossen Teil von der Person des künftigen Direktors abhängen», räumte Franziska Burkhardt ein. Primär werde es darum gehen, das Netzwerk gezielt zu erweitern. Wenn dies gelinge, habe das Fiff sogar das Potenzial, dereinst in die Kategorie der A-Festivals aufzusteigen. Dies sei aber nicht das Hauptziel: «Es ist ein zweischneidiges Schwert. Man hat als kleineres Festival auch mehr Freiheiten.»

Die Existenz ist nicht gefährdet

Die Kürzung der BAK-Subvention jedenfalls gefährde nicht die Existenz des Fiff. Zwar habe man für 2008 mit einem ähnlich hohen Betrag wie in den vergangenen Jahren gerechnet. In dem 1,6-Millionen-Budget sei die Einbusse aber zu verschmerzen. Man werde versuchen, den Fehlbetrag mithilfe von bestehenden und neuen Sponsoren zu decken. Dass man sich beim Programm einschränken müsse, sei unwahrscheinlich.

Mehr zum Thema