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«Das Hauptproblem ist die Isolation»

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Autor: Imelda ruffieux

Die Afaap ist 1992 als Selbsthilfeorganisation von einer betroffenen Frau gegründet worden und heute als Verein organisiert. Seit 2004 steht das Beratungsangebot auch Deutschsprachigen offen, und die Aktivitäten sind vom Kanton anerkannt, wie Martin Baumgartner, Sozialarbeiter und einer der beiden deutschsprachigen Berater bei der Afaap, erklärt.

Niemanden zum Reden

Die Vereinigung berät Personen mit psychischen Problemen, z. B. Depressionen, und ihre Angehörige. «Wir sind keine Ärzte», hält Martin Baumgartner fest. «Das Hauptproblem bei den Betroffenen ist die Isolation.» Viele dieser Leute getrauten sich oft nicht, mit jemandem über ihre Probleme zu sprechen, aus Angst, schräg angeschaut zu werden. «Also ziehen sie sich noch mehr zurück.»

Es sei wichtig, aus der Isolation auszubrechen. Die Sozialarbeiter laden Hilfesuchende zuerst einmal zu einem Gespräch ein, um ihnen die Angebote des Vereins vorzustellen und um herauszufinden, welches davon für den Betreffenden am ehesten in Frage kommt. «Wir raten ihnen, einfach einmal dabei zu sein und zu spüren, wie es ihnen passt.» Auf diese Weise hätten viele mit anderen Betroffenen Kontakte knüpfen können. «Wer das Angebot annimmt, geht keinerlei Verpflichtung ein», betont Martin Baumgartner.

Ständig unter Druck

Die Afaap bietet zum einen Selbsthilfegruppen für Betroffene an. Für diese sei es wichtig, einmal über ihre Probleme reden zu können und festzustellen, dass sie nicht allein seien, führt der Sozialarbeiter aus. «So erhalten sie die Möglichkeit, besser mit ihrer Lage umgehen zu können.» Für viele Betroffene habe man so einen Aufenthalt in der Klinik Marsens verhindern können.

Parallel dazu gibt es auch Gesprächsgruppen für Angehörige. «Das Zusammenleben mit einem Psychischkranken ist nicht einfach. Man weiss nie, was passiert, ist dauernd unter Druck und muss mit dieser Last alleine fertig werden», erklärt der Sozialarbeiter. Für die Angehörigen ist eine Hotline eingerichtet worden (montags, zwischen 17.30 und 19 Uhr: Tel. 026 424 1 14).

Zum anderen gibt es kreative Angebote (z. B. Singen, Malen, Schreiben) und gesellige Angebote (Jassen, Spaziergänge usw.). «Auch diese Treffen sind wichtig. Sie geben den Betroffenen eine Struktur in ihrem Alltag», führt Martin Baumgartner aus. Viele würden sich ihre Woche nach diesen Treffen einrichten. «Viele sagen: ?Auch wenn es mir schlecht geht, hierher komme ich.? Denn hier haben sie einen Halt und gewinnen an Selbstvertrauen, auch einmal etwas ausserhalb zu wagen.»

Vom Kanton anerkannt

Finanziert wird die Afaap – 370 Stellenprozente, verteilt auf fünf Sozialarbeiter und eine Angestellte in der Administration – zum einen vom Kanton, zum anderen vom Bundesamt für Sozialversicherungen, da viele der Kunden IV-Bezüger sind. Weitere Beiträge kommen von der Loterie Romande. Wer die Angebote regelmässig nutzt, wird Mitglied im Verein. So wird der Verein durch Mitgliederbeiträge und Spenden unterstützt.

Momentan sind unter den jährlich etwa 200 Personen, die mehr oder weniger regelmässig eines der Angebote wahrnehmen, wesentlich mehr französischsprachige. Das will die Afaap ändern. «Wir sind unter den Deutschsprachigen noch zu wenig bekannt», ist sich Baumgartner bewusst. Die Afaap war am Plaffeienmarkt präsent und wird am Martinsmarkt in Düdingen (8. November) sowie an der Adventsausstellung der Stiftung Applico in Schmitten (21./22. November) teilnehmen.

Am internationalen Tag der psychischen Gesundheit von heute Freitag ist die Afaap mit Ständen im Kantonsspital sowie im Spital Tafers präsent.

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