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Das Hoffen auf gute Rahmenbedingungen

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Vor einem Jahr habe er erste Befürchtungen über Protektionismus geäussert, so René Jenny, Präsident der Handels- und Industriekammer Freiburg (HIKF), an der gestrigen Generalversammlung im Forum Freiburg. «Es waren erste Vorboten eines Handelskriegs», sagte er. «Seither hat sich die Lage nicht verbessert. Im Gegenteil. Aber Protektionismus hilft niemandem. Auch die Freiburger Wirtschaft braucht einen offenen Markt.»

Wie aus dem Jahresbericht der HIKF hervorgeht, haben die Freiburger Exporte 2017 nach zwei Jahren des Rückgangs wieder zugenommen. Die ins Ausland gelieferten Waren machten rund 9  Milliarden Franken aus. Die Maschinen- und Elektroapparateindustrie legte um rund 18  Prozent zu.

Von dieser Entwicklung profitierten die meisten Wirtschaftsbranchen im Kanton. Einzige Ausnahme: der Detailhandel. Eine Studie der HIKF hat diesen Frühling aufgezeigt, wie schwer sich dieser Wirtschaftszweig tut (die FN berichteten). Online-Einkäufe und Einkaufstourismus machen der Branche zu schaffen.

Die restliche Wirtschaft scheint sich aber von den Krisenjahren 2008 und 2009 erholt zu haben, so Jenny. «Dazu brauchte es aber doch immerhin zehn Jahre.»

Probleme könne man sich heute vor allem selber schaffen, so der Präsident. «Der Erhalt guter Rahmenbedingungen ist wichtiger denn je, und Fehlentscheide könnten diese infrage stellen.» Jenny erwähnte als Beispiel die beiden Landwirtschaftsvorlagen, die am 23. September zur Abstimmung kommen. Würden sie angenommen, drohten gemäss Jenny neue Zölle und mehr Einkaufstourismus.

Ebenso angespannt beobachtet Jenny die Verhandlungen der Schweiz mit der EU. «Die Schweiz braucht ein Rahmenabkommen mit der EU. Ohne dieses wird der Zugang zum EU-Markt mit neuen Prüfverfahren deutlich schwieriger.» Auf kantonaler Ebene ist in den Augen des HIKF-Präsidenten die Steuerreform  17 zentral. Seine Organisation unterstütze das kantonale Projekt, wie es der Staatsrat diesen Sommer vorgestellt hat. Dies inklusive der 30  Millionen Franken sozialer Abgaben. «Die Steuerreform ist die Basis der Wettbewerbsfähigkeit unseres Kantons», betonte Jenny.

Die Generalversammlung bot Gelegenheit, auf die Aktivitäten der Kammer im letzten Jahr zurückzublicken. Mittlerweile zählt sie rund 1100 Mitglieder und vertritt mehr als 50  Prozent der Arbeitsplätze im Privatsektor.

Eine Jugendsektion

Um sich einen jugendlichen Anstrich zu geben, hat die HIKF im Verlauf des letzten Jahres ein neues Organ geschaffen: die Nachwuchs-HIKF. Diese habe guten Anklang gefunden, so Jenny. Das Maximalalter der Mitglieder ist auf 40  Jahre beschränkt.

Die Versammlung nahm Abschied von zwei jahrelangen Mitgliedern des Verwaltungsrats. Nach 15  Jahren trat Paul-Albert Nobs, Generaldirektor der Cremo AG, aus dem HIKF-Vorstand zurück. Seit 2005 war Freddy Quartenoud, Patron des Unternehmens Allo Boissons, im Vorstand. Auch er ist mit der gestrigen Generalversammlung zurückgetreten.

Martin Vetterli

Wie die Schweiz bei den Grossen mitmischen kann

«Geben Sie Ihre Daten nicht preis!» Diesen Ratschlag gab Martin Vetterli, Präsident der ETH Lausanne, gestern den rund 700 Freiburger Unternehmerinnen und Unternehmern im Forum Freiburg mit auf den Weg. Die Schweiz sei eines der innovativsten Länder der Welt, nicht zuletzt dank dem guten Bildungssystem, aber immer wieder würden andere davon profitieren. Beispiele gefällig? Das World Wide Web, die Computer-Maus und auch die Idee einer Swiss Metro wurden allesamt am Genfersee konzipiert. Das Geld mit diesen Ideen wird aber heute in Kalifornien gemacht. Vetterli plädierte deshalb für ein Swiss Innovation Valley anstelle des kalifornischen Silicon Valley. Er hat auch eine Vorstellung, wie das geschehen soll: «Es muss zusammengearbeitet werden. Die Schweiz kann das.»

Für Vetterli ist es auch kein Problem, dass andere Länder viel höhere Beträge in die digitale Innovation pumpen. Im Vergleich zur Grösse des Landes stünden in der Schweiz beträchtliche Beträge zur Verfügung. Für Vetterli ist aber wichtig, dass in der Bildung zusätzlich zu Mathematik und Physik Computer-Denken gelehrt wird: Wie stellt man Probleme dar, so dass Computer sie lösen können?

uh

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