Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Das Informatikamt weiss alles besser»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Im Jahr 2011 entschied der Kanton, die Beschaffung sowie den Betrieb und den Unterhalt des Informatikparks an den Freiburger Gymnasien und Berufsschulen in das kantonale Amt für Informatik (ITA) zu integrieren. Ziel war es, den Wust an Informatiklösungen zu eliminieren und Kosten einzusparen.

Heute, sechs Jahre später, habe sich einiges verbessert, sagt Christophe Nydegger, Vorsteher des Amtes für Berufsbildung und Präsident der kantonalen Kommission für Informatik im Unterrichtswesen (IKU): «Früher gab es keine Linie. Jede Schule hatte zum Beispiele eine andere Version des Computerprogramms Adobe. Eine Harmonisierung war notwendig. Jetzt läuft es schon ziemlich gut.»

«Kein Service public»

Dennoch gibt es Stimmen, die mit der Arbeit des Amtes für Informatik nicht zufrieden sind. Ein Kenner der Szene, der anonym bleiben möchte, sagte gegenüber den FN: «Was mich am meisten stört, ist, dass sich das Informatikamt nicht in den Dienst der Bevölkerung stellt. Weder die ehemaligen Chefs noch der aktuelle Chef hören der Verwaltung wirklich zu, was sie braucht.» Das sei, wie wenn jemand ein rechteckiges Haus bauen wolle und der Architekt dem Bauherrn ein rundes Haus aufschwatze. «Sie glauben, immer besser zu wissen, was für einen gut ist.» Angesichts dieser Sachlage würde er eine erneute Dezentralisierung, wie sie das Freiburger Spital vorgenommen hat, bevorzugen. Das HFR ist seit Anfang Jahr wieder verantwortlich für die Anwendungssoftware im medizinischen Bereich.

Würde das Informatikamt gut funktionieren, so der Insider weiter, hätte er nichts dagegen, wenn das Informatikmanagement der Schulen beim ITA zentralisiert bliebe. Doch Führungsprobleme, technische Pannen, fragwürdige Beschaffungsentscheide und eine problematische Personalpolitik in den vergangenen Jahren hätten das Vertrauen zerstört.

«Erneute Dezentralisierung?

Seine Vision: eine vollständige Einbindung der gesamten Informatik an den Schulen in die Fachstelle Fri-tic. Fri-tic ist das Kompetenzzentrum der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport (EKSD), das sich mit der pädagogischen Seite der Neuen Medien und Technologien an den Schulen auseinandersetzt.

Dass die Zusammenarbeit zwischen den Schulen respektive der Erziehungsdirektion und dem Amt für Informatik nicht reibungslos verläuft, zeigen auch andere Reaktionen. Elisabeth Ory, ehemalige Direktorin der Berufsfachschule Soziales-Gesundheit, sagte auf Anfrage: «Wir streben die bestmögliche Zusammenarbeit an. Es gibt immer etwas zu verbessern, aber wir sind Teil des gleichen Staates und besprechen die Fragen miteinander, nicht via Medien.» Und Claude Vau­they, Direktor der Fachmittelschule Freiburg und Mitglied der Arbeitsgruppe, die sich um die Beschaffung der Software an den Schulen kümmert, erklärte auf Anfrage: «Die Erziehungsdirektion wies uns an, nichts zu sagen.»

Ständige Diskussionen

Bei der EKSD ist man denn auch bemüht, den Ball flach zu halten. Schliesslich wird ihr Vorsteher, Staatsrat Jean-Pierre Siggen, seinem CVP-Partei- und Staatsratskollegen Georges Godel, unter dessen Finanzdirektion das Amt für Informatik steht, nicht auf die Füsse treten wollen. Im Gespräch mit den FN sagte Siggen: «Klar, müssen wir ständig diskutieren und Lobbying für die Bedürfnisse der Schulen betreiben, aber das liegt auch in der Natur der Sache. Die Informatik entwickelt sich unglaublich schnell. Gleichzeitig gibt es viele finanzielle und zeitliche Zwänge.»

Hoffnung in die Reorganisation

Dass es bei der Zusammenarbeit mit dem Informatikamt aber noch viel Luft nach oben gibt, ist nicht zu überhören. Dies bestätigt auch François Piccand, Vorsteher des Amtes für Unterricht der Sekundarstufe 2, dem auch Fri-tic angegliedert ist. «Das System ist nicht perfekt; das ist so, wenn Menschen zusammenarbeiten.» Man müsse nun abwarten, wie sich die Reorganisation des Amtes für Informatik unter seinem neuen Chef Michel Demierre auswirke. Hoffnungen setzt Piccand auch auf die neu geschaffene Stelle eines Sektorchefs «Applikation», der sich um die Anwendungssoftware an Schulen kümmern soll. «Wir müssen nun sehen, wer kommt und was die Reorganisation des Amtes bringt.»

EKSD gegen Dezentralisierung

Die Hoffnung, dass die Schulen endlich einen Ansprechpartner beim ITA bekommen, sind gross. Denn eine Dezentralisierung der Informatik bei der EKSD kommt für Siggen nicht in Frage: «Heutzutage sind Informatiker hoch spezialisierte Fachkräfte. Ein eigenes Informatikteam zu haben, würde nicht in die Personalstruktur der Erziehungsdirektion passen.» François Piccand ergänzt: «Die Frage der Dezentralisierung wurde auch schon in anderen Kantonen diskutiert. Klar hätte das den Vorteil der Nähe. Gleichzeitig könnten wir nicht von einheitlichen Lösungen profitieren, die auch preiswerter sind.»

Die Zeit drängt

Dass es zwischen dem Amt für Informatik und der Erziehungsdirektion eher früher als später funktionieren muss, liegt auf der Hand. Denn schliesslich soll das kantonale Konzept für die Integration von Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien (Mitic) bis 2021 umgesetzt werden. Dafür wird auch einiges in die Hard- und Software investiert werden müssen (siehe auch Kasten unten links).

«Ich würde eine erneute Dezentralisierung, wie sie beim Freiburger Spital der Fall ist, bevorzugen.»

Insider aus Schulkreisen

«Wir müssen nun sehen, wer kommt und was die Reorganisation des Amtes für Informatik bringt.»

«Klar, müssen wir ständig diskutieren und Lobbying für die Bedürfnisse der Schulen betreiben.»

Jean-Pierre Siggen

Erziehungsdirektor

Pannen

Ausserordentliche Kosten von 3,5 Millionen werfen Fragen auf

Eine Panne im Amt für Informatik, die sich am 21. Dezember 2016 ereignet hatte, rief Grossrat Laurent Thévoz (Mitte Links Grün) auf den Plan. In seiner Anfrage an den Staatsrat möchte er wissen, ob es richtig sei, dass der PC-Hersteller HP unmittelbar nach der Panne die betroffene Hardware umsonst ersetzt habe und dass diese einwandfrei funktioniert habe. Wenn dem so sei, will Thévoz weiter wissen, warum das Material von HP gleichwohl durch Hardware der Marke Dell-EMC ersetzt worden sei und ob Letztere dem Auftrag und den Bedürfnissen des Amts für Informatik gerecht werde. Wiederum vorausgesetzt, das Material von HP konnte die Panne beheben, versteht Thévoz auch nicht, warum der Staatsrat von der Notfall-Klausel Gebrauch gemacht habe, die es ihm erlaubte, auf eine öffentliche Ausschreibung für das neue Material zu verzichten. Schliesslich will der Grossrat wissen, ob der Verlust von 3,5 Millionen Franken den Auftrag des Amtes für Informatik gefährden könnte.

«Keine Nachteile»

Ohne die offizielle Antwort des Staatsrates vorwegnehmen zu wollen, betonte Finanzdirektor Georges Godel auf Anfrage, dass sich die Ausgaben nicht zum Nachteil der Nutzer, notabene der Schulen, ausgewirkt hätten. «Der Betrag wurde bereits in der Staatsrechnung 2016 berücksichtigt.» So wurden unter der Rubrik «Rückstellungen und ausserordentliche Aufwendungen» 3 Millionen Franken zur kurzfristigen Beschaffung von Datenspeicherhardware aufgeführt, um die Betriebssicherheit der IT-Systeme des Staates garantieren zu können.

rsa

 

Reorganisation

«Technologie verändert die Nutzer»

Seit März 2017 steht Michel Demierre dem Kantonalen Amt für Informatik und Telekommunikation vor. In dieser Funktion ist es seine Aufgabe, den Kanton Freiburg in das digitale Zeitalter zu führen. Um diese Herkulesaufgabe meistern zu können, soll er das Amt, wie vom Staatsrat im Mai beschlossen, bis Ende Jahr reorganisieren. Sechs Monate insgesamt hat er also Zeit, seinen Laden mit 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fit zu machen für Freiburg 4.0. Mit anderen Worten: Die Informatiklösungen im Kanton müssen effizienter und dadurch wirtschaftlicher werden. Zauberwörter heissen dabei «fachübergreifende Einsatzfähigkeit» sowie «Standardisierung und gemeinsame Nutzung von IT-Lösungen».

Keine Sonderwünsche mehr?

Geht es nach Demierre, bedeutet das zum Beispiel für die Schulen: keine spezifischen Programmentwicklungen mehr, sondern die Software interkantonaler Plattformen nutzen. Platz für Sonderwünsche gibt es in Zukunft kaum mehr. Demierre stellt klar: «Die Technologien entwickeln sich so schnell, dass heutzutage massgeschneiderte Informatiklösungen innert kurzer Zeit überholt sind. Dieser Tatsache muss Rechnung getragen werden, wenn es um die Realisierung spezifischer Wünsche geht.» Andererseits weckten neue Technologien logischerweise auch neue Begehrlichkeiten. «Das Erfolgsrezept liegt in der Verhältnismässigkeit.»

Bemüht um Zusammenarbeit

Auf die Frage, wie er die Bedürfnisse der Schulen sicherstellen wolle, sagt Demierre, dass er in engem Kontakt mit der Kommission für Informatik im Unterrichtswesen stehe – einer Unterkommision der staatsrätlichen Informatikkommission, die die Anliegen der Schulen vertritt. Die geplante Einstellung eines Applikationen-Sektionschefs im Amt wird die Gesamtheit der Applikationen aller Staatsdienste abdecken. «Die Einstellung eines Sektorchefs für die Applikationen der Erziehungsdirektion wurde soeben gestartet», so Demierre.

Zum Vorwurf, sein Amt stehe nicht im Dienste der Nutzer, meint Demierre, dass die Grundsätze der Unternehmensführung im Rahmen der Reorganisation noch definiert werden müssten. «Hierbei geht es darum, das Anstrebenswerte mit den finanziellen und personellen Möglichkeiten ins Gleichgewicht zu setzen.»

Demierre ist sich bewusst, dass es noch einen grossen Erklärungsbedarf bei den Usern gibt, diesbezüglich habe er den Dialog bereits aufgenommen. «Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr eine Broschüre herausgeben kann, in der wir die gesamte Informatikstrategie und ihre Umsetzung zuhanden der Nutzer darlegen können.» Es sei das erste Mal, fügt Demierre an, dass der Kanton eine Informatikstrategie definiere.

Gegen Dezentralisierung

Grundsätzlich ist Demierre der festen Überzeugung, dass man den künftigen Herausforderungen nur durch Zentralisierung und Standardisierung des Informatikwesens begegnen kann. Der Bürger-Nutzer suche in Zukunft die Einfachheit in seinen Interaktionen mit allen Diensten des Staates aus einer Hand. «Wer denkt, dass die Digitalisierung ohne Zentralisierung und Standardisierung möglich ist, der ist von gestern.» Aber es sei ihm auch bewusst, dass Veränderungen bei den Menschen Ängste auslösten.

rsa

 

Mehr zum Thema