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Das Jahr mit zehn Jahreszeiten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Keine Angst: Die Einteilung in zehn Jahreszeiten ist keine neue Erfindung, die unseren Lebensrhythmus auf den Kopf stellt. Bisher haben wir gelernt, dass das Kalenderjahr vier Jahreszeiten hat, nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Diese können aus astronomischer und meteorologischer Sicht betrachtet werden.

Geeignet für die Statistik

Astronomisch heisst, dass sich die Jahreszeiten nach dem Sonnenstand richten, wie ich das schon einmal kurz andeutete. Der Frühling dauert vom 21. März, der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche, bis zum 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende. Der Sommer folgt bis zur Herbst-Tag-und-Nachtgleiche am 23. September. Von diesem Datum an beginnt der Herbst, und er dauert bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember. Als vierte und letzte Jahreszeit stellt sich der Winter ein. Mit ihm wird der astronomische Jahreskreis am 21. März geschlossen.

Die meteorologischen Jahreszeiten sind eine reine Erfindung der Meteorologen und Klimatologen, aber eine sehr nützliche. Man bezeichnet die vollen Monate März bis Mai als Frühling, Juni bis August als Sommer, September bis November als Herbst und Dezember bis Februar als Winter. Die Wetteraufzeichnungen lassen sich so rein statistisch besser auswerten.

Pflanzen im Jahreskreis

Allerdings sind die meteorologischen Aufzeichnungen den astronomischen Daten immer zirka zwanzig Tage voraus. Das kümmert die Pflanzenwelt wenig. Sie hat ihren eigenen Kalender und auch eigene Jahreszeiten. Die Pflanzen richten sich nur nach der Sonneneinstrahlung und nach der Wärme oder der Lufttemperatur. Der Wissenschaftszweig, der sich mit dem Pflanzenwachstum in den Jahreszeiten beschäftigt, heisst Phänologie. Das Wort leitet sich aus dem Griechischen «phainein» ab, das heisst «sichtbar machen», «in Erscheinung treten». Das Wort «logos» bedeutet «die Lehre». In der Pflanzenphänologie geht es also um die Lehre der Erscheinungen von Pflanzen im Jahreskreis.

Was wird denn in diesem Wissenschaftszweig erforscht? Der Beobachter, man nennt ihn auch Phänologe, meldet und registriert die verschiedenen Wachstumserscheinungen der Pflanzen, wie sie im Jahreskreis immer wieder periodisch auftreten. Zuerst erwartet er das Datum des Blattaustriebs einer Pflanze, dann die Zeit der Vollblüte. Als Nächstes folgt die Fruchtreife und zum Schluss der Beginn der Blattverfärbung und des Blattfalls.

Diese Daten, man nennt sie auch Phänophasen, sind natürlich jedes Jahr sehr vom Wetter und der Witterung abhängig. Die Wetterelemente wie die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Winde, die Niederschläge und die Intensität der Sonneneinstrahlung sind entscheidende Faktoren für das Wachstum und die Entwicklung der Pflanzen.

Es gibt insgesamt zehn Phänophasen oder eben in der Sprache der Pflanzenphänologie: zehn Jahreszeiten. Sie beginnen mit dem Vorfrühling, gefolgt vom Erstfrühling und beendet durch den Vollfrühling. Auch der Sommer ist unterteilt in einen Frühsommer, der vom Hochsommer abgelöst wird und mit dem Spätsommer endet. Der Herbst als Jahreszeit besteht aus den drei Phasen: Frühherbst, Vollherbst und Spätherbst. Der Winter ist dann eine längere Ruhephase und damit die zehnte Jahreszeit.

Sehr warmer Januar

Nun gibt es für jede Phänophase mehrere Pflanzen mit charakteristischen Merkmalen. Deshalb hat man sich für jeweils zwei typische Pflanzen, sogenannte Zeigerpflanzen, entschieden. Im Vorfrühling sind das die Haselblüten und die Schneeglöckchen. In diesem Jahr war die Hasel­blüte extrem früh, weil der Monat Januar der wärmste seit 1864 war. Da der Februar und der März zu kalt ausfielen, verlangsamte sich die Vege­tation.

Der Erstfrühling hat sich bei uns erst Anfang April eingestellt. Seine Zeigerpflanzen sind die Blüten der Forsythien und der Kirschbäume. Der Vollfrühling wird dann durch die blühenden Apfelbäume und dem Blühen des Flieders angezeigt, was je nach Gebiet und Höhenlage in den nächsten Tagen und Wochen bis in den Monat Mai hinein zu erwarten ist.

Der Frühling steht für Wachstum, der Sommer für Reife, der Herbst für Ernte und der Winter für Ruhe. Im nächsten Beitrag beschäftigen wir uns mit den Jahreszeiten im phänologischen Sommer und Herbst.

Mario Slongo ist ehemaliger DRS- Wetterfrosch. Einmal im Monat erklärt er in den FN spannende Natur­ phänome­­­­ne. Weitere Beiträge unter: www.freiburger-nachrichten.ch, Dossier «Wetterfrosch».

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