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«Das Kind darf auch einmal hadern mit seinem Schicksal»

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Immer wieder wird über das Thema Adoption gesprochen. Selten werden aber die adoptierten Kinder und die Adoptiveltern selber thematisiert. Karin Meierhofer, Geschäftsleiterin der Anlaufstelle PACH, Pflege- und Adoptivkinder Schweiz, klärt im Interview Fragen über Adoption und deren ganz konkrete Auswirkungen für die betroffenen Personen und Familien.

Was sind Gründe, dass sich ein Paar dazu entscheidet, sein Kind zur Adoption freizugeben?

Es gibt ganz verschiedene Gründe. Manchmal sind es psychologische Gründe, wenn zum Beispiel die Mutter noch zu jung ist oder wenn das Kind aus einer Vergewaltigung entstanden ist. Es kann auch sein, dass die Familie sich finanziell kein Kind leisten kann. Die Entscheidung, ein Kind zur Adoption freizugeben, ist aber immer eine sehr schwere.

Wird den Adoptiveltern der Grund für die Adoptionsfreigabe mitgeteilt?

Bis zu einem gewissen Grad, ja. Manchmal können zum Beispiel Familien es nicht mit sich vereinbaren, ein Kind aus einer Vergewaltigung grosszuziehen. Dann müssen sie darüber informiert sein. Ausserdem hilft eine vollständige Information, das Kind optimal zu unterstützen und ihm die Geschichte seiner Herkunft erzählen zu können.

Auf welche besonderen Schwierigkeiten treffen Familien mit Adoptivkindern?

Keine, die in einer anderen Familie nicht auch normal wären. Der einzige Unterschied ist, dass das Thema Herkunftssuche irgendwann einmal auftaucht. Dies kann zum Beispiel in den Jugendjahren geschehen, wenn die meisten Jugendlichen an Schwierigkeiten in ihrer Identitätsfindung leiden.

Wie fühlen sich denn adoptierte Kinder, was geht in ihrer Gefühlswelt vor?

Das kann man nicht verallgemeinern. Manche empfinden nichts, andere fühlen sich schuldig oder gar minderwertig. Es ist auch möglich, dass das Kind nach diesem abrupten Umbruch in seinem Leben Schwierigkeiten hat, Bindungen mit neuen Personen einzugehen. Aber das ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

In welchem Alter kann man den adoptierten Kindern näherbringen, dass sie adoptiert worden sind?

Man sollte den Kindern schon von Anfang an erzählen, dass sie adoptiert worden sind. Bereits am Kinderbett kann man das machen, indem man kindergerechte Wörter wie Bauchmami benutzt. Früher hat man die Adoption immer zu verheimlichen versucht, aber das macht man heute eigentlich nicht mehr so.

Wie sollte man adoptierte Kinder unterstützen und begleiten?

Das Umfeld muss Stabilität und Vertrauen bieten. Ausserdem muss man als Begleitperson die Geschichte des Kindes akzeptieren. Das Adoptivkind darf auch einmal traurig sein und hadern mit seinem Schicksal. Wichtig ist, dass man seine Gefühle ernst nimmt und darauf eingeht. Auch fachliche Beratung kann helfen.

Wo erhalten Adoptivkinder Informationen, wenn sie ihre leiblichen Eltern suchen?

Seit 2018 hat jeder Kanton eine zentrale Adoptionsbehörde und Anlaufstelle. Dort kann sich die volljährige betroffene Person melden und ein Formular einreichen.

Erfüllt die erfolgreiche Suche nach den leiblichen Eltern die adoptierten Kinder überwiegend mit Freude oder mit Enttäuschung?

Das ist wieder ganz unterschiedlich. Manche wirken beim ersten Treffen traurig oder überwältigt, andere sind glücklich und wieder andere reagieren kalt auf das Treffen. Die Kinder und Eltern sollten ohne Erwartungen an dieses erste Treffen gehen.

«Man sollte den Kindern schon von Anfang an erzählen, dass sie adoptiert worden sind. Bereits am Kinderbett kann man das machen, indem man kindergerechte Wörter wie Bauchmami benutzt.»

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