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Das Klassenzimmer im Zirkuszelt

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Donnerstagmorgen: Es regnet in Strömen. Dennoch sind die 300 im Zirkuszelt versammelten Kinder der Primarschule Düdingen guten Mutes und hören gebannt den Erklärungen des Zirkuspädagogen Guido Paffrath zu: «Schaut, dass ihr so lange wie möglich trocken bleibt», empfiehlt er ihnen. Nach einem kurzen Aufwärmen schwirren die Kinder vom zentralen Zirkuszelt in alle Richtungen los.

Die Kindergärtler bis Sechstklässler haben ein paar aussergewöhnliche Tage hinter sich. Statt wie üblich die Schule zu besuchen, beschäftigen sie sich eine Woche lang mit dem Thema Zirkus. Dabei sind sie in verschiedene Ateliers aufgeteilt: In 20 dieser Ateliers wird eine Nummer für die drei Auftritte am Ende der Woche vorbereitet; vier «Background»-Ateliers beschäftigen sich eher mit Organisatorischem wie der Gestaltung des Programmheftes oder der Vorbereitung der Restauration während den Auftritten. «Wir organisieren so etwas zum ersten Mal», erklärt Schulleiterin Eliane Aebischer. Nächste Woche sei der zweite Teil der Schule, erneut rund 300 Kinder, an der Reihe. «Dann können wir sicher von unseren Erfahrungen in der ersten Woche profitieren», freut sich Aebischer.

Lehrer anfänglich skeptisch

Geleitet werden die Ateliers von Lehrpersonen der Schule Düdingen. Vier Zirkuspädagogen unterstützen sie dabei. Guido Paffrath, Zirkuspädagoge beim Circus Balloni und Verantwortlicher für das Projekt, sagt: «Am Anfang sind die Lehrpersonen immer etwas skeptisch. Nach dem Einführungstag wandelt sich die Skepsis meistens schnell in Vorfreude.» Für die Lehrpersonen ist das Projekt dennoch eine grosse Herausforderung. Kindergärtnerin Ruth Gauderon leitet ein Atelier zu Kiwido, bei dem zwei Bälle mit Drachenschwanz artistisch herumgeschwungen werden. «Vorher hatte ich noch nie von dieser Bewegungskunst gehört», gibt Gauderon zu. Trotzdem ist sie begeistert: «Die Vorbereitung war fantastisch, die Begleitung durch das Team des Circus Balloni sensationell.»

 Für alle etwas dabei

«Der Vorteil am Zirkus ist, dass man jeden dafür begeistern kann», betont Paffrath. Die Sportlichen kreieren eine Zirkusnummer, beispielsweise auf dem Trapez oder auf einem Trampolin; die Kreativen können in den «Background»-Ateliers Karten entwerfen, die Artisten schminken oder Requisiten basteln; die technisch Interessierten helfen beim Auf- und Abbau; die Lustigen können sich eine Clown-Nummer ausdenken. «Das Ziel ist es, die Fähigkeiten der Kinder zu erkennen, zu fördern und danach in Szene zu setzen», so Paffrath.

«Manege frei – i ziige, was i cha», heisst es dann heute Abend, wenn die Kinder die einstudierten Nummern vor ihren Verwandten und Bekannten vorführen.

Pädagogik: Zirkus fördert Sozial- und Selbstkompetenz

S pielen, Entdecken und Ausprobieren sind die zentralen Elemente des Zirkusprojekts an der Schule Düdingen. «Daneben gibt es aber noch viele weitere Aspekte. Zum Beispiel sind die Ateliers altersübergreifend. So lernen die Kinder Respekt, Rücksicht und Hilfsbereitschaft», erklärt Schulleiterin Eliane Aebischer. Ausserdem spüren sie die eigenen Grenzen besser: «Grundsätzlich heisst es: Ich darf alles, muss aber nichts», so Aebischer. Jedem Kind sei selbst überlassen, wie weit es gehen möchte. Nach einer intensiven Woche folgen nun die Aufführungen vor über 350 Zuschauern. «Für die Kinder ist es eine gute Erfahrung, auf etwas hinzuarbeiten.» Ungefähr zehn Sekunden Zeit hat jedes Kind, um seine Fähigkeiten zu präsentieren. Entsprechend hoch ist das Lampenfieber, mit dem es möglichst souverän umzugehen gilt. «Wir freuen uns, zu zeigen, was wir können», sagt die 9-jährige Nora. mes

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