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Das lange Warten auf zweisprachige Klassen

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«Wir warten schon Jahre auf eine zweisprachige Schule!» Dies war der Grundtenor in den Diskussionen rund um die Schaffung zweisprachiger Klassen in der Stadt Freiburg. Der von den Vereinen Forum Partnersprachen Freiburg und Schule und Elternhaus Stadt Freiburg initiierte Anlass stiess am Mittwochabend bei der Elternschaft auf ein beachtliches Echo. Während in einem ersten Teil durch Gemeinderätin Antoinette de Weck und Vertreterinnen der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport (EKSD) die Grundzüge des Projekts vorgestellt wurden, kamen später auch Elternvertreter, Lehrpersonen und das Publikum zu Wort.

Zweisprachige Klassen sind pädagogische Projekte und unterstehen somit der Erziehungsdirektion. «Sprachenprojekte sollten aber von der Schule aus wachsen. Wenn die EKSD befiehlt, funktioniert nichts», erläuterte Schulinspektorin Christa Aebischer. Momentan analysiert eine Arbeitsgruppe die Möglichkeiten, die es in der Stadt Freiburg gibt, und erstellt verschiedene Szenarien.

Start im Herbst 2020

Die Szenarien gehen nicht von gemischtsprachigen Klassen aus, sondern von Immersionsunterricht in einsprachigen Klassen, welche 20 bis 50  Prozent des Unterrichts in der Partnersprache erteilt bekommen. «Uns ist die Vertikalität des Konzepts wichtig», meinte Patricia Gaillard Zenger, Inspektorin der französischsprachigen Schulen. Der Immersionsunterricht solle nicht einfach nach zwei Schuljahren aufhören, sondern auch in höheren Klassen durchgeführt werden. In einem nächsten Schritt wolle die Arbeitsgruppe interessierte Schulen involvieren und die Eltern über die Realisierung des zweisprachigen Unterrichts informieren. Definitiv sollen die bilingualen Klassen im Herbst 2020 starten.

Kritische Stimmen

Gaétan Emonet, Präsident des französischsprachigen Lehrervereins und SP-Grossrat, zeigte sich enttäuscht über das Vorgehen der Erziehungsdirektion. «Man sollte es wagen und echte zweisprachige Klassen machen», forderte er. Grünen-Grossrätin Christa Mutter stiess ins gleiche Horn: «Ich bin völlig entgeistert über dieses Vorgehen, bei welchem die Erziehungsdirektion bloss auf die Initiative der Schulen zählt.»

Knackpunkt Lehrpläne

«In diesem Saal müssen wir niemanden vom zweisprachigen Unterricht überzeugen», stellte Schulinspektorin Patricia Gaillard Zenger fest. Lehrpersonen und andere Eltern müssten aber noch für dieses Vorhaben gewonnen werden. «Darum gehen wir Schritt für Schritt vor. Wir möchten keinen Rückschlag erleiden.»

Ein Knackpunkt für die Realisierung zweisprachiger Klassen sind die unterschiedlichen Lehrpläne der beiden Sprachregionen. «Wenn ein Schüler zurück in eine einsprachige Klasse wechseln möchte, muss die Anschlussfähigkeit garantiert sein,» stellte Christa Aebischer klar.

Offenheit gefragt

Vom Publikum wurde mehrmals aufgegriffen, dass Freiburg nicht wirklich eine zweisprachige Stadt sei. «Man lebt nebeneinander, nicht miteinander», meinte jemand – getrennte Pausen, Schulfeste an unterschiedlichen Tagen. Am Forum waren sich die Anwesenden einig, dass die Zweisprachigkeit im Kleinen beginnt. Gemeinderätin Antoinette de Weck brachte es schliesslich auf den Punkt: «Zweisprachigkeit ist eine Frage der Offenheit und des gegenseitigen Respekts.»

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