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Das Leben ist veränderbar

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Jahrelang glänzte er zu Hause durch Abwesenheit, denn seine Arbeit führte ihn in aller Herren Länder. Er war erfolgreich in seinem Beruf, der sein Leben ausfüllte. Seinen Kindern war er immer ein starker Vater, der ihnen zeigte, wie man mit Schwierigkeiten kämpft und das Leben meistert. Dachte er! Heute jedoch geht seine jüngste Tochter zu seinem Missfallen als Künstlerin eigene Wege. Sie waren sich so nah, doch dann haben sie sich entfremdet und den Kontakt zueinander abgebrochen. Ihm ist nicht bewusst, wie es dazu gekommen ist.

Der Sohn wiederum arbeitet im Ausland und ist für den einsamen Witwer selten erreichbar. Nur seine älteste Tochter lebt in seiner Nähe und bietet ihm hin und wieder moralische Unterstützung. Seine Vorfreude auf den kommenden Sonntag, an dem er sie und ihre Familie zum ersten Mal bekochen wird, ist riesig. Alles ist für den Besuch minutiös vorbereitet.

Schicksalhafte Begegnung

Ein Anruf seiner Tochter schreckt ihn auf. Die junge Familie sagt ihren Besuch ab, was ihn ratlos zurücklässt. Wieso ist seine Beziehung zu den Kindern emotional an einem Tiefpunkt und – ganz pragmatisch – was soll er nur mit sich allein anfangen? Wie die Sonntagslangeweile besiegen? Unaufhörlich denkt er an vergangene Jahre, an die verpasste gemeinsame Zeit mit seiner Familie. Aber auch an die vielen schönen Zeiten mit seiner selbstbewussten Frau und den Kindern. Er flieht aus der Wohnung, um auf andere Gedanken zu kommen.

Im nahen Skatepark begegnet er der unbekannten Elena und ihrem Sohn. Auch sie haben Sorgen, Sorgen ums Überleben als Randständige. Kurzerhand lädt er sie zum Mittagessen ein. Die beiden retten seinen Sonntag und rütteln ihn mit ihrer frischen Unbekümmertheit aus seiner Lethargie. Er wiederum zeigt der alleinerziehenden Mutter Wege in eine bessere Zukunft.

Plädoyer für mehr Achtsamkeit

Erstaunlicherweise ist es die jüngere Tochter, die in ruhigem Erzählfluss über das Familienleben sinniert. Sie erinnert sich an die Aufs und Abs in der Ehe ihrer Eltern und an das glückliche Zusammenleben mit ihren Geschwistern. Ihre Rückbesinnung auf das Familienleben deckt heitere wie auch schmerzliche Episoden auf, beim Schreiben werden lang ignorierte Emotionen wach. Versteckte Andeutungen weisen darauf hin, weshalb sie sich als Erwachsene vom Vater abwandte und weshalb dieser, allein gelassen, voller Reue über verpasste Chancen ist. Die facettenreiche Familiengeschichte ist wunderbar stimmig geschrieben und geht gewaltig unter die Haut.

Ein feinfühliger Roman, der für mehr Achtsamkeit und einen bewussteren Umgang mit der Zeit plädiert. Der Autor zitiert Virgil: «… Die Zeit nimmt alles mit sich fort», was vorbei ist, kann nicht mehr zurückgeholt werden.

Die Erzählung endet mit versöhnlichen Worten und einem Funken Hoffnung für alle Beteiligten. Sie weckt beim Lesen Erinnerungen an die eigene Vergangenheit, an das Verhältnis zu Eltern und Geschwistern. Geda ist es (mit perfekter Übersetzung!) treffend gelungen, aus einem verpatzten Sonntag einen aufwühlenden Roman zu machen.

Fabio Geda: «Ein Sonntag mit Elena». Aus dem Italienischen von Verena von Koskull. Roman, 235 S. Hanserblau im Carl-Hanser-Verlag. München 2020.

Giovanna Riolo ist freie Rezensentin.

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