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«Das Museum wird wieder anerkannt»

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Vor zwei Jahren wurde das Gutenberg-Museum wiedereröffnet – Direktorin Dominique Chappuis blickt zurück

Autor: Mit DOMINIQUE CHAPPUIS WAEBER sprach CAROLE SCHNEUWLY

Vor sieben Jahren wurde das Gutenberg-Museum eröffnet, vor knapp fünf Jahren musste es wegen grosser finanzieller Schwierigkeiten wieder schliessen – und vor zwei Jahren übernahmen Sie mit der Wiedereröffnung die Leitung des angeschlagenen Hauses. Ein Abenteuer?

Ich wusste von Anfang an, dass es eine Herausforderung sein würde. Aber ich war noch nie ein Schönwetterkapitän. Ich habe in meinem Berufsleben immer die schwierigen Situationen geliebt, in denen es darum ging, etwas anzupacken und Lösungen zu finden. Im Gutenberg-Museum erwartete mich ein Job, der mich – trotz offizieller 80-Prozent-Anstellung – sechs bis sieben Tage in der Woche in Anspruch nimmt. Die Entschädigung für diesen Einsatz ist das Gefühl, dass die Sache immer besser läuft und dass das Museum die Anerkennung von Publikum und Behörden gewinnen oder zurückgewinnen konnte.

Als das Museum im Januar 2003 geschlossen wurde, hatte sich ein Schuldenberg von 2,3 Millionen Franken und ein Betriebsdefizit von 200 000 Franken angehäuft. Um solche Probleme in Zukunft zu verhindern, wurde bei der Wiedereröffnung eine strenge Kostenkontrolle verordnet. Wie steht das Museum heute da?

Das finanzielle Fundament ist gesund. Im ersten Jahr hatte man noch mit einem grösseren Defizit gerechnet, da man sich bewusst war, dass ein Museum eine gewisse Anlaufzeit braucht, um sich beim Publikum, aber auch bei potenziellen Partnern und Sponsoren Respekt zu verschaffen. Am Ende konnten wir aber schon das erste Jahr nach der Wiedereröffnung mit einer ausgeglichenen Rechnung abschliessen – mit 21 Franken Gewinn, um genau zu sein … Für das Jahr 2007 sieht es noch besser aus; wir sollten problemlos mit schwarzen Zahlen abschliessen können. Für 2008 hoffe ich erstmals auf einen nennenswerten Gewinn, der es ermöglichen sollte, Reserven zu schaffen und vielleicht die eine oder andere kleine Investition zu tätigen.

Wo sehen Sie die Ursachen des Erfolgs?

Vor allem haben wir mit bescheidenen Mitteln gearbeitet und nur Geld ausgegeben, das wir auch wirklich hatten. Zudem können sich auch die Besucherzahlen sehen lassen: In den ersten 14 Monaten verzeichneten wir knapp 10 000 Eintritte, die verschiedenen Spezialveranstaltungen nicht mitgerechnet. Für 2007 rechne ich mit ähnlichen Zahlen.

Auf ein besonderes Publikumsinteresse stossen die Temporärausstellungen. Welches waren aus Ihrer Sicht die Höhepunkte in den letzten zwei Jahren?

Als besonders emotional bleibt mir die Fotoausstellung über die Flüchtlinge in Erinnerung, die 1956 aus Ungarn in die Schweiz kamen. Da erzählten Zeitzeugen von dem, was sie selbst erlebt hatten: hautnahe Geschichte, die mich sehr berührt hat. Weitere Höhepunkte im Jahr 2006 waren die Ausstellungen zum 50. Geburtstag der Jugendzeitschrift «Bravo» und zu den künftigen Banknoten der Schweiz. Ein Highlight des Jahres 2007 war unsere aufwendige Eigenproduktion über die Geschichte der Zeitung. Gefreut habe ich mich auch über die Ausstellung der Mini- und Maxi-Beaux-Arts im Rahmen der 850-Jahr-Feier der Stadt Freiburg. Abgesehen von den Ausstellungen waren die Nachtessen im Dunkeln, die wir zusammen mit blinden Personen veranstalten, wertvolle Erfahrungen, die einen die eigene Gesundheit wieder richtig schätzen lassen.

Ein Museum braucht nicht nur ein zufriedenes Publikum, sondern auch einen guten Kontakt zu den Behörden. Wie hat sich der im Fall des Gutenberg-Museums entwickelt?

Die Kontakte zur Stadt Freiburg und zum Tourismusbüro sind sehr gut. Das hat sich bei der Ausstellung zur 850-Jahr-Feier deutlich gezeigt: Die Organisatoren sind auf mich zugekommen, und wir haben alles gemeinsam auf die Beine gestellt. Für mich war das ein Zeichen dafür, dass die Gemeinde uns ernst nimmt und unsere Arbeit schätzt. Das Tourismusbüro schickt regelmässig Besucher und Seminarveranstalter zu uns. Auch diese Form der Unterstützung ist sehr wertvoll.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft des Museums?

Wir werden in der gleichen Richtung weiterarbeiten, mit Temporärausstellungen, die verschiedenste Bereiche des Grafik- und Druckereigewerbes berühren. Die erste grosse Ausstellung im neuen Jahr wird sich mit dem 75. Geburtstag des Schweizerischen Jugendschriftenwerks SJW befassen.

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