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«Das nächste Unwetter kommt bestimmt»

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Berner und Freiburger Gemeinden treffen sich mit dem Groupe E zur einer Aussprache

Autor: Von IMELDA RUFFIEUX

Wenn der Groupe E die Schleusen bei ihren Stauseen öffnet, steigen die Pegel der Flüsse rasch an, und das Risiko von Überschwemmungen nimmt zu. Vor genau zwei Jahren wie auch vor drei Wochen haben dies unter anderem die Bewohner im Raum Bösingen/Laupen zu spüren bekommen. In Bösingen drohte das Wasser über den Damm beim Industriequartier zu schwappen, in Laupen liefen die Wassermassen teils über die Strassen.

Künftige Massnahmen

Was kann man tun, um solche Situationen zu vermeiden? Auf Initiative des Oberamtmannes des Sensebezirks, Nicolas Bürgisser, hat am Mittwoch ein Treffen mit dem Groupe E, dem Regierungsstatthalter des Amtes Laupen sowie mit Vertretern der Gemeinden Bösingen, Laupen, Mühleberg, Ferenbalm und Wileroltigen stattgefunden. Thema bei diesen Treffen waren vor allem die Wasserablaufmengen aus dem Schiffenensee.

Groupe E hat Möglichstes getan

Gemäss Mitteilung des Oberamtmannes hat der Groupe E im Vorfeld der Hochwasserperiode in allen Freiburger Stauseen über 20 Mio. Kubikmeter Reserve geschaffen, um das Hochwasser auffangen zu können. Vor allem im Greyerzersee sei der Pegel um fast zwei Meter gesenkt worden, was zu einer Reserve von über 14 Mio. Kubikmetern Wasser geführt hat. In den besagten Tagen wurden dann total ca. 24 Mio. Kubikmeter Niederschlagswasser zurückbehalten. Dies erfolgte auch auf Wunsch des Wasserwirtschaftsamtes des Kantons Bern, um den Hagneckkanal nicht noch zusätzlich zu belasten.Wäre dies nicht geschehen, wären weite Teile des unteren Saanetales überschwemmt worden. «Ohne Staumauern hätte die Abflussmenge in Schiffenen bis zu 746 Kubikmeter/Sekunde betragen. Dank der Staumauern betrug sie 580 Kubikmeter/Sekunde», hält Nicolas Bürgisser in der Mitteilung fest. Während einer langen Periode seien pro Sekunde 30 Kubikmeter mehr Wasser in den Schiffenensee hinein- als hinausgeflossen.Ein wichtiger Punkt bei der Aussprache betraf die Kommunikation. Der Groupe E hat Kenntnis genommen, dass die betroffenen Gemeinden besser über die Ablaufmengen (vor allem den Überlauf) informiert werden wollen.

Falsche Prognosen

Auf der anderen Seite hielten die Verantwortlichen des Stromerzeugungsunternehmens fest, dass sie selbst von den anhaltenden Regenperioden überrascht worden seien, da die Wettervorhersagen von Meteo Schweiz weniger Niederschläge angekündigt hatten. Am Ende der Hochwasserperiode habe der Groupe E sich angesichts der randvollen Seen gezwungen gesehen, die Schleusen des Schiffenensees zu öffnen.

Bessere Kommunikation

Am Treffen wurde beschlossen, die Kommunikation zwischen dem Groupe E und den Gemeinden zu verbessern. Vorgesehen ist unter anderem ein SMS-Alarmsystem für Gemeinde- und Wehrdienstvertreter. Zwei bauliche Massnahmen werden geprüft: Zum einen die Ausbaggerung des Kieses beim Zusammenlauf Saane/Sense. Zum anderen die Erhöhung und Verstärkung des Dammes bei der Industriezone Bösingen/Laupen.Ausserdem will der Groupe E sein Betriebsreglement anpassen, damit er die rechtliche Grundlage bekommt, bereits im Vorfeld eines eventuellen Gewitters präventiv mehr Wasser durch die Turbinen fliessen zu lassen und damit die festgelegten Höchstlimiten der Konzession überschreiten zu können.Wie der Oberamtmann schreibt, würde dies dazu führen, dass im Schiffenensee mehr Reserveraum für Hochwassermengen bestehen würde. Wenn der Pegel dieses Sees um einen Meter gesenkt wird, hat er eine zusätzliche Kapazität von rund 200 Kubikmetern Wasser pro Sekunde (Differenz Zufluss-Abfluss).

Früher informieren, besser reagieren

Nicolas Bürgisser ist zufrieden mit dem Verlauf des Treffens. Es sei gewürdigt worden, dass der Groupe E einiges unternommen habe, um noch grössere Schäden zu vermeiden. «Am Schluss hatten auch sie keine andere Wahl, als die Schleusen zu öffnen, da immer mehr Wasser in den See als aus dem See lief.»Er werde die besprochenen Massnahmen im Auge behalten und sich dafür einsetzen, dass sie umgesetzt werden, hielt der Oberamtmann fest. «Das nächste Unwetter kommt bestimmt. Wenn die Betroffenen früher über allfällige Hochwasser informiert werden, können sie die Wehrdienste und das Material frühzeitiger bereitstellen», hielt Nicolas Bürgisser fest.

Mechanismen aufgezeigt

Zufrieden zeigte sich auch sein Kollege Peter Blaser, Regierungsstatthalter des Amtes Laupen. Es sei gut, dass einmal die Zusammenhänge und der Mechanismus aufgezeigt worden seien. Ein wichtiger Punkt war ihm die Alarmierung: «Die Vorlaufzeit ist extrem wichtig.» So können sich die Behörden und die Feuerwehr auf ein Ereignis besser vorbereiten.Auch Louis Casli, Ammann von Bösingen, ist erfreut, dass das Thema diskutiert worden ist. Bei der alljährlichen Sitzung zwischen den Gemeinderäten von Laupen und Bösingen habe man über den Damm diskutiert. Eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt. Ein Ingenieurbüro wird nun prüfen, ob und wo und um wie viel der Damm zum Schutz der Industriezone erhöht werden soll bzw. muss. Er hofft, dass sich auch der Groupe E an den Kosten beteiligt.

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