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Das neue Phänomen Computerspielsucht

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Computerspiele sind heute bei Jugendlichen so gefragt wie noch nie. Vor allem die Möglichkeit, mit anderen Spielern online zusammenzuspielen, reizt viele Spieler. Doch was als Freizeitspass beginnt, endet bei einigen Gamern in der Sucht. Die Frage, warum in der heutigen Zeit so viele Jugendliche im Zusammenhang mit Computerspielen ein Suchtverhalten aufweisen oder zumindest gefährdet sind, ein solches zu entwickeln, ist nicht ganz einfach zu beantworten. Die ZiG-Reporter haben mit der Mutter eines ehemaligen Computerspielsüchtigen über das Problem gesprochen. Die Mutter möchte anonym bleiben.

Flucht vor dem Alltag

Die befragte Mutter sagt, dass die Sucht für ihren Sohn in erster Linie eine Flucht vor Alltagsproblemen gewesen sei: «Er hat sich im Spiel mit Gleichgesinnten getroffen, und durch das Belohnungssystem der Spiele wurde er immerzu dazu animiert, weitere Levels zu schaffen», sagt die Mutter. Insgesamt ist zu sagen, dass die Computerspiele vor allem wegen der neuen technologischen Entwicklungen und der Möglichkeit, online zusammenzuspielen, zu einer grossen Attraktion für Jugendliche geworden sind. Das Phänomen der Computerspielsucht ist dementsprechend relativ jung.

Eltern in der Schlüsselrolle

Eine wichtige Rolle in der Prävention oder Bekämpfung der Computerspielsucht spielen die Eltern. Oft merkt der Jugendliche nämlich selbst nicht, wie es um sein Suchtverhalten steht. Die Sucht stellen erst die Eltern fest. Oft sind diese aber auch etwas überempfindlich, wie die befragte Mutter erläutert: «Als Eltern hat man schnell das Gefühl und die Angst, es könnte schlecht sein, wenn das Kind sich zu viel mit Computerspielen beschäftigt», sagt sie. Eine Intervention sei dann nicht ganz einfach. Das habe sie am eigenen Leib erfahren: «Man versucht natürlich, sein Kind zu motivieren, weniger am Computer zu sitzen, was meistens in unendlich lange Diskussionen ausartet», so die Mutter. Auch strikte Verbote hätten nichts genützt. «Mit Regeln und Einschränkungen wie zum Beispiel, nicht länger als zwei Stunden am Stück oder nur noch bis zum nächsten Level zu spielen, hatten wir noch den meisten Erfolg», bilanziert sie heute. Für viele Sorgen der Eltern hätten die süchtigen Jugendlichen dann aber auch kein Verständnis. Die Angst der Mutter, dass der Sohn die Spielwelt und die richtige Welt nicht mehr auseinanderhalten könne, habe er lächerlich gefunden. Wenn die Mutter jedoch heute zurückschaut, mache sie sich keinen Vorwurf. «Wenn ich heute zurückblicke, würde ich nicht vieles anders machen», sagt sie. Ihr Sohn musste die Spiele vom eigenen Taschengeld bezahlen, und es wurde auch darauf geachtet, dass die Altersbegrenzung der Spiele eingehalten wurde. «Auch wurde unsererseits hartnäckig darauf geachtet, dass alle Termine im Sportverein, in der Schule sowie Verabredungen mit Freunden nicht wegen der Spielsucht zu kurz kamen. Das war manchmal nicht so einfach», sagt sie. Trotzdem sei es schlussendlich gerade noch gelungen, dass das Spiel nicht die Überhand gewann. So habe ihr Sohn sein Studium abgeschlossen und arbeite heute in einer international tätigen Firma. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Computerspielsucht mit Willen und mit der Unterstützung der Eltern zu bekämpfen ist. Trotzdem gibt es auch Leute, die externe Hilfe brauchen. Dafür gibt es mittlerweile einige Kliniken und Zentren. In Deutschland wurde beispielsweise die erste Therapieeinrichtung dieser Art im Jahre 2008 eingeführt (siehe Kasten).

Suchtbehandlung

Eine Klinik kämpft gegen die Sucht nach Videospielen

Um dem neuen Phänomen der Computerspielsucht entgegenzutreten, wurde in Deutschland bereits 2008 eine Klinik für Computerspielsüchtige eingerichtet. Die «Ambulanz für Spielsucht» ist Teil der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Diese Einrichtung bietet unter anderem eine telefonische Beratung an. Auch Gruppentherapien werden praktiziert. Zudem werden Problemlösetrainings, Rückfallprophylaxen und weitere Methoden zur Bekämpfung der Computerspielsucht angeboten. Es ist die erste Klinik dieser Art in Deutschland, und sie spielt darüber hinaus in ganz Europa eine wichtige Rolle. Das zeigt, wie jung das Phänomen Computerspielsucht noch ist und wie lange deshalb bisher auch Therapiemöglichkeiten gefehlt haben. Nicht nur bereits Süchtige können vom Therapieangebot der Klinik profitieren. Auch Jugendliche mit einer gewissen Suchtgefährdung können ein Frühpräventionsprogramm absolvieren. Ausserdem sind online Selbsttests und Checklisten zum Suchtverhalten verfügbar. Die erste Computerspielklinik in Europa wurde im holländischen Amsterdam gegründet. In den USA, in Kanada und in China gibt es solche Einrichtungen schon seit längerer Zeit. In der Schweiz gibt es bisher noch keine vergleichbaren Einrichtungen für Computerspiel­sucht.

Nicola Aerschmann

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