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«Das neue System ist sehr gerecht»

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Markus Bapst, warum braucht Düdingen ein neues Trinkwasserreglement?

Das neue Trinkwassergesetz verpflichtet uns dazu. Vor allem die Finanzierung der Wasserversorgung ist darin neu geregelt. Durch das neue Bau- und Raumplanungsgesetz kommen zudem neue Faktoren ins Spiel, die für die Berechnung der Anschluss- und Netznutzungsgebühr verwendet werden.

 Was ändert sich für die Bürger von Düdingen bei Annahme des Reglements?

Die Trinkwasserrechnung wird ganz anders aussehen als heute. Der Wasserpreis sinkt von heute 1.40 Franken auf einen Franken. Zugleich gibt es neu eine Grundgebühr. Das heisst, die Leute zahlen mehr für ihr Trinkwasser.

 

 Heisst das, dass die Trinkwasserversorgung bisher schlecht gewirtschaftet hat?

Nein, die Wasserversorgung Düdingen AG, bei der die Gemeinde Hauptaktionär ist, ging immer sehr sorgsam mit den Einnahmen um. Sie konnte damit die anfallenden Kosten gerade decken. Nun steht sie aber vor einer Phase, in der einerseits weniger Anschlussgebühren hereinkommen, weil weniger gebaut wird. Andererseits müssen die bis zu 80 Jahre alten Leitungen nach und nach ersetzt werden. Der Erneuerungswert der Anlagen beträgt etwa 40 Millionen, was einem Finanzbedarf von mindestens 300 000 bis 400 000 Franken pro Jahr entspricht. Um dies zu finanzieren, wird ein Erneuerungsfonds geäufnet.

 

 Eine Änderung gibt es auch bei der Finanzierung der Ausgaben und Investitionen?

Ja, das Gesetz schreibt vor, welche Einnahmen wofür verwendet werden. So dürfen Erschliessungsgebühren für die Finanzierung der Netzerweiterung und für die Vergrösserung der Anlagen, etwa durch neue Reservoirs, verwendet werden. Die Netznutzungsgebühr mussfür Fixkosten wie den Unterhalt der Infrastruktur und die Schuldentilgung eingesetzt werden. Mit den Einnahmen aus dem Wasserbezug dürfen nur Betriebskosten gedeckt werden, etwa für Wasserankauf, Personal, Verwaltungund Energieverbrauch. Deshalb sinkt der Trinkwasserpreis: weil es für diese Ausgaben weniger Geld braucht.

 

 Warum hat der Gemeinderat dieses System gewählt?

Weil es sehr gerecht ist. Es kommt dem Verursacherprinzip, wie es das Gesetz vorschreibt, am nächsten. Wir haben nach einer Methode gesucht, welche die persönliche Situation von möglichst vielen Leuten berücksichtigt. Die Stadt Freiburg arbeitet bereits mit einem ähnlichen System, ebenso viele Gemeinden in der Deutschschweiz. Wir sind die erste Sensler Gemeinde, welche die neuen Bestimmungen umsetzt.

 Was sind die Nachteile?

Der Nachteil ist, dass es bei der ersten Anwendung einen Aufwand braucht, um die Berechnungsgrundlagen zu erstellen. Von jedem Haus und Betrieb muss der Belastungswert separat ausgerechnet werden. Das haben Ingenieurstudenten im Rahmen eines Praktikums für die Mehrheit der Haushalte schon getan, anhand von Bauplänen. Wir haben dies gemacht, um eine Basis für die Kostenkalkulation zu haben. Wir mussten ja wissen, welche Einnahmen die neue Grundgebühr ergibt, um den Wasserpreis festzulegen. Grob zusammengefasst kann man sagen: Jeder Haushalt zahlt zwischen 100 und 300 Franken Grundgebühr.

 

 Warum diese grossen Schwankungen?

Das ist gerade der grosse Vorteil des Systems. Es berücksichtigt im Detail, wie viel Leistung ein Haushalt vom Wassernetz verlangt. Wenn also der Besitzer einer Luxusvilla mehrere Bäder und Toiletten oder einen Anschluss im Garten für ein Schwimmbad hat, zahlt er mehr, als jemand mit einer kleinen Wohnung mit einfachem Standard. Dabei wird also neben dem eigentlichen Wasserbezug auch die Netznutzung berücksichtigt.

 Das heisst, jeder Bürger erfährt erst nach Annahme des neuen Reglements, wie viel er künftig zahlen muss?

Ja, das stimmt, weil jeder Haushalt separat berechnet wird. Wir können nur eine Spannweite angeben.

 

 Was sagen Sie zum Vorwurf, das neue Reglement sei zu kompliziert und ein «bürokratischer Leerlauf»?

Es mag auf den ersten Blick kompliziert sein, weil es auf ganz neuen Berechnungsgrundlagen beruht. Aber wenn man sich im Detail damit befasst, sieht man, dass es logisch ist, und kann die Berechnung gut nachvollziehen. Ein bürokratischer Leerlauf ist es nicht, weil es zwar am Anfang aufwendig ist, dann aber viel gerechter ist als etwa eine allgemeingültige Grundgebühr.

Markus Bapst. Bild Corinne Aeberhard

Reglement: Bei Ablehnung folgt neuer Anlauf

G emeinderat Markus Bapst ist sich bewusst, dass das Thema Trinkwasser sensibel ist. Er wagt deshalb auch keine Prognose, ob das neue Trinkwasserreglement an der Gemeindeversammlung vom kommenden Montag angenommen wird. «Das ist schwer zu beurteilen, weil diese Vorlage am gleichen Abend vors Volk kommt wie die Steuererhöhung», sagt der CVP-Gemeinderat gegenüber den FN. Deshalb könne es sein, dass gewisse Verbindungen zwischen beiden Geschäften hergestellt würden. «Ich hoffe sehr auf die Einsicht der Bürger.» Um weiterhin eine gute Trinkwasserversorgung zu haben, seien Investitionen nötig. «Das Geld geht nicht irgendwo hin, sondern ist zweckgebunden. Da ist niemand, der sich daran bereichert», hält er fest.

Wenn die Bürger das Reglement ablehnten, dann habe der Gemeinderat keine andere Möglichkeit, als die Vorlage noch einmal zur Abstimmung zu bringen. «Vielleicht könnten inhaltlich noch kleine Dinge verändert werden, aber die gesetzlichen Grundlagen müssen wir trotzdem einhalten», sagt Markus Bapst. «Das heisst, dass wir auf jeden Fall eine Grundgebühr einführen müssen. Ich habe heute keinen Plan B, weil ich von diesem System überzeugt bin.» im

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