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Das Olympia-ABC

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Von A wie Asien über T wie Transgender bis Z wie Zierfische: Ein mögliches ABC der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August):

A – Asien

Zum vierten Mal finden Olympische Sommerspiele in Asien statt. Tokio war bereits 1964 Austragungsort, es folgten 1988 Seoul und 2008 Peking. Tokio war auch 1940 vorgesehen, die Spiele fielen wegen des Krieges aber aus.

B – Betten

Im Olympischen Dorf in der «Bay Zone» schlafen die Athletinnen und Athleten in Betten, die aus stabilem Karton gebaut, nach Belieben verlängerbar und individuell anpassbar sind. Für die speziellen Matratzen gibt es eine App zum Regulieren des Härtegrades. Nach den Spielen werden die Wohneinheiten im Dorf verkauft, ein neues Wohnviertel entsteht.

C – Corona

Wegen der Pandemie wurden die Spiele von 2020 auf 2021 verschoben, behielten aber offiziell ihre Jahreszahl. Durchgeführt werden sie unter strengen Richtlinien, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Zu den Massnahmen zählt der Ausschluss von Zuschauern in den Stadien, Arenen und Hallen. Ein Milliarden-Publikum wird bei den reinen Fernsehspielen aber weltweit vor den TV-Geräten sitzen.

D – Doping

Bei den Olympischen Spielen in Tokio wird das umfassendste Anti-Doping-Programm umgesetzt, das es je gab. Verantwortlich für die Kontrollen ist die International Testing Agency (ITA), eine unabhängige Organisation, die Anti-Doping-Programme für internationale Sportverbände, Grossveranstalter oder Anti-Doping-Organisationen durchführt. Die Dopingproben werden bis zu zehn Jahre lang zur nachträglichen Analyse mit moderneren Methoden eingelagert.

E – Einnahmen

Der olympische Sport ist stark abhängig von der Abhaltung dieser Spiele. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schüttet Einnahmen von Übertragungsrechten und Sponsoren an die Nationalen Olympischen Komitees und internationalen Fachverbände aus.

F – Fahnenträger

Erstmals ist es erlaubt, dass zwei Personen als Fahnenträger für ein Land einmarschieren. Die Schweizer Delegation wird am Freitag an der Eröffnungsfeier von Mujinga Kambundji und Max Heinzer ins Stadion geführt. Swiss Olympic hat die Sprinterin und den Fechter als Fahnenträger bestimmt.

G – Gold

Das Edelmetall für die rund 550 Gramm schweren Medaillen stammt aus nicht mehr genutzten elektronischen Geräten, die landesweit gesammelt wurden. Auf den Recycling-Plaketten in Gold, Silber und Bronze ist die Siegesgöttin Nike zu sehen.

H – Horyuji-Tempel

Der 1300 Jahre alte buddhistische Tempel in Ikaruga in der Präfektur Nara ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Er steht in Verbindung zum neuen Olympia-Stadion in Tokio, in dem die Eröffnungs- und Schlussfeier, die Leichtathletik-Wettbewerbe und die Fussball-Finalspiele stattfinden. Mit fast 2000 verarbeiteten Kubikmetern Zedernholz ist dies eine Hommage an die Pagode des Tempels.

I – Impfung

IOC und Organisationskomitee haben Verträge über die Zurverfügungstellung von zigtausend Impfstoff-Dosen geschlossen. Damit sollte im Vorfeld möglichst vielen Sportlern, Delegationsmitgliedern und freiwilligen Helfern eine Impfung ermöglicht werden.

J – Judo

«Der sanfte Weg» hat seinen Ursprung in Japan und entstand aus der Kampfkunst des Jiu-Jitsu. Die olympische Premiere feierte Judo 1964 in Tokio. Gewertet wird mit Waza-ari und Ippon – Letzteres bedeutet das sofortige Ende des Kampfes.

K – Karate

Ein kurzes olympisches Vergnügen bekommen die Karatekas, denn die neue Sportart fällt bereits in Paris wieder raus. Es liegt an Elena Quirici, die Premiere und Derniere aus Schweizer Sicht erfolgreich zu gestalten.

L – Leichtathletik

Es ist aus internationaler Sicht die wichtigste Sportart an Olympischen Spielen. Und auch aus Schweizer Optik hat die Leichtathletik grosse Bedeutung. Nicht weniger als 30 Schweizerinnen und Schweizer stehen am Start. Das ist fast ein Viertel der gesamten Delegation.

M – Miraitowa

Das Maskottchen hat grosse Kulleraugen und ist in Dunkelblau-Weiss gehalten. Der Name setzt sich aus den Wörtern «Mirai», was Zukunft bedeutet, und «Towa», das Ewigkeit heisst, zusammen.

N – No-Go:

Es gibt zahlreiche Benimmregeln in Japan, wie wir sie hierzulande nicht kennen. Eine besagt, dass man in der Wohnung nicht mit den Hausfinken in das als «unrein» geltende WC gehen darf. Es stehen oftmals eigene Toilettenschuhe vor der Tür. Der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit ist tabu, ebenso sollte man sich vor anderen nicht die Nase putzen oder niesen.

O – Olympionike

Nur wer bei Olympia auch eine Goldmedaille gewinnt, darf sich Olympionike nennen. Im Schweizer Team befinden sich 2021 mit Mountainbiker Nino Schurter (Gold 2016), Springreiter Steve Guerdat und Triathletin Nicola Spirig (beide 2012) drei Athletinnen und Athleten mit diesem Status.

P – Penalty

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) eröffnete zwei Büros in Tokio. Die Ad-hoc-Kommission soll zum einen Rechtsstreitigkeiten rasch klären, zum anderen wird auch eine eigene Abteilung für Anti-Doping-Angelegenheiten eingerichtet.

Q – Quarantäne

Die Pferde für die Reitwettkämpfe mussten bereits vor der Reise nach Japan in Quarantäne, um das Einschleppen von Seuchen zu verhindern. Für die Menschen gilt wegen Corona eigentlich eine zweiwöchige Isolation nach der Landung, dies wurde für die an Olympia beteiligten Personen aber in eine Soft-Quarantäne umgewandelt. Mit triftigen Gründen und Freitesten darf man sofort seine Arbeit aufnehmen, muss aber zwei Wochen lang strikte Regeln befolgen.

R – Reiwa

«Schöne Harmonie» heisst die Zeit, die mit der Inthronisierung von Kaiser Tenno Naruhito 2019 begann. Die Reiwa-Zeit wird mit dem Tod oder der Abdankung des Kaisers enden.

S – Sushi

Wer glaubt, er weiss wie Sushi schmecken soll, der war noch niemals in Japan. Der rohe Fisch, umhüllt von Reis und Algenblättern mit seinen Hunderten Ausführungsmöglichkeiten ist in Nippon praktisch in jedem Take-away ein Gaumenschmaus.

T – Transgender

Die 43-jährige Neuseeländerin Laurel Hubbard ist die erste Transgender-Athletin, die an Olympischen Spielen teilnehmen wird. Die Gewichtheberin hiess früher Gavin und liess ihr Geschlecht 2012 operativ ändern.

U – Umwelt

Zehn Jahre nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima wurde dort nicht nur die olympische Flamme entzündet, auch Wettkämpfe werden in der Präfektur ausgetragen. Die Gegend wird vom japanischen Umweltministerium als sicher eingestuft, Zweifel daran bestehen aber.

V – Volunteers

Insgesamt 80’000 freiwillige Helfer hätten bei den Olympischen Spielen dabei sein sollen, rund 10’000 davon sprangen vor allem wegen der Corona-Unsicherheiten ab. Ausländische Volunteers sind diesmal nicht zugelassen.

W – Wetter

Temperaturen jenseits der 30 Grad sind in Tokio im Juli und August keine Seltenheit. Die Hitze in Kombination mit einer hohen Luftfeuchtigkeit macht die Bedingungen für alle, die im Freien um Medaillen kämpfen, schwierig. Die Regenperiode nähert sich dem Ende, aber gleichzeitig beginnt die Zeit der Taifune. Das könnte die Segelwettkämpfe in Enoshima beeinträchtigen.

X – X-Chromosom

Mit einem Frauenanteil von 48,8 Prozent hat das Internationale Olympische Komitee den Plan nach einem numerischen Gleichgewicht zwischen Athletinnen und Athleten fast erreicht. Auf dem Weg dorthin half auch die Einführung neuer Mixed-Bewerbe. Insgesamt 18 scheinen im Programm auf, dafür mussten teils Männer-Entscheidungen weichen.

Y – Yen

Ist die offizielle Währung in Japan, die 1871 nach dem Vorbild europäischer Währungen eingeführt wurde. Rund 120 Yen entsprechen einem Wert von 1 Franken.

Z – Zierfische

Bei vielen Schweizern schwimmen sie daheim im Gartenteich, die in allen Farben schillernden Kois. Diese japanischen Zierfische stammen aus der Familie der Karpfen und heissen eigentlich Nishikigoi. Das bedeutet übersetzt Brokat-Karpfen. In Japan werden die Fische als Statussymbole gehalten.

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