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Das Opernfestival Avenches ist in Gefahr

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Das Publikum zeigte sich begeistert von den Vorstellungen der Oper Madama Butterfly in Avenches. Gestern Abend fand die Derniere in der Römerarena statt. Und dennoch: Die Zuschauerzahlen der sechs Aufführungen sind zu niedrig, um die Zukunft des Opernfestivals zu sichern. «Wie bereits letztes Jahr stellt der Stiftungsrat mit grosser Sorge fest, dass der Fortbestand des Opernfestivals gefährdet ist», ist einer Medienmitteilung der Veranstalter zu entnehmen. 18 000 Opernfans besuchten die Vorstellungen. Ideal wären rund 24 000 bis 25 000 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Schon letztes Jahr lief es für die Veranstalter nicht nach Wunsch. Die finanziellen Reserven schmolzen von Jahr zu Jahr. Für die Zukunft fehlt deshalb das Polster. Die Finanzierung beruht laut Mitteilung zu 95 Prozent auf dem Erlös der Tickets, den Sponsorengeldern und den Spenden. «Diese Bedingungen erschweren, sprich verunmöglichen es, dass auch in Zukunft Werke von hoher Qualität aufgeführt werden können», ist in der Mitteilung von Avenches Opéra weiter zu lesen. Das Interesse der öffentlichen Institutionen werde ausschlaggebend sein, ob das Festival weiter bestehen kann. Der Stiftungsrat werde seinen Beschluss Ende Oktober bekannt geben.

Potenzial klären

Léo Obertüfer, Präsident des Stiftungsrates Avenches Opéra, will jedoch noch nicht schwarzmalen: «Die Hoffnung stirbt zuletzt», sagte er auf Anfrage. «Die Frage ist, ob die Gemeinde Avenches, die Region, der Kanton Waadt oder andere öffentliche Institutionen bereit sind, mehr in das Festival zu investieren.» Nun stünden Gespräche und Verhandlungen auf dem Programm. «Wir müssen abklären, welches Potenzial besteht.» Sie müssten sich fragen, ob sie künftig mit 18 000, und nicht mehr mit 24 000 Zuschauern rechnen müssten. Vor 2015 lag der Durchschnitt über fünf Jahre gesehen bei rund 25 000 Zuschauern. «Wir konnten uns den Einbruch der Zuschauerzahlen damals nicht genau erklären», sagte Obertüfer. Klar sei, dass die Konkurrenz durch andere Openair-Veranstaltungen zugenommen hat. «Wir fragten uns, ob es an der Kommunikation lag, und verstärkten diese deshalb.» Doch das habe nicht viel gebracht, wie sich nun zeige.

Um nicht vom Wetter abhängig zu sein, gibt es seit letztem Jahr die Möglichkeit, in die überdachte Manege des Reitsportzentrums IENA auszuweichen. «Das hat gut funktioniert», sagte Obertüfer. Und auch dieses Jahr warteten die Veranstalter mit einer Neuerung auf: Erstmals gab es Eintritte ab 40 Franken. Eine sehr gut besuchte Aufführung sei jene vom letzten Samstag gewesen: «Es war schönes Wetter und ich war erstaunt, wie viele von den günstigeren Plätzen besetzt waren.» Viele hätten kurzfristig Tickets gekauft, das entspreche dem Trend.

Bereits in den nächsten Wochen werden die Veranstalter entscheiden, welche Oper sie 2017 möglicherweise aufführen, «denn sonst ist es zu spät», sagte Obertüfer. Es werde wohl ein Stück sein, das den Künstlern geläufig ist und weniger Vorbereitungen benötigt. Ob es dann wirklich aufgeführt wird, steht noch offen.

Zahlen und Fakten

Oper hat seit 1995 ihren festen Platz

Die Oper in Avenches ist ein Kind des früheren Tourismusdirektors Michel Doleires. Er war der Meinung, dass das Potenzial der Römerarena besser ausgenützt werden könnte. Kaum hatte er losgelegt, erhielt er einen Anruf einer Künstleragentur, die in der Arena mit einem Budget von einer Million Franken Opernaufführungen veranstalten wollte. «Das hat es gebraucht», sagte Doleires 2014 vor seinem Ausscheiden aus dem Amt. Avenches war eines der ersten Freiluftfestivals, die Fans von Klassik und Oper ansprachen. Heute gibt es mehrere in der Schweiz. Die erste Aufführung des Opernfestivals war 1995 die Aida. In einzelnen Jahren wurden zwei Stücke aufgeführt. Andere Stücke kamen gleich mehrere Male auf die Bühne: Carmen wurde 1996, 2004 und 2014 gespielt, Aida nach 1995 auch 2000 und 2007. Auch die Traviata kam 1997 und 2008 nach Avenches, Rigoletto zwei Mal (2001, 2011) und Nabucco sogar drei Mal (1999, 2005 und 2013). Der Barbiere di Siviglia wurde 1998 und 2015 gespielt. Diesen Sommer wartete das Festival zum ersten Mal mit der Oper Madama Butterfly auf. Es war die 22. Ausgabe der Avenches Opéra. Die Arena in Avenches kann 6000 Sitzplätze für Anlässe bieten. Die Veranstalter der Oper beschränken sie jedoch auf 4000 Tickets je Aufführung.emu

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