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Das Parkhaus würde nicht rentieren

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Mehrere Jahre lang beschäftigte das Projekt für ein neues Murtner Parkhaus beim Viehmarktplatz die Murtner Politiker und die Bevölkerung. Doch nun wird klar: Das Parkhaus wird nicht verwirklicht. Vizestadtpräsidentin Ursula Schneider Schüttel teilte gestern in der Generalratsitzung mit, dass der Gemeinderat das Projekt zu den Akten legt.

Nicht wirtschaftlich

Seit letztem Herbst befassten sich Spezialisten mit dem Parkhaus. Sie stellten unter anderem fest, dass das neue Parkhaus kaum wirtschaftlich betrieben werden könnte. Das sei aber nicht der alleinige Grund, erklärt Ursula Schneider Schüttel auf Anfrage der FN. Es habe sich gezeigt, dass das Siegerprojekt aus dem Wettbewerb für ein oberirdisches Parkhaus im Generalrat nicht nur auf Zustimmung stosse. Namentlich die bürgerlichen Parteien forderten eine unterirdische Variante. Diese käme rund fünf Millionen Franken teurer, was die Rentabilität zusätzlich schmälere, so Schneider Schüttel. Bei einer umstrittenen Vorlage wiege eine schlechte Rentabilität politisch umso schwerer. «Wir kamen zum Schluss, dass ein umstrittenes Projekt mit diesen Zahlen wohl wenig Chancen auf eine Verwirklichung und eine Gewährung der nötigen Kredite hat.»

Dass der Gemeinderat erst jetzt feststelle, dass das Parkhaus nicht wirtschaftlich wäre, habe mit dessen Geschichte zu tun: «Der Gemeinderat hat den Auftrag entgegengenommen, ein solches Parkhaus zu prüfen.» Teil dieses Projektes sei auch der Architekturwettbewerb gewesen, aus dem das oberirdische Projekt «Prinz von Tarent» hervorging. Erst mit konkreten Standorten und Projektvarianten mache eine Rentabilitätsrechnung Sinn.

Die Frage nach der Zukunft

Offen ist, wie es nun mit dem Verkehr in der Altstadt von Murten weitergeht. «Wir prüfen nun weitere Massnahmen zur Verbesserung der Parkierungs- und Verkehrssituation», so Schneider Schüttel. Klar sei, dass Murten zu bestimmten Zeiten ein Parkplatzproblem hat. «Wir haben genug Parkplätze, aber nicht zu jeder Zeit am richtigen Ort.» Mit mehreren Massnahmen versuche die Gemeinde seit Längerem, dem entgegenzuwirken, so etwa mit Anpassungen bei Parkvignetten für Anwohner und Pendler oder bei den Gebühren.

Das Projekt für ein neues Parkhaus ist auch eng mit der geplanten Begegnungszone verknüpft. Denn im Gegenzug zu den neuen Parkplätzen im Parkhaus wollte die Gemeinde Parkplätze im Stedtli aufheben. «Die Realisierung der geplanten Begegnungszone und des Parkhauses sind miteinander verknüpft». Dies nicht zuletzt wegen der politischen Akzeptanz: «Die Befürworter eines Parkhauses haben die Begegnungszone in Kauf genommen. Die Befürworter der Begegnungszone haben dafür das Parkhaus akzeptiert.» Ohne Parkhaus komme diese Balance ins Wanken. Der Prozess für die Gestaltung des Stedtlis beginne deshalb wohl von vorne. «Wir können dabei allenfalls von den Vorarbeiten, die wir im Hinblick auf die Begegnungszone in einer Arbeitsgruppe und im Gemeinderat gemacht haben, profitieren», sagt Schneider Schüttel.

«Die Realisierung der geplanten Begegnungszone und des Parkhauses sind miteinander verknüpft.»

Ursula Schneider Schüttel

Vizestadtpräsidentin

Reaktionen

Fraktionen sind nur teilweise überrascht

FDP-Präsident Thomas Bula zeigt sich gegenüber den FN enttäuscht, dass die Gemeinde die mangelnde Rentabilität des Parkhauses erst jetzt feststellt. «Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung hätte man von uns aus gesehen viel früher machen müssen.» Der Bedarf für ein Parkhaus sei mehr als gegeben.

«Wir waren mit dem Projekt nie glücklich», sagt Susi Moser, Fraktionspräsidentin der SVP. «Angesichts der Kosten und der mit dem Parkhaus verknüpften Aufhebung von Parkplätzen im Stedtli ist das Parkhaus keine vorteilhafte Lösung.»

Auch Jacques Moser, Fraktionspräsident der CVP, ist überrascht über das Ende des Projektes. «Bis jetzt war es noch nie ein Thema, dass das Parkhaus nicht rentabel wäre.»

Nicht überrascht ist Martin Leu, Präsident der Grünliberalen: «Wir haben immer schon gesagt, dass man Parkplätze reduzieren muss, um sie besser auszulasten.» Ein neues Parkhaus mache da kaum Sinn. Der Gemeinderat habe darum richtig entschieden, das Projekt abzubrechen.

Die SP-Fraktion betont vor allem die Begegnungszone. «Wir hoffen, dass der Gemeinderat die Begegnungszone auch ohne Parkhaus vorantreibt.», sagt Fraktionspräsident Jeorge Riesen.

sos

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