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«Das Positive überwiegt bei weitem»

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«Das Positive überwiegt bei weitem»

Bundesrat Joseph Deiss zieht nach seinem ersten Jahr in der Landesregierung Zwischenbilanz

Volksnah, witzig und politisch so sattelfest, als ob er seine Funktion schon seit einer Ewigkeit innehaben würde: So haben das Schweizer (und namentlich das Freiburger) Volk Bundesrat Joseph Deiss in seinen ersten zwölf Monaten als Mitglied der Landesregierung erlebt. In einem Gespräch mit den FN blickt der Aussenminister auf sein erstes Amtsjahr zurück.

Unmittelbar nach Ihrer Wahl in den Bundesrat wurden Sie als «zweisprachiger Mann der Mitte» mit Vorschusslorbeeren nur so überhäuft. Und die lokalen Parlamentarierinnen und Parlamentarier sind sich heute noch darin einig, dass Sie ein «Glücksfall für Freiburg und die ganze Schweiz» seien. Ist das für Sie eher ein Kompliment oder eine Belastung?

Bundesrat Joseph Deiss: (schmunzelt). Ehrlich gesagt: Das tut einem schon gut. Aber man muss sich trotzdem (oder gerade deshalb) jeden Tag zusammenraffen und sich alles wieder von neuem erobern. Von daher gibt es trotz allem Lob keinen Grund zur Überheblichkeit. Zu Kopf steigen mir derartige Aussagen jedenfalls sicher nicht.

Wie haben Sie Ihr erstes Jahr in der Schweizer Landesregierung erlebt?

Ich darf auf zwölf sehr schöne Monate zurückblicken. Das hat mindestens drei Gründe: Erstens können wir im Bundesrat in einem ausgesprochen angenehmen Klima zusammenarbeiten. Natürlich – und hoffentlich! – kommt es hin und wieder vor, dass der eine oder die andere der vier Parteienvertreter hart um sein oder ihr Dossier kämpft. Weil dies aber immer respektvoll und mit der gebotenen Rücksichtnahme geschieht, kann ich sagen, dass ich immer gerne an die Bundesratssitzungen gehe.

In meinem Departement steht mir ein menschlich und fachlich überaus kompetenter Mitarbeiterstab zur Verfügung, der auch bereit ist, sich jederzeit für die Sache einzusetzen. Und schliesslich ist es auch immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis, spüren zu dürfen, wie man in der Bevölkerung nicht nur akzeptiert, sondern auch geschätzt wird. Ganz besonders freut mich, dass mich die Leute auf der Strasse oder an irgendwelchen Anlässen meist nicht mit «Herr Bundesrat» oder einem Titel, sondern einfach mit «Herr Deiss» ansprechen.

Natürlich gibt es hie und da auch Kritik, aber das kann man ohne weiteres ertragen, wenn das Positive dermassen überwiegt.

Vor Ihrer Wahl in die Landesregierung wurden Sie landauf, landab als «graue Maus» apostrophiert. Diesen Stempel sind Sie innert kürzester Zeit losgeworden. Inzwischen gelten Sie nicht nur in Ihrem Departement als «Nice Deiss», Sie sammeln auch in der Bevölkerung Sympathiepunkte am Laufmeter. Worauf führen Sie diesen Imagewandel zurück?

Von «Imagewandel» kann keine Rede sein. Manche Leute wollten vor der Bundesratswahl einfach nicht akzeptieren, dass ich durchaus auch eine ausgeprägte humoristische Seite habe. Jene, die mich schon kannten, verstanden ja gar nicht, was das Gerede und Geschreibe von der «grauen Maus» überhaupt sollte. Über das wenig vorteilhafte Bild, das da und dort von mir gezeichnet worden war, habe ich mich allerdings gar nicht gross aufgeregt. Ich habe mir vielmehr gesagt, dass mich das Volk in absehbarer Zeit schon so wahrnehmen würde, wie ich bin – und schon immer gewesen war.

Sie haben in den letzten zwölf Monaten mit bald unzähligen Politgrössen aus der ganzen Welt diskutiert. Welche Begegnung hat Ihnen den nachhaltigsten Eindruck gemacht?

Ich möchte da niemanden besonders hervorheben, obwohl es natürlich schon etwas Spezielles ist, wenn man innerhalb eines Jahres ein paar Mal mit dem amerikanischen Präsidenten zusammentrifft.

Was mir generell immer Freude macht, ist die Tatsache, dass man auch mit höchstrangigen Kollegen und Ministern sehr einfache und sehr menschliche Gespräche führen kann. Hin und wieder blitzt auch in heiklen Situationen ein Funken Humor auf, was die Situation sofort wieder entkrampft. Solche Momente versuche ich ganz speziell zu geniessen.

Imponierend ist auch, regelmässig feststellen zu dürfen, wie die Schweiz im Ausland wahrgenommen und geschätzt wird.

Kommen Sie auf Ihren Auslandreisen eigentlich auch einmal dazu, Land und Leute kennen zu lernen?

Leider nicht in dem Masse, in dem ich es in den Ferien praktizieren kann. Aber wenn sich – zum Beispiel durch eine kurzfristige Umstellung des Besuchsprogramms – die Gelegenheit ergibt, nutze ich sie sofort aus. Und dann haben diese Geschäftsreisen natürlich auch den Vorteil, dass man Örtlichkeiten zu sehen bekommt, die einem normalen Touristen immer verschlossen sein werden. Den Präsidentenpalast in Kairo etwa wird ein Pauschalreisender nie so besichtigen können, wie mir dies auf meiner letzten Nahost-Reise möglich war.

Nach Ansicht von diversen Schweizer Politikern und zahlreichen Kommentatoren hat sich die Schweiz im letzten Jahr gegenüber dem Ausland deutlich geöffnet. Wie viel konnten Sie persönlich dazu beitragen? Oder anders gesagt: Was machen Sie anders als Ihre Vorgänger?

Ich mag da nicht vergleichen. Ich verfolge lediglich mit einer gewissen Beharrlichkeit gewisse Ziele. Vermutlich mache ich gar nicht viel anders als meine Vorgänger; denkbar ist, dass ich vielleicht mit einer etwas anderen Optik an das Ganze herangehe.

Aber grundsätzlich rede ich eigentlich gar nicht gerne von «Öffnung», sondern viel lieber von «Präsenz markieren». Eine «Öffnung» ist letztlich ein passiver Vorgang: Da machen Sie einfach das Fenster auf und warten, bis es hereinwindet. «Präsenz markieren» hingegen bedeutet, mutig und ohne falsche Hemmungen auf die anderen zuzugehen, um zu zeigen, dass man gewillt ist, gemeinsam etwas zum Wohl der Menschheit zu erreichen.

Zurück in die Schweiz: Am 21. Mai stimmt das Volk über die bilateralen Verträge ab. Können Sie in fünf Sätzen erklären, wieso der Souverän dieser Vorlage zustimmen soll?

Das Volk wird diesen Verträgen zustimmen, weil es sie will. Schliesslich geht es um den Standort Schweiz. Und mit diesen Verträgen können wir diesen Standort verbessern, indem unsere Verbindung mit der europäischen Wirtschaft verstärkt wird. Wir können den «Bilateralen» auch zustimmen, weil wir da bei einem heiklen Thema – dem EU-Beitritt der Schweiz – einen grossen Schritt weiterkommen, ohne die ganz grosse, die zentrale Frage nach einem Zusammengehen beantworten zu müssen. Die Abstimmung vom 21. Mai ist kein Schritt Richtung EU, sondern eine rein vertragliche Angelegenheit, aus der wir übrigens auch wieder aussteigen können.

Die bilateralen Verträge sind für die Schweiz eine wahre Chance. Und es wäre ja wirklich ziemlich sonderbar, wenn wir diese Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen würden.

Interview: Johannes Hofstetter

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