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Das professionelle Tagesmami

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Altbauwohnung ist wie eine Wundertüte: Der eher kleine Eingangsbereich und die tiefe Decke lassen eine kleine Wohnung vermuten, doch nach jeder Tür folgt ein weiteres Zimmer. Neben Speiseraum, Bastelzimmer, Spiel- und Leseecke gibt es auch einen Rückzugsort für Kinder. Dies alles befindet sich in der Privatwohnung von Sandra Gasser in Heitenried. Unter dem Namen «Kinderbetreuung Flügge» hat sie Anfang des Monats als selbständig erwerbende Tagesmutter angefangen.

Eine Art «Hybrid»

Ihr Betrieb sei keine reine Tagesstätte, sagt die 30-jährige Heitenriederin. Dafür müsste sie andere Auflagen erfüllen, beispielsweise weitere qualifizierte Betreuerinnen oder Betreuer anstellen. In das Schema Tagesmutter passe sie aber auch nicht ganz. Sie ist ausgebildete Fachfrau Betreuung und hat mehrere Jahre in Kindertagesstätten gearbeitet. «Ich besitze eine Menge an pädagogischen Erfahrungen, die ich gut für meinen Betrieb nutzen kann.» Sie bezeichne ihr Betreuungskonzept deshalb als eine Art «Hybrid» aus Tagesmutter, Kinderhort und Tagesstätte.

Das Jugendamt hat ihr das Maximum an Kinderbetreuungsplätzen zugesprochen. Pro Tag kann sie sechs Kinder aufnehmen, von denen vier jünger als vier Jahre alt sein dürfen; darunter auch zwei Kinder unter zwei Jahren. Für den Mittagstisch können zwei weitere Kinder dazustossen, die allerdings im Schulalter sein müssen. Da ihre Wohnung unterhalb der Schule liegt, können die Schülerinnen und Schüler alleine zu Fuss an den Mittagstisch kommen. «Der Standort ist ideal», sagt Gasser.

Die Tarifliste richtet sich nach dem Betreuungsaufwand. Ein Baby kostet zehn Franken pro Stunde, ein Kleinkind neun, Kindergärtler acht und Schulkinder 7.50 Franken. Vertraut ihr eine Familie mehrere Kinder an, gewährt sie einen Rabatt. «Es war mir ein Anliegen, faire Preise anzubieten», sagt die Betreuerin. Ab drei Kindern pro Tag sei sie finanziell selbsttragend. Bis dahin arbeitet sie Teilzeit in einem Gastbetrieb.

Kein Betreuungswechsel

Für erwerbstätige Eltern gibt es verschiedene Angebote der Kinderbetreuung. Üblicherweise besuchen die Kinder eine Tagesstätte, oder ein Mitglied des Tageselternvereins kümmert sich um die Kleinen (siehe auch Kasten). Worin liegt nun der grosse Unterschied zwischen Gassers Dienstleistung und allen anderen betreuten Tagesstrukturen? «Es liegt in der professionellen Betreuung und in der familiären Grös­se», antwortet sie. Eine Kita nehme zwischen 12 bis 16 Kinder auf, das sorge für viel Lärm. «Ich biete eine Alternative für Kinder, denen das zu viel ist. Bei sechs Kindern hält sich die Lautstärke in Grenzen.» Weiter liege ihr besonders am Herzen, dass die Kinder frei spielen können. «Das ist ein wichtiger Teil der Entwicklung, der gerne vergessen wird. Bei mir sollen Kinder noch Kinder sein.» Die lange Betreuungszeit sieht sie ebenfalls als Pluspunkt: Sie könne ein Kind vom Säuglingsalter bis Ende Primarschule begleiten. «Die Kinder haben stets die gleiche Ansprechperson. Ständige Betreuungswechsel fallen nicht an.» Was sie wohl als selbständige Tagesmutter vermissen werde, sei der Austausch mit Berufskollegen. «Das habe ich bei den Kitas immer geschätzt. Hier bin ich auf mich alleine gestellt.»

Mehrere Spenden

Die letzten Monate hat Gasser Werbung für ihr neues Konzept gemacht. Es fand Anklang in der Gemeinde. «Ich erhielt Anrufe von Leuten, die mir Mobiliar angeboten haben.» Die Leute luden sie auf ihre Estriche ein, wo sie nach passendem Inventar suchen konnte. «Ich genoss es sehr, die verschiedenen Räume einzurichten.» Um den Familien ihr Angebot näherzubringen, organisiert sie einmal pro Monat Besichtigungsabende. «Auch Elterncafés biete ich alle vier Wochen an. Ziel ist es, besonders die neuen Familien in der Gemeinde zu integrieren.»

Mit viel Herzblut

«Mehrere Leute haben mich als mutig bezeichnet, weil ich die Betreuung von Kindern in meiner eigenen Wohnung anbiete», erzählt sie. Für Gasser geht hingegen ein grosser Traum in Erfüllung. «Ich habe so viel Herzblut in die Einrichtung und die Organisation gesteckt. Ich konnte es kaum erwarten, bis die ersten Kinder in den Räumen spielten.»

Kinderbetreuung

Tagesmütter: mehr Betreuungsstunden

Die Gemeinde Heitenried hatte eine Arbeitsgruppe beauftragt, Grundlagen für einen Mittagstisch zu erarbeiten. Sandra Gasser sei mit ihrer Idee als selbständige Tagesmutter auf den Gemeinderat zugegangen, sagt Ammann Bruno Werthmüller den FN. Der Gemeinderat habe sich deshalb für die Unterstützung dieser Eigeninitiative entschieden und auf einen eigenen Mittagstisch verzichtet. «Wir haben uns in der Gemeinde erkundigt und sind auf eine eher kleine Nachfrage an Mittagstischplätzen gestossen. Es wird sich zeigen, ob Frau Gasser dieses Bedürfnis decken kann», sagt Werthmüller. Grundsätzlich sei Heitenried Mitglied der Kindertagesstätte Zauberschlössli in Tafers und arbeite eng mit dem Tageselternverein Sense zusammen, um den Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken.

Der Tageselternverein Sense habe letztens beobachtet, dass die Tagesmütter mehr Betreuungsstunden leisten, sagt Marg­rit Dubi, Präsidentin des Vereins. Auch die Maximalanzahl an zu betreuenden Kindern werde von den Mitgliedern ausgeschöpft. Allgemein sei die Vermittlung teilweise schwierig, da sich die Zeiten, an denen die Tagesmütter die Kinder hüten können, nicht mit den Zeiten decken, an denen die Familien eine Betreuung benötigen. Die Klientel des Vereins werde sich voraussichtlich verändern, weil die ausserschulischen Betreuungen im Sensebezirk nach und nach Fuss fassen werden. «Es werden wohl jene Familien Tagesmütter in Anspruch nehmen, die unregelmässige Arbeitszeiten haben.»

Das neue Angebot von Sandra Gasser in Heitenried finde sie gut, denn Konkurrenz belebe das Geschäft, sagt Dubi. Generell sei es wichtig, dass freischaffende Tagesmütter beim Jugendamt angemeldet und versichert seien. «Der Schutz der Kinder steht im Mittelpunkt.»

jp

 

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