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«Das Reisen hat sich stark verändert»

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«In einem ausgebauten Tunnelabschnitt zu stehen und in die künftige Tunnelröhre hineinzuschauen, war eindrücklich», schwärmt Eduard Isenring. Der 87-Jährige hat unter anderem die Neat-Baustelle des Gotthard-Basistunnels in Amsteg besucht. Dort wurde der Abschnitt eines Stollens zu Testzwecken wie im späteren Basistunnel ausgebaut. Die Besucher konnten den Abschnitt besichtigen und dabei einen Blick in die Hauptröhre werfen. Am neuen Basistunnel fielen Isenring speziell die Tunnelportale auf. «Im Gegensatz zum alten Eisenbahntunnel sind sie nicht mehr aus Stein gemauert, sie bestehen aus Beton.» Darin zeige sich, wie sich die Ästhetik der Architekten über die Jahrzehnte verändere.

Eduard Isenring interessiert sich für viele technische Details der Eisenbahn: von Tunnelportalen über Fahrleitungen bis zur Konstruktion von Weichen. «Elegante Anlagen aus mehreren Bogenweichen wie beim Bahnhof Murten haben für mich etwas Ästhetisches.» Isenring gibt unumwunden zu, dass seine Leidenschaft nicht für jedermann nachvollziehbar ist. «Da kommen wir in den Bereich für Spinner», meint er selbstironisch. Trotzdem nimmt er am 1. Juni nicht an der Eröffnung des Basistunnels teil. «Das ist mir ein zu grosser Auflauf.»

Familiensache SBB

Die Begeisterung für die Eisenbahn liegt bei Isenring in der Familie. Sein Grossvater war zwischen St. Gallen und Rorschach Streckenwärter. Isenring absolvierte nach der Mittelschule in St. Gallen die zweijährige Lehre zum Stationsbeamten. Während zehn Jahren, von 1948–1958, arbeitete Isenring in der Folge auf verschiedenen Bahnhöfen sowie im Fahrplanbüro in Zürich. Prägend war vor allem die Zeit im aargauischen Koblenz. «Dort kümmerte ich mich unter anderem um die Reisegruppen aus dem Schwarzwald, die einen Tagesausflug ins Tessin machten.»

Diesen Tagesausflug könne man sich ähnlich vorstellen wie heute eine Fahrt mit dem Glacierexpress. Am morgen früh kamen die Gruppen in Bussen aus dem Schwarzwald an. Mit dem Extrazug ging es anschliessend über die Gotthardbergstrecke ins Tessin. «Dort machten wir zum Beispiel eine Schifffahrt auf dem Luganersee.» Am Abend seien sie zurück nach Koblenz gefahren. «Die Reise war für die Touristen anstrengend, aber auch eindrücklich.» Die Fahrt über den Gotthard ins Tessin habe ihnen spektakuläre Berge, aber auch Palmen am Seeufer gezeigt. Viele der Touristen aus dem Nachkriegsdeutschland hätten lange für den Ausflug gespart. Isenring erklärte den Gästen die Höhepunkte der Strecke über die Lautsprecheranlage, «die gab es damals schon», oder liess über den angeschlossenen Plattenspieler Musik laufen. Fuhr der Zug am Abend gegen Zürich zu, liess er das Licht in den Bahnwagen löschen. «Der Blick auf das Lichtermeer der Stadt war eindrücklich.»

Es verwundert kaum, dass sich Isenring bei so viel Bahnbegeisterung auch im Modellbau engagiert. So hat er für die ETH Zürich und die SBB mehrere Ausbildungsanlagen gebaut, auf denen zum Beispiel künftige Stationsbeamte ausgebildet wurden. Mit dem Bau einer solchen Anlage im SBB-Zentrum Löwenberg kam der Ostschweizer Isenring in die Region und blieb hängen. Heute ist er aktives Mitglied der Modelleisenbahnfreunde Seebezirk. Der Gotthard-Basistunnel eigne sich nicht für die Modellbahn, sagt er. «Wir bauen alles getreu dem Massstab 1 zu 87 nach.» Bei einer Tunnellänge von 57 Kilometern ergäbe das ein Modell von mehreren hundert Metern.

Reisen hat sich verändert

 Trotz seiner Beziehung zur Gotthard-Bergstrecke bedauert Isenring nicht, dass diese mit der Eröffnung des Basistunnels wohl an Gewicht verlieren wird. Er sei gespannt, was aus der Bergstrecke werde. «Das Reisen hat sich halt verändert.» Heute stehe die schnelle Verbindung gegenüber dem Erlebnis Reisen im Vordergrund. «Das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.»

«In die künftige Tunnelröhre hineinzublicken war eindrücklich.»

Eduard Isenring

Eisenbahnfan

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