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Das Rennen um den zweiten Sitz

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Bei der Ständeratswahl vom 20. Oktober lagen zwischen dem Zweitplatzierten, Beat Vonlanthen von der CVP, und der Drittplatzierten, Johanna Gapany von der FDP, nicht einmal 4000 Stimmen. Darum müssen beide alles geben, wollen sie am 10. November als Gewinner aus der Wahl hervorgehen. Ja, auch Beat Vonlanthen, der nach dem ersten Wahlgang sagte, ein zweiter Wahlgang sei rausgeworfenes Geld, weil die ersten zwei Kandidaten erfahrungsgemäss bestätigt würden. Sicher ist indes nur, dass er als Bisheriger gegenüber der Neuen einen grossen Bonus hat. Politologe Georg Lutz von der Universität Lausanne sagt es so: «Den Bisherigen-Bonus kann eigentlich nur jemand knacken, der geradezu eine Lichtgestalt ist und breit mobilisieren kann.» Ob Gapany diese Lichtgestalt ist, darf berechtigterweise bezweifelt werden. Aber klar ist, die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben eine echte Auswahl: zwischen Frau und Mann, deutsch und französisch, jung und alt, etabliert und zukunftsträchtig.

Frau oder Mann

«Der Frauenbonus könnte Johanna Gapany helfen», räumt Lutz ein. Und Gapany will ihn auf ihrer Wahlkampftour nutzen. «Gleichberechtigung erreicht man nur, wenn die dafür nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, und zwar überall: in der AHV, beim Militär, bei der Besteuerung. Das ist wichtiger als Quoten», sagt sie. «Repräsentativität ist nicht nur eine Sache von Sprachen und Bezirken.» Die FDP-Politikerin ist die erste Frau, die es im Kanton Freiburg je in einen zweiten Wahlgang für den Ständerat geschafft hat.

Deutsch oder französisch

Beat Vonlanthen erfüllt dagegen den Anspruch einer ausgeglichenen Vertretung der Sprachgemeinschaften und der Bezirke. Als Deutschsprachiger und Sensler würde er den französischsprachigen Greyerzer Christian Levrat von der SP, anders als die französischsprachige Greyerzerin Johanna Gapany, perfekt ergänzen. Weil Vonlanthen den Sieg aber erst im Sensebezirk auf sicher hat, wird er in den kommenden Tagen vor allem die welschen Bezirke beackern, wie er auf Anfrage sagt. Auf dem Programm stehen Wochenmärkte, Messen und andere Anlässe. «Wir sind Tag und Nacht unterwegs.» Zudem werben Plakate, Flyer in allen Haushalten des Kantons und persönliche Karten für den CVP-Kandidaten.

Johanna Gapany intensiviert ihre Kampagne aufgrund ihres Sprach- und Herkunftsmakels in den deutschsprachigen Gemeinden des Kantons. «Mir ist es wichtig, dass sich alle Freiburgerinnen und Freiburger durch mich vertreten fühlen. Denn Freiburg zeichnet sich durch seine Vielfalt aus», sagt sie auf Deutsch. Dabei wird Gapany noch einiges zu tun haben: Im Sensebezirk rangierte sie im ersten Wahlgang auf Platz fünf. Im gemischtsprachigen Saane- und Seebezirk ist der Abstand ebenfalls deutlicher als in den anderen Bezirken. Im Saanebezirk schwang Christian Levrat obenaus, gefolgt von Gerhard Andrey (Grüne). Beat Vonlanthen landete mit gut 6600 Stimmen auf Rang drei vor Johanna Gapany mit gut 3600 Stimmen. Auch im Seebezirk wurde Levrat Erster, Zweiter war Pierre-André Page (SVP), dritter Beat Vonlanthen mit knapp 2500 Stimmen, auf dem vierten Platz landete Johanna Gapany mit knapp 2200 Stimmen.

Alt und etabliert

Sowohl Gapany als auch Vonlanthen betonen selbstredend, dass sie nicht den jeweils anderen im Fadenkreuz haben, sondern mit ihren Kompetenzen punkten wollen.

Beat Vonlanthen ist mit seinen 62 Jahren genau doppelt so alt wie seine Konkurrentin Johanna Gapany. Politisch hat der ehemalige Gross- und Staatsrat mehr Erfahrung auf dem Buckel. «Ich habe in den letzten vier Jahren als Ständerat viel gearbeitet. Ich habe die meisten parlamentarischen Vorstösse eingereicht, die auch Wirkung entfalteten.» Er und seine Partei sind zudem nicht von gestern: «Unsere Kampa­gne führen wir auch auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken.»

Jung und zukunftsträchtig

Natürlich sieht sich die Grossrätin und Gemeinderätin von Bulle ebenfalls als geeignet für das ehrwürdige Amt einer Ständerätin. Die 31-jährige diplomierte Ökonomin Gapany spielt aber gezielt auch die Karte der Jugend. «Ich vertrete die Zukunft und stütze mich nicht bloss auf das Erreichte.»

Und was macht Levrat?

Das Polittier der SP, Christian Levrat, hat im zweiten Wahlgang leichtes Spiel, könnte man denken. Zwar hat auch er im ersten Wahlgang das absolute Mehr verpasst, doch scheint seine Wiederwahl unbestritten. Doch Levrat warnt: «Solches Denken ist gefährlich. Dann gehen die Leute nicht mehr an die Urne.» Kurz vor Schluss macht die SP darum noch einmal mobil: mit einer flächendeckenden Plakatkampagne, dem Verteilen von Flyern und mit einer Aktion am kommenden Samstag, bei der etwa 200 Parteimitglieder in den Strassen und Einkaufszentren für die Wahl von Christian Levrat werben werden.

Allianzen

Das Spiel in der Mitte und rechts davon

Ein gemeinsamer Auftritt von SP-Ständerat Christian Levrat mit seinem Kollegen von der CVP, Beat Vonlan­then, ist nicht geplant, wie Le­vrat den FN sagt. «Es ist nicht meine Aufgabe, für Beat Vonlanthen zu werben. Das ist Sache der CVP.» Allerdings betont er weiterhin, dass er im Tandem mit Vonlanthen die Interessen des Kantons am besten vertreten könne. «Es braucht ein grosses Netzwerk und langjährige politische Erfahrung, um wirksam politisieren zu können.» Es brauche zwei Hände: eine linke und eine rechte. Zwar würde Gapany als Bürgerliche die Rolle der rechten Hand genauso erfüllen können. Als «Greenhorn» in Bern wäre sie auch noch formbar. Aber ihr fehlt eben das Netzwerk. «Beat Vonlanthen hat innerhalb der Bürgerlichen gute Kontakte, ich zu den Linken, der Regierung und den Beamten», sagt Levrat. Vor dem Hintergrund des politischen Programms der SP, nämlich «Gouverner au centre-gauche», das eine Koalition mit den Grünen und der CVP beinhaltet, heisst das: Die netzwerklose Gapany ist für die Ziele des einflussreichen SP-Mannes keine geeignete Multiplikatorin.

SVP-Wähler mobilisieren

Vonlanthen geniesst also den Support der SP. Ob die linke Wählerschaft dem Folge leistet, wird sich zeigen. Beide Kandidierenden werden sicherlich auch im Teich des zum zweiten Wahlgang nicht mehr antretenden Pierre-André Page von der SVP fischen wollen. Das wird nicht einfach sein, weil die SVP-Wähler ohne Kandidaten keinen wirklichen Grund mehr haben, am 10. November an die Urne zu gehen. Gapany versucht es so: «Ich bin stolz, Schweizerin und Freiburgerin zu sein. Ich setze auf Eigenverantwortung. Und als Bauerntochter verstehe ich die Welt, der viele SVPler nahestehen.» Zudem vertrete die Freiburger SVP nicht dieselben Positionen wie der Zürcher Flügel, weshalb sie für die SVP durchaus wählbar sei.

 

 

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